REFERAT-MenüArchaologieBiographienDeutschEnglischFranzosischGeographie
  GeschichteInformatikKunst und KulturLiteraturMarketingMedizin
  MusikPhysikPolitikTechnik

Analyse eines Bestsellers



Analyse eines Bestsellers



CHARLOTTE ROCHE'S








Analyse eines Bestsellers






Inhalt




1 Einleitung
2 Charlotte Roche - die Autorin
2.1. Biographie einer Rebellin
2.2. Die neue Feministin?
3 Die Romanstruktur
3.1. Die Handlung
3.2. Stilfragen
3.3. Figurenkonstellation & -gestaltung
4 Helen
4.1. Kampf gegen den Hygienewahn
4.2. Weiblich, willig, einsam
4.3. Rosettenromantik
5 Wissenschaftliche Erklärungsrsuche für Helens Verhalten
5.1. Borderline Syndrom
5.2. Traumatische Kindheitserlebnisse
6 Reaktionen
6.1. Rezensionen
6.2. Die Autorin in Interviews
7 Fazit & persönliche Meinung
8 Quellenrzeichnis












1 Einleitung

Selten hat ein Buch in der Gesellschaft für so heftige Diskussionen gesorgt wie der im Februar 2008 erschienene Roman Feuchtgebiete von Charlotte Roche.

Die Lesermeinungen in den Rezensionen auf amazon.de reichen von "Einfach Ekel erregend.", "Das schlechteste Buch, was ich je gelesen habe." oder "Nach 2 Seiten habe ich es in den Mülleimer geworfen." bis zu "erfrischend ulos", "Gnadenlos ehrlich, liebenswert, sympathisch, mitreißend, bewegend und ein kleines bisschen ekelhaft." sowie "Endlich hat sich mal eine Frau getraut so was zu schreiben!"

"So was", das ist die Geschichte von Helen Memel, 18 Jahre alt. Helen ist anders als die meisten jungen Frauen. Ihre Gedanken kreisen hauptsächlich - ja fast ausschließlich - um Körperöffnungen und -ausscheidungen, sexuelle Praktiken und Grenzerfahrungen. Ganz besonders das übertriebene Hygienebewusstsein vieler Menschen hat es ihr angetan. Sie führt einen stummen Kampf gegen den Hygienewahn.
Bei der vorliegenden Facharbeit steht daher die Persönlichkeit der Protagonistin im Vordergrund. Wir wollen Erklärungen finden für Helens oft skurril anmutendes Verhalten, das jenseits aller Normalität zu sein scheint, aber vielleicht doch gar nicht so ungewöhnlich ist.
Vorher lohnt es sich, einen Blick auf das Leben der berühmten Autorin zu werfen, deren Erstlingswerk wie eine Bombe einschlug und Wellen der Entrüstung hervorgebracht hat - und das in unserer rmeintlich so aufgeklärten und ulosen Zeit. Vor diesem Hintergrund beschäftigen wir uns auch mit dem Medienecho und lassen Charlotte Roche in Interviews selbst zu Wort kommen. Sie kann am besten erklären, was ihr beim Schreiben wichtig war, gegen welche Tendenzen unserer Gesellschaft sie anzuschreiben rsuchte.
Außerdem beleuchten wir kurz den Romanstil, der sich von traditioneller Literatur klar unterscheidet.
Feuchtgebiete ist ein ungewöhnliches Buch über das Leben einer jungen Außenseiterin und die vorliegende Facharbeit ist eine der ersten Interpretationen überhaupt zu dem Roman.
2 Charlotte Roche - die Autorin

2.1. Biographie einer Rebellin

Charlotte Roche, die mit ganzem Namen Charlotte Elisabeth Grace Roche heißt, wurde am 18. März 1978 in High Wycombe, England geboren. Ihr Vater ist Ingenieur und ihre Mutter eine politisch engagierte Künstlerin. In früher Kindheit kam sie über die Niederlande nach Deutschland, wo sie zweisprachig aufwuchs.
Als sie fünf Jahre alt war, trennten sich ihre Eltern. Diese und weitere Erfahrungen, die sie später in ihrem Leben sammelte, ließ sie in ihr Buch einfließen. Sie wuchs in einer kreativ-alternatin Szene am Niederrhein in einer liberalen Familie auf. Nach der Grundschule besuchte sie das Gymnasium, welches sie nach der 11. Klasse abbrach. 1993 rließ sie ihr Elternhaus. Anschließend folgte eine Zeit in der Charlotte Roche rschiedenste Drogen ausprobierte, sich selbst rletzte und rsuchte überall anzuecken.

Ihre Karriere als Moderatorin begann 1998 beim Musiksender Viva 2. Die Presse zeigte sich von ihrem Moderatorinnendebüt begeistert. Stellung bezog Roche häu mit feministischen Aussagen. Roche überzeugte nicht zuletzt durch ihren individuellen Kleidungsstil, von ihr selbst als "Lumpenfee-Outfit" bezeichnet.
Bereits 2001 wurde Charlotte Roche für den Adolf-Grimme-Preis nominiert. Diesen sollte sie für "ihren kompetenten und doch eigenen Moderationsstil" erhalten. 2002 erhielt sie den "Bayrischen Fernsehpreis" für ihre VIVA-Sendung "Fast Forward". 2004 erhielt sie endlich den Grimme-Preis - ebenfalls für die Moderation und Präsentation der Sendung "Fast Forward".

2002 gebar Charlotte Roche eine Tochter. Seid 2007 ist sie mit dem Brainpool-Mitbegründer Martin Keß in zweiter Ehe rheiratet, dem sie auch ihren ersten Roman "Feuchtgebiete" gewidmet hat. Das Buch ist im Februar 2008 erschienen und stieg - trotz mannigfaltiger Kritik - sofort an die Spitze der Bestseller-Listen. Wenige Monate später wurde das gleichnamige Theaterstück uraufgeführt. Neben ihrer Tätigkeit als Autorin ist Charlotte Roche Produzentin, Sängerin, Schauspielerin, Sprecherin sowie Moderatorin großer deutscher Fernsehanstalten, wie dem ZDF, Pro Sieben, ARTE und 3Sat.

Seit Jahren führt sie einen Kampf gegen die BILD-Zeitung, die widerrechtliche Artikel über sie rfasst. Angefangen hat die Auseinandersetzung 2001, als ihre Mutter und ihre drei Brüder auf dem Weg zu ihrer Hochzeit in London runglückten. Nur ihre Mutter überlebte schwer rletzt. Die BILD-Zeitung soll Charlotte Roche damals für den Artikel über den Unfall unter Druck gesetzt und gedroht haben, Negatis über sie zu berichten. Seitdem röffentlicht die BILD-Zeitung immer wieder Hetz-Artikel über Roche. Zuletzt hatte die BILD sogar die positi Kritik von Roger Willemsen über "Feuchtgebiete" rfälscht und ins Gegenteil rkehrt. Dabei ist ein Teil dieser positin Kritik sogar als Klappentext auf dem Feuchtgebiete-Cor zu finden: "Radikal, drastisch und ebenso zart. Ich erinnere mich nicht, ein Debüt-Manuskript in der Hand gehabt zu haben, so sicher, so mutig und so voller Gegenwart wie dieses."


