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Brüder-Grimm-Museum - KASSEL

Brüder-Grimm-Museum - KASSEL

Adresse: im Palais Bellevue, Schöne Aussicht 2,34117 Kassel (Ausstellungen), Brüder-Grimm-Platz 4a, 34117 Kassel (Archiv, Bibliothek.Verwaltung), 36393 Steinau a. d. Straße (Brüder-Grimm-Haus Steinau).

Telefon: (0561)7872033 u. 770505 (Ausstellung), (0561)103235/7874064 (Archiv, Bibl., Verw.), (06663) 7605 (Brüder-Grimm-Haus Steinau).

Telefax: (0561)7874040 Verw.

Eintrittspreise: DM 3,-.

Öffnungszeiten: täglich 10.00 -l7.00 Uhr, Feiertage-Sonderregelung, Brüder-Grimm-Haus Steinau tägl. 14.00-l7.00 Uhr.

Sammlungsschwerpunkte: Leben u. Werk der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm sowie des Malerbruders Ludwig Emil Grimm. Museumspädagogik: versch. Angebote.
Führungen: nach Vereinbarung.
Führer: versch. Publikationen.

Das Brüder-Grimm-Museum ist seit 1972 im Erdgeschoss des Palais Bellevue an der Schönen Aussicht eingerichtet. Das Schlösschen ist das einzige erhaltene Beispiel einer Reihe von Palais und Bürgerhäusern der Barockzeit oberhalb der Karlsaue; die übrigen wurden nach schwerer Kriegzerstörung z.T. erst nach 1950 abgerissen. Bereits 1714 wurde das Schlösschen von P. du Ry als Observatorium und Sternwarte für den Landgrafen Karl errichtet, um 1790 jedoch durch S. L. du Ry umgebaut. Die Neugestaltung des Daches verbirgt heute die ursprüngliche Funktion des Gebäudes. Das von der Stadt Kassel und der Brüder Grimm-Gesellschaft Kassel e. V. begründete Museum zeigt die in der ehemaligen Landesbibliothek begonnene Sammlung zur Arbeit der Brüder Jacob (1785-l863) und Wilhelm Grimm (1786-l859). Sie gelten in ihrer Tätigkeit als Sprachwissenschaftler und Erforscher des deutschen Altertums als Begründer der Germanistik; mit ihren Märchen-, Sagen- und Volksliedsammlungen legten sie den Grundstein für die moderne literarische Volkskunde. Die Sammlung wird ergänzt durch Möbel aus Familienbesitz sowie Briefe und Erinnerungsstücke aus dem Nachlass Lotte Grimms und aus Privatsammlungen. Hinzu kommen Gemälde, Handzeichnungen und Radierungen von Ludwig Emil Grimm, Bruder von Jacob und Wilhelm Grimm. Während alltägliche Objekte aus Porzellan und Silber bis hin zu Wäsche aus den Haushalten der Familie Grimm eher beiläue Aufmerksamkeit wecken, sind bereits die Stammbücher aus der Studentenzeit der Brüder von größerem Interesse. Außerdem finden sich Schriftstücke, die das politische Engagement sowohl während des Wiener Kongresses 1814 und 1815 und beim Protest der Göttinger Sieben 1837 als auch bei der Frankfurter Nationalversammlung 1848 belegen.




Den Kern des Museums und der Ausstellung machen aber die Belege der literarischen Tätigkeit aus, für die die Brüder weltbekannt geworden sind, in erster Linie die volkskundlichen Sammlungen und die philologischen Arbeiten. So finden sich die Erstausgabe der Kinder- und Hausmärchen (1812 bis 1815) mit den handschriftlichen Bearbeitungen ebenso wie Beispiele der vielen Ausgaben und Übersetzungen der Märchen und der Deutschen Sagen (1816-l8) in mehr als 100 Sprachen. Diese Sammlungen, mit kritischen Kommentaren versehen, hatten die Brüder Grimm auf Anregung der romantischen Dichter Arnim und Brentano angelegt. Zur mehr als 4000 Seiten umfassenden Deutschen Grammatik Jakob Grimms (1819-37) sind Manuskripte erhalten, die neben Erstausgaben und Handexemplaren gezeigt werden. Mit diesem epochalen sprachwissenschaftlichen Werk wurde erstmals der historische Entwicklungsgang und das gegenseitige Verhältnis aller germanischen Sprachen zueinander wissenschaftlich erklärt. Zu den philologischen Bemühungen zählen neben Arbeiten wie der Herausgabe des Hildebrand-Liedes (1812), der Deutschen Heldensagen (1829) oder der Deutschen Mythologie (1835) a. die Grundlegung des Deutschen Wörterbuches (beg. 1838), einer historisch-wissenschaftlichen Etymologie der deutschen Sprache, der bis heute umfangreichsten derartigen Unternehmung. Das 1998 gegründete Brüder Grimm-Haus Steinau zeigt Sonderausstellungen.







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