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Projekt Die EU- Osterweiterung



Thema:

Die EU- Osterweiterung

Erhaltene Notenpunkte: 11

A1.:                     Überblick und aktueller Bezug


Die EU Osterweiterung ist ein wichtiges Thema, das alle Menschen, die in der EU leben, betrifft. Wenn die MOEL Länder zur EU angehören, werden sie auch Teil der Identität der EU. Mit dem Beitritt in die EU werden die Beziehungen zwischen den Staaten noch intensiver werden. Nicht nur der Handel wird ausgebaut, sondern auch die kulturellen Beziehungen. Durch den EU Beitritt bekommt die Bevölkerung die Chance, überall in der EU zu leben und zu arbeiten. Deswegen haben viele Angst, dass nach dem Beitritt in die EU eine Einwanderungswelle gen Westen wandert. Wirtschaftlich soll sich der EU Beitritt für alle Beteiligten lohnen, für den Osten bedeutet dies, sich stärker an den Westen zu binden, Anteil am Wohlstand zu erlangen und sich endgültig von der maroden Planwirtschaft zu trennen. Der Westen hingegen kann seinen Export durch die Vergrößerung des Binnenmarkts ausbauen. Für alle Beteiligten, das heißt auch für uns hier in Deutschland, festigt sich nach dem Beitritt der MOEL Länder in die NATO und EU die Sicherheitspolitik. Der Gefahr von Konflikten wird damit präventiv entgegengewirkt, denn Freiheit und Demokratie werden durch die Aufnahme in die EU stabilisiert und gesichert. Somit ist die EU Osterweiterung ein weiterer Schritt in ein sicheres Europa des 21. Jahrhunderts. Genaueres aber erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.

B.:              Worum geht es bei dem Thema?

B1.:           Worum handelt es sich bei der"Osterweiterung"?

"Die EU Osterweiterung ist ein Programm der Europäischen Union, das auf Schaffung eines friedlichen und prosperierenden Gesamteuropas zielt, indem es zur Stabilisierung von Demokratie und Marktwirtschaft in den Staaten Mittel- und Osteuropas (MOE- Staaten) beiträgt" (Zit.: M.  Kreile in W. Weidenfeld, Europa Handbuch, S.802). So haben die MOEL- 10 Staaten (das sind Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Slowakei, Slowenien, und die Tschechische Republik) und 3 weitere europäische Staaten (Türkei, Zypern und Malta)  in Brüssel den Antrag zum Beitritt in die Europäische Union gestellt. Durch den Beitritt der MOE- Staaten würde eine riesige Modernisierungsmaschinerie der EU für die Nachholbedürftigen, noch immer postkommunistisch geprägten osteuropäischen Staaten in Gang gesetzt werden, um sie für den europäischen Binnenmarkt wettbewerbsfähig zu machen. Gemessen an den ärmsten Länder der EU- 15 liegt das Pro- Kopf Einkommen der MOE- Länder weit unter dem der EU Staaten. Für den Beitritt in die EU müssten die Kandidaten erhebliche Grundvoraussetzungen erfüllen. Diese beschloss der Europäische Rat im Juni 1993 in Kopenhagen:

(1.)   "Stabilität der Demokratie und ihrer Institutionen (Rechtsstaat, Mehrparteiensystem, Menschenrechte, Schutz von Minderheiten, Pluralismus etc.).

(2.)   Eine funktionierende Marktwirtschaft, die dem Wettbewerbsdruck im Binnenmarkt standhält;

(3.)   Die Fähigkeit zur Übernahme der Rechte und Pflichten, die sich aus dem rechtlichen Besitzstand der EU ergeben.

(4.)   Das Einverständnis mit den Zielen der politischen Union sowie der Wirtschafts- und Währungsunion.

(5.)   Den gemeinschaftlichen Besitzstand zu wahren und eine weitere Vertiefung der Integration als realistische Perspektive aufrechtzuerhalten."

(Zit. nach Lippert B., Europa a. d. Schwelle z. 21. Jahrhundert, S.223)

Wenn all diese Grundvorrausetzungen erfüllt sind, steht den Verhandlungen zu einem Beitritt nichts mehr im Wege.  

B2.:                     Was wird wohin erweitert?

(Im folgenden beziehe ich meine Quellen aus dem Buch "Europa an der Schwelle zum 21.Jahrhundert" S.220- 222)

Zur Europäischen Union gehören bisher folgende Staaten; Luxemburg; Dänemark, Österreich, Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande, Großbritannien, Schweden, Finnland, Irland, Spanien, Portugal und Griechenland. Zusammen bilden sie seit 1995 die EU 15. In den EU 15 Staaten leben momentan ca. 370 Millionen Menschen. Beworben für die Aufnahme in die EU haben sich folgende Kandidaten: Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Slowakei, Slowenien, und die Tschechische Republik, sowie Zypern, das vorab schon eine Zusage für Verhandlungen bekam. Ein Antrag der Türkei dagegen wurde wegen Nichterfüllung der Grundvoraussetzungen abgelehnt. Der Europäische Rat einigte sich im Dezember 1997 in Luxemburg darauf, wie, wann und unter welchen Bedingungen die Verhandlungen beginnen werden. So begann am 30. März 1998 der offizielle Beitritts- und Verhandlungsprozess für die MOE- 10 Staaten und Zypern, wobei auf Empfehlung der Europäischen Kommission ausschließlich mit Polen, Ungarn, Tschechien, Slowakei, Estland und Zypern intensivere Verhandlungen begonnen wurden. Diese Länder erhielten somit die Chance in einer ersten Erweiterungswelle beteiligt zu sein. Falls also das Aufnahmeverfahren sich schnell und reibungslos vollziehen würde, wäre es möglich, dass bereits in den Jahren 2002 oder 2003 osteuropäische Kommissare in Brüssel säßen. Damit würde sich die bisherige Bevölkerungszahl von 370 Millionen Bürgern auf 500 Millionen erhöhen. Die anderen 5 Staaten (Slowakei, Litauen, Lettland, Rumänien und Bulgarien) hätten jedoch weiterhin die Chance auf konkrete Verhandlungen. Wenn sie die Grundvoraussetzungen erfüllen würden, könnten jedoch momentan noch jederzeit Staaten zur ersten Erweiterungswelle dazustoßen. Nach jüngsten Verhandlungstendenzen auf einem Gipfel in Südschweden könnte sich die erste Beitrittswelle in die EU schon am 1. Januar 2004 in Gang setzen. (Meldung in der FTD vom 23.4.2001, oder www.ftd.de/osterweiterung).