2.2 Die neue Feministin?

Ist Charlotte Roche die neue Feministin in Deutschland? Sie selbst sieht sich zumindest so, wie sie in rschiedenen Interviews betont. Auf die Frage, ob sie sich selbst als Feministin beschreiben würde, antwortet sie nur: "Absolut"

Tatsache ist, dass sie nicht die einzige Frau bzw. Autorin ist, die rsucht, Alice Schwarzer den Platz als "Ober-Feministin" streitig zu machen. Die Autorinnen Meredith Haaf, Susanne Klingner und Barbara Streidl alias "Wir Alphamädchen" forderten, wie Charlotte Roche auch, mehr Spaß für die Frau. Kurze Zeit später kamen dann Jana Hensel und Elisabeth Raether und schrieben ein Buch über Sex-Missrständnisse und Ehrgeiz bei Frauen. Sie alle haben gemein, dass sie für die sexuelle Freiheit der Frau kämpfen.

Charlotte Roche war bereits früh von Alice Schwarzer fasziniert, nachdem sie im Alter von 14 Jahren ein "Emma"-Abonnement geschenkt bekam. Sie tapezierte ihre Zimmerwände mit Postern von Schwarzer und hörte ihre Vorträge. Heute ist das anders: "Die trifft sich mit Verona Feldbusch im Fernsehen und macht Werbung für die BILD-Zeitung. Ich kann mit dieser Person überhaupt nichts mehr anfangen", sagt sie.
Ein weiterer Punkt dürfte sein, dass Roche Porno-Filme öffentlich gutheißt und auch die Prostitution unterstützt. Alles Sachen, die Alice Schwarzer rurteilt und bekämpfen will. Pornos rurteilt sie in ihrer PorNO-Kamne als Frauen erniedrigend.
Während Schwarzer noch für Emanzipation und Frauenbefreiung eintrat, ist das mit den "modernen Feministinnen" anders: Sie rurteilen Frauen, die losziehen und Sex haben wie Männer. Das sei Selbstbetrug. Auch das Berufsleben betreffend haben sie ähnliche Ansichten: Wenn Frauen die Stellung von Männern einnehmen wollten, dadurch aber typisch weibliche Eigenarten wie Nachsichtigkeit, Verletzlichkeit und Sensibilität rnachlässigten, sei das nicht gut und sie sollten es sein lassen. Das ist das Gegenteil von Gleichberechtigung. Die Autorinnen Meredith Haaf, Susanne Klingner und Barbara Streidl bringen es auf den Punkt: "Viele halten Feministinnen für hässlich, spaß- und männerfeindlich, ironiefrei und unsexy. Das alles wollen wir uns natürlich nicht nachsagen lassen, und deswegen streiten die meisten von uns lieber ab, irgendetwas mit 'den Emanzen' zu tun zu haben."
Alice Schwarzer hält von all dem nicht viel. Sie bezeichnet die neuen Feministinnen als "späte Mädchen und Proandistinnen eines Wellness-Feminismus".

Die neue Feministinnen-Generation, zu denen also auch Frau Roche gehört, hält sich für emanzipiert genug. Sie sagen, dass ein Beruf schön und gut sei, aber nicht alles im Leben. Während Frauen früher um berufliche Erfolge kämpfen mussten, kämpfen die Frauen heute gegen den gesellschaftlichen Leistungsdruck.
Es macht den Eindruck, als ob die neuen Feministinnen nicht wirklich rändern, sondern eher auffallen wollten.

3 Die Romanstruktur

3.1. Die Handlung

Die 18jährige Helen liegt nach einer missglückten Intimrasur mit einer Analfissur auf der proktologischen Abteilung des Krankenhauses. Dort lässt sie ihr kurzes, aber facettenreiches Leben Revue passieren und beschäftigt sich intensiv mit ihrem Körper, inklusi aller Öffnungen und Ausscheidungen.
Eingebettet in die Rahmenhandlung des Krankenhausaufenthaltes erfährt der Leser in zahlreichen Rückblenden Helens intimste Erlebnisse und Experimente. Sie sagt und tut, was andere nicht einmal zu denken wagen. Ihre sexuellen Praktiken sind so kreativ, dass sie alle Tabus brechen. Ihre große Angst vor dem Alleinsein rsucht sie durch ein ausschweifendes Leben, in dem Drogen, Alkohol und sexuelle Abenteuer mit wechselnden Partnern die Hauptrolle spielen, zu rdrängen. Freimütig berichtet sie von diesen Erfahrungen.

Der Roman beginnt am Tage der Aufnahme in die Klinik. Helens Wunde ist sehr entzündet und muss sofort operiert werden. Die OP rläuft erfolgreich, Helen muss aber noch einige Tage auf der Station bleiben. Dies kommt ihr gerade recht, denn sie leidet noch immer unter der Jahre zurückliegenden Scheidung ihrer Eltern und es ist ihr größter Wunsch, die Familie wieder zusammenzubringen. Sie hofft, dass ihre Mutter und ihr Vater sich an Helens Krankenbett rsöhnen und rsucht darum auch, ihren Aufenthalt zu rlängern.
Im Krankenhaus führt Helen ihren vor einigen Jahren begonnen Kampf gegen den gesellschaftlichen Hygienewahn fort. Sie tauscht gern mit anderen Menschen, auch ohne deren Wissen, Körperflüssigkeiten aus und rbreitet ihre eigenen Keime, so gut es eben geht.
Sie fühlt sich immer mehr zu dem Pfleger Robin hingezogen, dem sie einige ihrer Erlebnisse schildert, der für sie da ist und der sie für ihr ungewöhnliches Verhalten nicht rurteilt.
Da Helen es nicht einmal schafft, die Eltern gemeinsam in ihr Krankenzimmer zu bekommen, geschweige denn, sie miteinander zu rsöhnen, beschließt sie, noch einen Schritt weiter zu gehen: Durch autoaggressi Handlungen rschlimmert sie ihren Zustand so weit, dass es zu einer Notoperation kommt. Doch ihre Eltern besuchen sie daraufhin nicht einmal. Helen erkennt endlich, dass ihr Unternehmen keine Aussicht auf Erfolg hat. Sie will nicht mehr nach Hause und fragt Robin, ob sie bei ihm wohnen könne. Er ist einrstanden.
Mit sechs Jahren wurde Helen durch einen Suizidrsuch ihrer Mutter traumatisiert. Diese wollte sich und Helens jüngeren Bruder mit Gas töten und Helen fand die beiden damals leblos auf dem Küchenboden liegend. Über dieses Ereignis ist in der Familie nie gesprochen worden. Helen inszeniert am Tage ihrer Entlassung die schockierende Szene mit Requisiten in ihrem Krankenzimmer und bestellt telefonisch ihre Familie hinzu. Bevor diese eintrifft, rlässt Helen das Krankenhaus und fährt zusammen mit Robin, auf seinem Fahrrad, nach Hause.


3.2. Stilfragen

Der Roman ist in der Ich-Form aus der Sicht der Protagonistin Helen Memel erzählt. Durch den Tagebuchcharakter wird alles, was nach ästhetischer Gestaltung aussehen könnte, von der Autorin rmieden.
Charlotte Roche umgeht jedwedes poetische Vokabular und schmückende Beiwörter. Die sehr direkte, oft obszöne Sprache bietet wenig Raum für Interpretationen. Helen hat es nicht nötig, ihre Gedanken metaphorisch zu umschreiben. Wenn sie "Schwanz" meint, dann sagt sie auch "Schwanz" .
Gnadenlos ehrlich und authentisch schildert Helen ihr Leben und ihre momentane Situation. Helens Sprache ist dabei einfach und sachlich, ihre anschaulichen Schilderungen klingen teilweise gar wie eine Gebrauchsanleitung: "Dafür setze ich mich immer im Schneidersitz in die Dusche, bisschen zurückgelehnt, Po etwas hoch. Dann fummele ich die ganzen Schamlippen zu den Seiten, wo sie hingehören, und schiebe mir ganz langsam und vorsichtig den dicken Duschkopf rein."
Sie bedient sich durchweg eines ungefilterten Alltagswortschatzes mit einfachem Satzbau, erschafft allerdings dirse Neologismen wie Sexandenkenkaubonbon für Spermareste unter den Fingernägeln , Perlenrüssel für Klitoris u. ä.
Die Leitmoti des Romans sind zum einen Helens Kampf gegen den Hygienewahn unserer Gesellschaft und zum anderen ihr rzweifelter Versuch die geschiedenen Eltern wieder zusammenzubringen.

Der Roman ist mit 220 Seiten sehr kurz und kann zur Pop-Literatur gezählt werden.
Der amerikanische Medienhistoriker Leslie A. Fiedler war der Erste, der Ende der sechziger Jahre von einer Pop-Literatur sprach. Damit meinte er die Autoren der Beat Generation, die eine offene Literatur "von unten" schrieben, dachte aber auch an die Pop-Art, die Gebrauchs- und Alltagsgegenstände und Bilder von Popstars in die Museen brachte. Der aus der Musik stammende Begriff Pop rweist sowohl auf das Wort populär (bei der Masse beliebt) wie auch auf den Laut pop, der soviel wie Zusammenstoß, Knall bedeutet.
War Popliteratur zuerst das Programm einer Außenseiterszene, so kippte der Begriff in den neunziger Jahren, das Rebellische ging rloren. Popliteratur wurde zu einer Unterhaltungsdienstleistung, Synonym für eine Art "Easy Reading".
Merkmale der Popliteratur, die auf Feuchtgebiete zutreffen, sind z. B.: in einfacher Sprache und realistisch aus dem Leben gesellschaftlicher Außenseiter berichtend, ein kritisches Verhältnis zum hohen Ton der traditionellen Literatur habend und sich um neue, authentische Sprechweisen bemühend oder die Sprache in Einzelteile zerlegend.
Ganz typisch sind auch das Helens Drogenkonsum , die Nennung von Markennamen wie dem der Gleitcreme Pjur und das Aufgreifen von Werbesprüchen ("Feel like Venus. Be a goddess!" ).






3.3. Figurenkonstellation & -gestaltung





________________________________________________________Familie Memel
Helen Memel, 18 Jahre
Helens Mutter
Helens Vater
Toni, Helens Bruder

Angestellte des Krankenhauses Maria Hilf
Robin, Krankenpfleger
Peter, ebenfalls Krankenpfleger
Prof. Dr. Notz, Proktologe
ein Anästhesist
Margarete, eine Krankenschwester
ein "grüner Engel"
Figuren aus Helens Erinnerungen
Corinna, Helens Freundin
Irene, auch eine Freundin
Kanell, ein Athiopier
Dr. Brökert, Helens Frauenarzt
Milena, eine Prostituierte


Robin, "ein lächelnder Pfleger mit Kakadufrisur" , ist der Charakter, der der Protagonistin am nächsten steht. Er wird durchweg als gut dargestellt. Der Name Robin bedeutet "der Glänzende" . Glanz bringt Robin nun nicht gerade in Helens Leben, aber Vertrauen und neue Hoffnung. Auf die besondere Beziehung zwischen den beiden gehen wir im Kapitel 4.3. ein.

Von Helens Eltern erfahren wir nicht einmal die Vornamen:
Der Vater ist eine unscheinbare Figur, seine Rolle ist eher neutral. Er hat ein sehr oberflächliches Verhältnis zu seiner Tochter. Dies wird daran deutlich, dass Helen bis zu ihrem Krankenhausaufenthalt nicht einmal den genauen Beruf ihres Vaters kennt:
»Papa, was bist du eigentlich von Beruf?«
»Ist das dein Ernst? Du weißt das nicht?«
»Nicht so genau.«
Eigentlich überhaupt nicht.
»Ich bin Ingenieur.«
Helen bewundert an ihrem Vater besonders dessen Wissen und seine Fähigkeit, ihr alles zu erklären.
Die Mutter wird durchgehend negativ - also böse - dargestellt. Sie ist durch frühere Erziehungsfehler für Helens ganzes abnormes Verhalten rantwortlich. Ihre Moti sind selbstsüchtig, ihr werden nur schlechte Eigenschaften zugeordnet, wie Neid , Verlogenheit , Unzurlässigkeit , Scheinheiligkeit .
4 Helen

4.1. Kampf gegen den Hygienewahn

Im Krankenhaus führt Helen ihren vor einigen Jahren begonnen Kampf gegen den gesellschaftlichen Hygienewahn fort: "Hygiene wird bei mir klein geschrieben." Sie tauscht mit anderen Menschen, auch ohne deren Wissen, Körperflüssigkeiten aus, um eine Art von Nähe herzustellen. Z. B. rmischt sie Mineralwasser mit ihrem Speichel, lädt daraufhin eine Krankenhaus-Mitarbeiterin zu einem Glas Wasser ein und schaut ihr erfreut beim Trinken zu: "Das ist so, als hätten wir uns jetzt schon geküsst."

Helen wehrt sich gegen die von der Gesellschaft - und von ihrer Mutter - proierte Hygienediktatur. Helens Mutter hat es in der Erziehung ihrer Tochter mit der Hygiene wohl zu genau genommen, machte aus dem "Muschiwaschen" eine "riesenernste Wissenschaft". Das ist schon mal ein Grund für Helen, es nun nicht mehr so weiterzuführen, denn sie tut ja prinzipiell das Gegenteil von dem, was ihrer Mutter gefällt.
Darüber hinaus will sie die von ihrem Körper erzeugten Gerüche nicht mit Parfum und Deodorants überdecken und auch nicht durch übertriebenes oder zu häues Waschen restlos entfernen. Sie weiß um die aphrodisierende Wirkung von Schweiß- und Intimgerüchen und beklagt, dass viele Menschen diese zu rhindern und zu rstecken suchen.
Ingelore Ebberfeld, die umfangreiche Studien über die Wirkung von Körperdüften betrieben hat, schreibt dazu: "Körpergerüche, das sind Gerüche, die vom Körper ausgehen und die genau genommen nicht sein dürfen. Ist nämlich von ihnen die Rede, dann werden damit automatisch üble Gerüche in Verbindung gebracht. [.] Heute billigt man derartige Düfte keinem Menschen mehr zu, weil Geruch am Menschen für andere nicht nur eine Zumutung darstellt, sondern weil er rmeidbar ist."
Helen rmeidet nichts. Es wirkt befremdlich, gar schockierend, wenn sie sich outet: "Ich benutze mein Smegma wie andere ihre Parfümflakons." Au weia, werden da wohl viele Leser gedacht haben - wie krank ist die denn?
"Das innige Band zwischen Geruch und Sexualität ist jedem bekannt, der sich eingängig mit diesem Thema beschäftigt hat" , schreibt Ebberfeld dazu in ihrem Werk über erotische Geruchserinnerungen. "All diesen Erkenntnissen zum Trotz wird noch immer so getan, als sei der Zusammenhang zwischen Geruch und Sexualität beim Menschen nicht existent und als gehörten diejenigen, die sich zu ihren sexuellen Empfindungen bekennen, zu jener Minderheit, die wir als perrs bezeichnen."
Nach Ebberfelds Erachten liegt das daran, dass der Mensch sich zu einem kultivierten Säugetier entwickelt hat, das sich vom Tierischen abgrenzen wolle, unter anderem mit ästhetischen Ansprüchen. Ein Tier dürfe nach Tier stinken, ein Mensch aber nicht. Einem Vierbeiner sei es erlaubt, am Geschlecht zu schnuppern, einem Zweibeiner jedoch nicht.
Wir erfahren weiter, dass die Parfümierung der Frau ein Trick der Natur sei, "um den vom Geschlechtstrieb umnebelten Intellekt des Mannes zur Erfüllung der von der Natur gewollten Aufgaben zu ranlassen."

Ebberfeld stellt die Hypothese auf, dass die allgemeine Verunglimpfung speziell des weiblichen Intimduftes - die ihres Erachtens von Männern geschürt wird - bei Frauen zu einer Verunsicherung führt und dass diese Diskriminierung wohl auf die Angst der Männer vor der Anziehungskraft der Frauendüfte, für die es keine rationalen Erklärungen gibt, zurückzuführen sei.
Mutige Helen - sie lässt sich nicht runsichern.

Allerdings ist das Zulassen und Fördern von Intimgerüchen nur die Spitze des Eisbergs von Helens Anti-Hygienemaßnahmen.
Sie betreibt Mukophagie , und isst allgemein gerne einige ihrer Körperausscheidungen und auch die ihrer Sexpartner, besonders stolz ist sie da auf ihre Erfindung des Sexandenkenkaubonbons - das sind Spermareste unter den Fingernägeln, die sie mit den Zähnen herausknabbert . Sie hat einmal literweise eine Mischung aus ihrem eigenem Erbrochenen und dem ihrer Freundin getrunken. (Allerdings in diesem Fall nur, um die darin herum schwimmenden Drogen nicht zu rschwenden.)
Helen rachtet "hygienische, gepflegte, keimfreie Leute" . Sie bemüht sich auf öffentlichen Toiletten so viele Keime wie nur möglich aufzunehmen , wäscht sich nach dem Toilettengang natürlich nicht die Hände und hat das Ziel ihre eigenen Bakterien etc. so gut es eben geht unter dem Rest der Menschheit zu rteilen. Dazu benutzt sie z. B. heimlich die Grillzange ihres Vaters:
Genauso wie ich die Grillzange nicht reinige, bevor ich sie in mich reinstecke, mache ich sie auch nicht sauber, wenn sie nach meinem gynäkologischen Eingriff zurück auf Papas Grilltisch wandert. Bei einem Grillfest mit Freunden der Familie habe ich immer ein breites Grinsen im Gesicht. Ich frage alle gerne, ob es schmeckt, und winke meinem grillenden Vater zu, der mir mit der Grillzange lächelnd zurückwinkt. Mein drittes Hobby. Bakterien rbreiten.

Mit ihrer Freundin Irene tauscht sie sogar benutzte Tampons und freut sich über die durch den Austausch von Blut entstandene Verbundenheit, bezeichnet diese als
Blutsschwesternschaft . Wiederum der Versuch Nähe herzustellen.
Bedenklich wird es spätestens, wenn Helen Sätze formuliert wie "Heutzutage haben ja alle Angst davor, Blut anzufassen." und "Die kommen nicht darauf, dass es sich in diesem Fall nur um harmloses Periodenblut handelt." Hier leugnet Helen völlig die Ansteckungsgefahr mit Hepatitis- oder HI-Viren. Aufgrund ihrer Promiskuität - offensichtlich und logischerweise, alles andere würde ja ihrer Philosophie widersprechen, ohne die Verwendung von Kondomen - ist die Chance, dass Helen sich bereits mit diesen Krankheiten angesteckt hat, sehr hoch. Im Gegensatz zum HI-Virus sind z. B. Hepatitis A- und E-Erreger sehr resistent, können bei Kälte nahezu unbegrenzt überleben. Die Hepatitis B-Infektion ist eine hoch infektiöse Erkrankung, da sich sehr hohe Viruskonzentrationen in minimalsten Blutspuren befinden. Das bedeutet, dass bereits kleinste Blutmengen ausreichen, damit das Hepatitis B-Virus über Haut- oder Schleimhautrletzungen in den Körper gelangen kann. Bei Hepatitis C sind Übertragungen durch gemeinsames Benutzen von Nassrasierern, Nagelscheren und Zahnbürsten gemeldet. Eine gewisse Hygiene macht also durchaus Sinn.
Helens Einstellung zu dem Thema hat - wie wir in Kapitel 5 noch zeigen werden - durchaus selbstzerstörerische Tendenzen. Allerdings sollte ihr Mut, sich anders zu rhalten, als die breite Masse, als es uns von der Konsumindustrie - die ihre Deos und Duftwässerchen, Intimsprays und Desinfektionsmittel rmarkten möchte - diktiert wird, bis zu einem gewissen Grad gewürdigt werden.


4.2. Weiblich, willig, einsam

Helen hat große Angst vor dem Alleinsein und führt deshalb ein ausschweifendes Leben, in dem Drogen, Alkohol und sexuelle Abenteuer mit wechselnden Partnern die Hauptrolle spielen: "Ich würde mit jedem Idioten ins Bett gehen, damit ich nicht alleine im Bett sein oder sogar eine ganze lange Nacht alleine schlafen muss. Jeder ist besser als keiner." Sogar alleine zu essen macht ihr Angst.

Thomas Ettl schreibt in seinem psychoanalytischen Aufsatz zu dem Roman:
Im Text steht ganz unrschlüsselt: Helen fühlt sich trostlos einsam und rsucht die Einsamkeit mit sexueller Erregung zu bekämpfen. Doch je lauter die Lust in den Feuchtgebieten wabbert, desto schriller lässt sich deren eigentliche Funktion rnehmen: zu trösten und Antwort auf die quälende Frage zu bekommen, bin ich wertvoll und werde ich von den geschiedenen Eltern geliebt, auch wenn ich kein hygienisiertes, kein pflegeleichtes Kind bin?

Die Protagonistin weiß nichts mit ihrem Leben anzufangen, hat nur wenige Interessen und kaum Freunde. "Ich züchte Avocadobäume. Das ist neben Ficken mein einziges Hobby."
Trotz oder wegen ihrer Promiskuität hat sie offenbar noch nie eine feste Beziehung gehabt, nicht einmal eine Andeutung davon. Sie scheint wirklich mit ihren jeweiligen Partnern ausschließlich Sex zu praktizieren, da gibt es keine Einladungen ins Kino und keine gemeinsamen Zukunftspläne, kein sich Vorstellen bei den Eltern - einfach gar nichts außer dem Geschlechtsakt in möglichst exotischen Variationen.
Helen geht zu weiblichen Prostituierten. Sie hat besonders eine Obsession für schwarze Frauen. Da es in ihrem Bekanntenkreis keine solchen gibt, mit denen sie etwas anfangen könnte, sieht sie die Prostitution als einzige Lösung. Auf die Idee, Kontaktanzeigen zu schalten oder auf anderem Wege Gleichgesinnte bzw. mögliche Partnerinnen zu finden, kommt sie gar nicht.

Ihre Klassenkameraden besuchen sie nicht im Krankenhaus, denn sie hat ihnen nicht gesagt, dass sie dort ist. Auch zu Hause hätte sie von ihnen keine Besuche zu erwarten:
Die können nicht viel mit kranken Leuten anfangen. Sie gehen viel aus, feiern oder hängen im Park rum. Die trinken viel, also wir trinken viel und kiffen auch, und das kann man schlecht auf Krankenbesuch bei jemandem zu Hause, wenn die Eltern auch da sind.

Helen sucht rzweifelt nach Aufmerksamkeit. Ein Mittel, um diese zu bekommen, ist ihr exhibitionistisches Verhalten. Sie selbst bezeichnet es als zeigefreudig . An anderer Stelle äußert Helen: "Ich würde meine Fetische ehrlich preisgeben. Aber mich fragt keiner. Da kommt niemand drauf." Wie gern hätte sie also jemanden, der sich wirklich für sie interessiert. Allerdings beschränkt sie immer alles auf die sexuelle Ebene. Dies lässt darauf schließen, dass sie sich vor wirklicher Nähe und tiefen Gefühlen fürchtet.


4.3. Rosettenromantik

In dem Pfleger Robin findet Helen nun endlich einen Menschen, zu dem sie sich auch emotional hingezogen fühlt und der sie für ihr ungewöhnliches Verhalten nicht rurteilt.

Der Kontakt zwischen Robin und Helen beginnt gleich am ersten Tag im Krankenhaus. Bereits jetzt ist eine Sympathie zwischen den beiden zu erkennen. Helen rsucht sofort nach dem Kennenlernen einen guten Eindruck auf Robin zu machen und rtraut ihm vieles an. Dabei schießt sie natürlich übers Ziel hinaus, rschreckt ihn schon mal.
Robin hört Helen zu und ist offen für ihre Ideen. Selbst Aktionen, die er selber anstößig oder nicht richtig findet, tut er für sie. Das beste Beispiel findet sich an der Stelle, als Helen Robin um einen Gefallen bittet: "[.] Kannst du mir bitte helfen, meinen Arsch und die Wunde zu fotografieren? Ich will unbedingt wissen, wie ich da jetzt aussehe." - "[.] Okay. Was soll ich machen?" Daraufhin sagen sie sich beide, wie locker sie sich gegenseitig finden. Robin mag Helens exhibitionistische Art, er würde sich wünschen, dass mehr Mädchen so sind.
Helen bekommt von Robin, was sie sich von den Eltern so sehnlichst wünscht: Sorge um sie. "Er sorgt sich um mich. Erstaunlich. Nach allem, was er sich von mir anhören musste. Und angucken musste. Das kenne ich gar nicht."
Als Helen Robin beim Spaziergang mit einer Krankenschwester beobachtet, reagiert sie entsetzt und eifersüchtig. Sie hat natürlich Angst, den einzigen Menschen, der sich je wirklich für die Person Helen interessiert hat, gleich wieder zu rlieren. Aber für solche Gefühle gibt es keinen Grund, denn Robin scheint wirklich etwas für seine offenherzige Patientin zu empfinden. Was, bleibt allerdings dahingestellt. Ist es wirklich das romantische Gefühl, das Helen in sein Verhalten hinein interpretiert?
»Ich habe Angst, Robin.«
»Ich auch, um dich.«
Alles klar. Er liebt mich. Wusste ich's doch. So schnell geht das manchmal.

Sie wünscht sich jedenfalls, dass es Liebe ist und rsucht eine Art Zauber, um ihren Auserwählten an sich zu binden: Sie gibt ihm ihre Tränen auf Weintrauben zu essen, natürlich ohne ihm zu sagen, womit die Trauben präpariert wurden. "Ich glaube, wenn ein Mann die Tränen von einer Frau isst, sind die beiden für immer rbunden."
Helen fehlt es an väterlicher Nähe und Liebe. Robin kann diese Lücke füllen. Und sein Interesse an ihrem einzig "normalen" Hobby, dem Avocados züchten, macht sie sehr glücklich:
Er hört ganz aufmerksam zu. Damit halte ich ihn sehr lange bei mir im Zimmer. Für diesen Moment muss ich ihn nicht mit anderen Arschpatienten teilen. Als ich langsam mit meinen Ausführungen zum Ende komme, zieht er seine weißen Gesundheitsschuhe aus und klettert auf mein Bett. Er guckt sich die Kerne sehr genau aus der Nähe an. Das macht mich ganz glücklich. So hat sich vorher noch nie jemand dafür interessiert.

Sie gesteht sich schließlich selbst ein, dass sie in Robin rliebt ist und darüber hinaus ist er ihre einzige Fluchtmöglichkeit, denn sie kann den Gedanken, nach Hause zurückzukehren, nicht ertragen. Zum Glück stimmt Robin ihrem Wunsch, bei ihm wohnen zu dürfen, zu.
Beim Verlassen des Krankenhauses bleibt Robin stehen und knotet Helen ihr hinten offenes Krankenhaushemdchen zu. Eine fürsorgliche Geste, die Helen gefällt: "Er will mich in der Öffentlichkeit bedecken. Gutes Zeichen." Ettl interpretiert das Verhalten des jungen Mannes wie folgt: "Robin signalisiert ihr mit dieser Geste, sie sitze dem Irrtum auf, alle Welt sei an ihrem Hinterteil interessiert."
Jedenfalls ist dieser Schluss als Happy End zu sehen. Helen hat endlich einen fürsorglichen Menschen gefunden. Ob Robin ihr Vater-Ersatz oder Partner in einer gleichberechtigten erwachsenen Beziehung sein wird, bleibt allerdings abzuwarten.


5 Wissenschaftliche Erklärungen für Helens Verhalten

5.1. Borderline Syndrom

Die Protagonistin ist zweifellos keine normale, durchschnittliche junge Frau. Sie hat wahrscheinlich eine Borderline-Persönlichkeitsstörung, für die unter anderem selbstrletzendes Verhalten typisch ist. Helen schadet sich durch ihre ganzen Aktionen selbst.
Menschen mit Borderline-Persönlichkeit - überwiegend Frauen - sind in Bezug auf Selbsteinschätzung, Stimmung und zwischenmenschliche Beziehungen (die oft sehr stürmisch und intensiv sind) sehr wankelmütig. Die Borderline-Persönlichkeit zeigt sich im frühen Erwachsenenalter. Diese Menschen mussten in der Kindheit oft sorgende Zuwendung entbehren (genau wie es bei Helen der Fall war). Indessen fühlen sie sich leer, zornig und meinen Fürsorge zu rdienen. Sie haben seltsame Ansichten über die Welt und ihre Mitmenschen, die sich auch oft plötzlich ändern und die immer schwarz-weiß sind, Hass oder Liebe, aber niemals neutral. Sie können hoffnungslos impulsiv werden, leichtsinnig ständig wechselnde sexuelle Beziehungen eingehen oder drogensüchtig werden. Die Borderline-Störung ist jene Persönlichkeitsstörung, die am häusten von Psychiatern behandelt wird, da die Betroffenen unaufhörlich nach jemandem suchen, der sich um sie kümmert.

Mit ihrer mangelnden Hygiene rebelliert Helen gegen ihre Mutter. Sie tut genau das Gegenteil von dem, was ihr als junges Mädchen beigebracht wurde.
Helens Mutter weist selbst Anzeichen einer Persönlichkeitsstörung auf, war oder ist zumindest depressiv, wie ihr Suizidrsuch beweist, außerdem zwanghaft auf Hygiene fixiert und hat in der Erziehung ihrer Tochter viele Fehler gemacht. Der Sohn wurde offenbar bevorzugt und weniger streng behandelt.
Ein Beispiel für das gestörte Verhalten der Mutter:
Sie hat ihrer sechsjährigen Tochter aus Eifersucht die Wimpern abgeschnitten, weil diese vollere Wimpern als sie selbst hatte und dafür Komplimente bekam. Auf Helens Fragen, warum diese nun plötzlich keine Wimpern mehr habe, antwortete sie jedes Mal: "Wenn man zu viele Komplimente für eine Sache bekommt, geht die irgendwann kaputt." Helen kann sich aber noch an das Bild der nächtens Wimpern abschneidenden Mutter erinnern und an deren Stimme, die sagte: "Alles nur ein Traum, mein Kind." Ganz logisch folgert Helen daraus und aus den Wimpernstoppeln, die sie immer betastet hat, dass die Wimpern wirklich abgeschnitten wurden und nicht etwa von selbst ausgefallen sind. Und trotzdem ist sie unsicher: "Ich kann das Mama aber auch nicht anhängen, weil ich oft Realität, Lüge und Traum durcheinander werfe. Vor allem heute kann ich vieles nicht mehr auseinander halten, wegen den ganzen Jahren, in denen ich Drogen genommen habe."
Irgendwann hat die Mutter mit dem Abschneiden aufgehört, die Wimpern wuchsen nach. Anstatt ihre Mutter je direkt auf die Tat anzusprechen - dafür findet Helen nie den geeigneten Moment - werden die Wimpern nun "immer gefärbt, gebogen und getuscht, um das Beste aus ihnen zu machen und um meine Mutter zu ärgern". Als Helen, die ihre Wimpern niemals abschminkt, darauf hingewiesen wird, dass diese dann ausfallen würden, beschließt sie nie mehr Wasser an ihre Wimpern kommen zu lassen und entwickelt ein kompliziertes Duschen in Etappen-System, bei dem das Gesicht nicht nass wird. Also wieder das Gegenteil von dem, was andere für richtig halten.

Helen ordnet ihrer Mutter nur negati Eigenschaften zu, ein typisches Beispiel für die Schwarz-Weiß-Sicht der Borderliner.
Selbstrletzung bzw. -gefährdung betreibt Helen durch ihre Promiskuität, ohne Kondome zu benutzen, durch ihre Manie Bakterien und andere Keime aufzunehmen, durch ihre Sterilisation (obwohl sie sich, seit sie denken kann, Kinder gewünscht hat). Dazu erklärt Ettl:
Als Grund [für die Sterilisation] gibt sie an, sie habe ein in der Familie wiederkehrendes Muster unterbrechen wollen. Alle, Urgroßmutter, Oma, Mama und sie selbst seien Erstgeborene. Alle nernschwach, gestört und unglücklich. Zudem wollte sie mit der Sterilisation [.] ihrer Mutter die Möglichkeit nehmen, über ihr Leben zu rfügen. Diese habe gesagt: "Wetten, wenn du dein erstes Kind kriegst, wird es auch ein Mädchen?" Dieser Satz klänge nun nicht mehr bedrohlich, so Helen, wirft aber ein Licht auf Mutters negati Einstellung zur Weiblichkeit.

Ihr autoaggressis Verhalten gipfelt in der lebensgefährlichen Verletzung, die sie sich zufügt, um länger im Krankenhaus bleiben zu dürfen, und die zu einer Notoperation führt. Die Sorge der Arzte konfrontiert Helen mit ihrer eigenen Todesangst, die sie bis dahin rleugnet hat. Helens Selbstrletzung ist also parasuizidal. Als ihre Eltern sie auch daraufhin nicht besuchen, wacht sie langsam auf und beginnt, sich um ihre eigenen wirklichen Bedürfnisse zu kümmern.


5.2. Traumatische Kindheitserlebnisse

Ein traumatisches Erlebnis wird als Einschnitt erlebt, der das bisherige Leben nachhaltig negativ rändert. Es ist mit den vorherigen Lebenserfahrungen nicht reinbar und runsichert die Betroffenen zutiefst. Die zur Verfügung stehenden Bewältigungsmechanismen sind der Aufgabe nicht gewachsen.

Helen musste in ihrer Kindheit zwei traumatische Erfahrungen machen: Die Scheidung ihrer Eltern und den (höchstwahrscheinlich darauf folgenden) Suizidrsuch ihrer Mutter.
Das Gefühl, seines bisherigen Lebens nicht mehr sicher zu sein, ist charakteristisch für die Traumaerfahrung. Eckardt erklärt dies so:
Ob es sich um ein einmaliges oder um ein wiederholtes Ereignis handelt: Nichts ist mehr, wie es vorher war. Das Vertrauen in die Welt und in die Rolle, die man in ihr spielt, ist rloren. Jetzt weiß man: Jeden Moment kann alles zu Ende sein. Die eigenen Kräfte reichen nicht aus, um das Böse und Katastrophale zu bannen.

Folgende Symptome, die bei traumatisierten Kindern auftreten können, weist auch Helen auf:

. Drogenmissbrauch / Sucht
. Promiskuität
. selbstrletzendes Verhalten
. "Flashbacks"
. Angste
. rändertes Sozialrhalten
. auffälliges Verhalten wie Klauen, Lügen
. Schulprobleme

a) Sie leidet noch immer unter der viele Jahre zurückliegenden Scheidung ihrer Eltern. Damals war sie wahrscheinlich sechs Jahre alt oder jünger. Kinder empfinden drohende Veränderungen ihrer Familiensituation oft als Katastrophe.
Helen deutet ihre Angst vor dem Alleinsein als Folge der Scheidung. Die Trennung kann sie bis heute nicht akzeptieren:
Heute wollen Mama und Papa mich besuchen kommen. Beide werden rsuchen, es so einzurichten, dass ihr Besuch nicht auf dieselbe Uhrzeit fällt. Ich wünsche mir so sehr, dass meine Eltern zusammen in einem Zimmer sein können. Dass sie mich gemeinsam hier im Krankenhaus besuchen. Ich habe einen .

Ihre Gedanken kreisen hinsichtlich ihrer Eltern nur um das eine Ziel: "Ich werde sie wieder zusammenbringen." Darum will sie möglichst lange im Krankenhaus bleiben. "Damit wieder zusammenwächst, was zusammen gehört." Durch autoaggressi Handlungen rschlimmert sie ihren Zustand sogar so weit, dass es zu einer Notoperation kommt. Dahinter steckt die Hoffnung, dass die Eltern durch ihre gemeinsame Sorge um das Kind vielleicht doch wieder zueinander finden. Doch ihre Eltern besuchen sie daraufhin nicht einmal.
Zum Glück erkennt Helen letztendlich, dass sie auf das Verhalten ihrer Eltern keinen Einfluss hat und beginnt, sich um ihr eigenes Leben zu kümmern.

b) Vermutlich irgendwann nach der Scheidung machte Helens Mutter einen Suizidrsuch. Sie wollte sich und Helens jüngeren Bruder Toni mit Gas töten und die sechsjährige Helen fand die beiden damals leblos auf dem Küchenboden liegend. Helen rzweifelt noch mit 18 Jahren an dem Umstand, dass ihre Mutter zwar ihren Sohn mit in den Tod nehmen wollte, ihre Tochter Helen aber nicht. Sie fühlt sich allein gelassen und ungeliebt. Und wiederum ist Helen sich nicht sicher, ob dieses Ereignis überhaupt je stattgefunden hat: "Die ganze Familie hat nie darüber gesprochen. Mit mir jedenfalls nicht. Deswegen bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich das geträumt habe oder erfunden und mir selber so lange eingeredet, bis es wahr wurde. Könnte sein."
Noch immer hat Helen gelegentliche "Flashbacks", in ihrem Fall Momente, in denen sie wieder den vorherrschenden Geruch der Traumasituation erlebt, das ausströmende Gas.
Hierzu schreibt auch Ingelore Ebberfeld, dass Dufteindrücke besonders gut im Gedächtnis haften bleiben, wenn sie mit emotionalen Eindrücken gekoppelt sind: "Sie sind, im Gegensatz etwa zum gespeicherten Seheindruck, auch nach Wochen und Monaten wieder zu wecken, und zwar sehr präzise."
Helen hat nie Hilfe bekommen, um dieses tiefgehende Trauma zu bewältigen - es wurde ja nie darüber gesprochen. Ein solches Verhalten macht es einem Kind besonders schwer, schreckliche Erlebnisse zu rarbeiten. Die depressiv-zwanghafte Mutter, der gleichgültige Vater - Helen hatte wirklich keine leichte Kindheit. Dies sind alles Gründe für ihr oft sonderbares Verhalten. Die Menschen und die Welt um sich herum kann sie nicht kontrollieren, sie kann ihren Eltern nicht die ersehnte und lebenswichtige Aufmerksamkeit abzwingen. Aber sie kann ihren Körper kontrollieren, ihre Sexualität und für kurze Momente auch ihre Geschlechtspartner. Dies wird ihr ein Gefühl von Sicherheit in einer ansonsten völlig chaotisch erscheinenden Welt geben.


6 Reaktionen

6.1. Rezensionen

Das Werk Feuchtgebiete hat die Lesergemeinde in zwei Lager geteilt. Allerdings ist die Mehrheit der Leser angeekelt und findet es eher abstoßend. Den besten Spiegel über die Meinung der Leser erhält man im Online-Versandhaus amazon.de. Insgesamt wurden zu Feuchtgebiete 1.200 Rezensionen geschrieben. Von diesen sind ca. 800 eher negativ und 400 positiv.

Die Rezensionen der Leser gehen weit auseinander. Diejenigen, welche das Buch aufmerksam gelesen haben, sind für das Werk aufgeschlossen, oft sogar begeistert. Viele Leser schreiben in ihren Rezensionen, dass dieses Buch eigentlich viel zu spät auf den Markt gekommen sei und endlich Themen anspricht, die in unserer Gesellschaft uisiert werden.
Die Gegner dieses Buches reden von "Schwachsinn" und "Literarischem Sondermüll" . Auffällig bei den negatin Bewertungen ist, dass sehr viele Leser schreiben, dass sie das Buch nicht zu Ende gelesen hätten.

Wenn man sich allerdings die Kritiken von namhaften Buckkritikern á la Roger Willemsen durchliest, sind diese eigentlich durchweg positiv: "Feuchtgebiete ist das begabteste Debüt, das ich als Manuskript je in der Hand gehalten habe. Es ist sehr präzise geschrieben. Es ist furchtlos. Es bedient einen Begriff von Moderne, den man schon richtig für rgessen hielt. Es ist kühn. Es ist sogar mutig. Es ist dreist. [.]" Einen ähnlichen Text rfasste Willemsen auch für den Klappentext des Buches.
Dagegen ist Rainer Moritz, der das Buch für das Deutschlandradio las, nicht so überzeugt von dem Werk: "Feuchtgebiete ist, wenn man nicht zu feinfühlig ranlagt ist, ein Roman, der an seinen besten Stellen kräftige Splatterkomik bietet, rotzige Weisheiten zum Besten gibt und in seinem Übertreibungsgestus manchen Leser an seinem Hygienerhalten zweifeln lassen wird. [.] Sieht man vom Schockvokabular der Feuchtgebiete ab, hat dieser Roman erzählerisch und stilistisch nicht viel zu bieten."


6.2. Die Autorin in Interviews

Nach ihrer Veröffentlichung von Feuchtgebiete war Charlotte Roche eine sehr gefragte Interviewpartnerin. Sie trat in großen Talkshows wie Beckmann, Harald Schmidt oder der NDR Talkshow auf. Dort brachte sie die Moderatoren oft durch ihre direkte Art und ihre unrblümte Ausdrucksweise ins Schwitzen.

Auf die Frage von Hubertus Meyer-Burckhardt, wie sie den Inhalt ihres Buches erklären würde, meinte sie: "[.] ihnen würde ich sagen, dass sich das Buch hervorragend als Wichsvorlage eignet."
Neben Fernsehauftritten las man des Öfteren Interviews mit ihr in großen Zeitungen, wie der FAZ, dem Spiegel, GQ, der Zeit, der Süddeutschen und vielen weiteren.
Oft handelten diese immer von dem gleichen Thema, ihrem Buch und dem Zweck, den sie damit bewirken will.
Auf die Frage, welche einschneidenden Erlebnisse für das Buch rantwortlich waren, antwortet sie: "Es gab ein paar einschneidende Erlebnisse, aber alles in allem ist das einfach voll mein Thema, das mich schon lange begleitet: Intimwaschlotionen, Rasur, im weitesten Sinne die Amerikanisierung des weiblichen Körpers. [.]"
Dass auch Charlotte Roche dieses Thema etwas peinlich ist gibt sie in dem Interview mit Melanie Raabe offen zu:
M. R.: Wird es dir ein bisschen unangenehm sein, Feuchtgebiete zu lesen - vor Leuten?
Ch. R.: Auf jeden Fall! Ich habe das jetzt schon einmal ausprobieren dürfen, ich habe das Hörbuch eingesprochen. Und da habe ich dann festgestellt: Das aufzuschreiben und das auszusprechen ist etwas ganz anderes. Das ist eine ganz andere Sache! Ich bin sehr gestolpert bei manchen Stellen, an denen es explizit um die Masturbation geht oder um ganz intime Geschlechtsorganbeschreibungen, da ist mir dann die Spucke im Hals stecken geblieben [.]


Charlotte Roche

M. R.: Wie lange hast du insgesamt an dem Buch gearbeitet?
Ch. R.: Genau neun Monate.
Auf die Frage, zu welchem Genre Roche ihr Werk zählt, weiß selbst sie keine so rechte Antwort: Es ist keine Pornographie. - Nein, aber was ist es? - Es gibt kein Wort.
Nur selten wird es in den Interviews auch politisch und wenn, dann nur kurz. Der Spiegel fragte Roche, ob sie in Angela Merkel ein Vorbild sehe. Darauf meinte Roche: "Mein Feminismus ist nicht farbenblind. Frau Merkel ist meiner Meinung nach einfach in der falschen Partei. [.]"
Als eines ihrer größten Vorbilder gibt Roche mehrmals Maude, aus dem Spielfilm Harold und Maude , an: "Wenn ich eine Heldin nennen soll, dann ist das Maude aus dem Film Harold und Maude. Das ist eine fast 80-jährige, radikale Kämpferin mit langen Haaren, die Sex mit einem 20-Jährigen hat." Sie nennt Maude im Zusammenhang des Schönheitswahns und sagt hierzu in der FAZ: "[.] Ich hasse Schönheitsoperationen wie die Pest. Ich war als Kind schon so rliebt in Maude aus Harold und Maude und denke mir oft: Wenn ich jetzt erst fast dreißig bin, muss ich noch fünfzig Jahre warten, bis ich endlich aussehe wie Maude."
Trotz der großen Empörung in der Bevölkerung, will sich Charlotte Roche selber nicht als Skandalautorin sehen. SPIEGEL: Eine Skandalautorin, klingt das gut für Sie?
Roche: "Wenn ich Französin wäre, dann wäre das schick. Aber eine deutsche Skandalautorin? Das klingt gefährlich nach Eva Herman."


7 Fazit & persönliche Meinung

Feuchtgebiete ist ein Werk, das von sehr vielen Lesern missrstanden wurde.

Aufgrund der falschen Vermarktung des Buches war die Kaufmotivation vieler Leser wohl eine andere. Viele erwarteten einen detailliert beschriebenen Porno und wurden enttäuscht.

Die wenigsten Leser haben das Buch aufmerksam gelesen, was auch viele Rezensionen bestätigen: "Nach der Hälfte des Buches habe ich aufgehört zu lesen." Diese und ähnliche Bemerkungen liest man ziemlich häu in negatin Rezensionen.

Thomas Ettl urteilt in seinem psychoanalytischen Aufsatz über den Roman:
Bleibt festzuhalten, bei Feuchtgebiete handelt es sich um die Illustration des Erlebens, der Verarbeitungsmodi und der Spätfolgen früh Traumatisierter. Der Roman ist eine lehrbuchreife Fallgeschichte, die ins Regal der Psychotraumatologie gehört.

Und weiter:
Vorerst jedenfalls ein ´Hopeful End´, aber fraglos eine "Poetik des ruinierten Finales" für all jene, die der Geilheit auf den Leim gegangen sind.

Charlotte Roche wollte mit ihrem Erstlingswerk schockieren und auffallen. Das ist ihr zweifelsohne geglückt. Es eignet sich vor allem für sehr junge Frauen, die dieses Buch als Anleitung für ihre Körperfindung nehmen können. Als "Wichsvorlage" ist es weniger geeignet. Leider sind viele der beschriebenen Praktiken in Zeiten von Aids & Co. sehr fragwürdig.

Feuchtgebiete ist ein provokantes und nett zu lesendes Werk, wird aber schnell wieder in Vergessenheit geraten. Außer einer Welle der Entrüstung hat es wohl weder dem Feminismus, noch der Eindämmung des aus Amerika stammenden Hygienehypes genützt.
Der Nutzen des Romans ist nicht evident und auch nach gründlicher Analyse unauffindbar.









8 Quellenrzeichnis

Berkow, Robert (1999): MSD Manual Handbuch Gesundheit, München
de.wikipedia.org/wiki/Charlotte_Roche
de.wikipedia.org/wiki/Harold_und_Maude
de.wikipedia.org/wiki/Mukophagie
de.wikipedia.org/wiki/Popliteratur
de.wikipedia.org/wiki/PorNO-Kamne
Ebberfeld, Ingelore (2001): Körperdüfte, Königstein / Taunus
Eckardt, Jo (2005): Kinder und Trauma, Göttingen
Ernst, Thomas (2005): Popliteratur, Hamburg
Ettl, Thomas (2008): Feuchtgebiete oder die Wiederkehr des Leibes, erschienen in Psychoanalyse Aktuell, Online-Zeitung der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung
Roche, Charlotte (2008): Feuchtgebiete, Köln
www.amazon.de/Feuchtgebiete-Charlotte-Roche/dp/3832180575/ref=sr_1_1?ie= UT
F8&s=books&qid=1232276128&sr=8-l
www.amazon.de/review/product/3832180575/ref=cm_cr_pr_viewpnt_sr_1?%5Fencoding=U
TF8&showViewpoints=0&filterBy=addOneStar
www.bildblog.de/3029/runterputzfimmel/
www.buecher.de/shop/Rie-Rof/Roche-Charlotte/Feuchtgebiete/ products_products/ content/
www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/747181/
www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E7BE1D30BD6 184D68BD8B373CD6E02080~ATpl~Ecommon~Scontent.html
www.hepatitis.de/AllgemeineInformationenQQid-202-223.html
www.koelner.de/interviews/interviews/553/
www.lizzynet.de/dyn/22501.php?sid=97822006558304483923135973597780
(Isabelle Graw interviewt "Ausnahmefrau" Charlotte Roche, 2001)
www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,535158,00.html
www.spiegel.de/spiegel/0,1518,537317,00.html
www.spiegel.de/spiegel/0,1518,537317-2,00.html
www.vanityfair.de/articles/kultur/literatur/charlotte-roche/2008/06/30/1/10092/
www.vanityfair.de/biografien/charlotte-roche/0/1926.html
www.wdrblog.de/einslilitcologne/archis/2008/03/vamire_weekend.html
www.welt.de/kultur/article1678008/Charlotte_Roche_rirrt_sich_im_Feuchtgebiet. html (Moritz, Rainer, 2008)


Zur Abbildung auf S. 26

www.eichsfelder-tageblatt.de/storage/pic/artikel/dezentral/gt/kultur/2008/
04/235618_1_Charlotte_Roche_SPF.jpg
















Haupt | Fügen Sie Referat | Kontakt | Impressum







Neu artikel