C1.:           Welches ist das Selbstverständnis der Europäischen Union?

Nach dem 2. Weltkrieg war Europa fast ganz vom Krieg zerstört und lag wirtschaftlich am Boden. Es fehlten Perspektiven für ein friedliches Zusammenleben unter den Staaten. Erste Anstöße für eine wirtschaftliche Zusammenarbeit brachte der amerikanische Marshall Plan (Frühling 1948), der Europa wieder aufbauen, und wieder in die Weltwirtschaft eingliedern sollte. Schon im Mai des Jahres 1949 wurde der Europarat gegründet, dem damals alle freien europäischen Staaten beitraten. Die Hauptbestrebungen waren, Deutschland und Frankreich politisch wieder zu versöhnen, sowie die Förderung des Wiederaufbaus Europas durch enge Zusammenarbeit und den Schutz für ein freies Europa vor dem kommunistischen Osten. Am 8.4.1965 wurde in Brüssel der Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft (EG) unterzeichnet. Die EG entstand aus der EGKS (Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl), der EWG (Europäischer Wirtschaftsgemeinschaft/Ziel: schrittweise Verschmelzung Volkswirtschaften und damit eine Schaffung eines großen gemeinsamen Marktes), sowie EAG (Europäischen Atomgemeinschaft/Ziel: friedliche Nutzung der Kernenergie). Die drei Gemeinschaften erhielten einen gemeinsamen Rat (Ministerrat), eine gemeinsame Kommission, die heute das Europäische Parlament darstellt, sowie einen Gerichtshof. "Die Europäsche Gemeinschaft wurde durch ihre Dynamik zum Kern europäischer Einigungsbestrebungen."(E. Thiel, Die Europäische Union, S.12). So hat sich die EG seit ihrer Gründung in den 50ziger Jahren erstaunlich entwickelt. Noch in den 50zigern bestand sie aus 6 Staaten und ist heute bis auf 15 Mitgliedsstaaten angestiegen. So heißt die EG seit dem Vertrag von Maastricht 1991 Europäische Union (EU). Sie besteht aus drei Pfeilern, unter denen unter anderem die EG steht, die GASP (Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik) und der JI (Justiz und Inneres). Die EU selbst versteht sich als eine Gemeinschaft, die für eine Achtung aller Grundfreiheiten sorgt (Freiheit, Menschenrechte etc.) sowie für die Schaffung bzw. Erhaltung der marktwirtschaftlichen Ordnung. "Ziel der Gemeinschaft war und ist es, die Beziehungen zwischen den Mitgliedsstaaten immer enger werden zu lassen." (E. Thiel, Die Europäische Union, S.27).

C2.:           Was verspricht sich die bestehende Organisation von der Erweiterung?

Für die EU ist die Osterweiterung eine historisch-moralische Verpflichtung. Nach dem 2. Weltkrieg verlor West-Europa den Osten, Polen wäre sicher nicht ohne den 2. Weltkrieg in die Hände des Kommunismus getrieben worden. So ist die Osterweiterung auch eine Art Wiedergutmachung für die Teilung des Kontinents durch den 2. Weltkrieg. Außerdem verbindet West-Europa mit den MOE -Staaten auch viele kulturelle Gemeinsamkeiten und Traditionen. Aber ein wichtiger Punkt für die Europäische Union ist auch die Stabilisierung bzw. Angleichung der MOE- Staaten an Westeuropäische Standards. Ein Hauptpunkt der Erweiterungspolitik ist die Förderung der Demokratie und Marktwirtschaft, denn die EU hat auch ein Eigeninteresse an der Förderung der Wirtschaft und der damit verbundenen dortigen Verbesserung des Lebensstandards. Für die EU ist die Osterweiterung auch eine Art Präventivmaßnahme, denn am Beispiel Kosovo können wir sehen, welche Problematik von unterschiedlichen Bevölkerungskonstellationen ausgehen kann.   Auf das Modell von ganz Europa lässt sich sicher dies übertragen: "Je höher das Durchschnittseinkommen in einer Gemeinschaft ist und je ungleichmäßiger dieses verteilt ist, desto größer ist auch der Reiz, Verbrechen zu begehen." (Zit. A. Fourcans, Die Welt der Wirtschaft, S.159). Es können sich leicht Konflikte auf Grund von Verarmung bzw. unterschiedlicher Besitzverhältnisse bilden. Somit ist die Osterweiterung auch eine Verbesserung des Sicherheitsgefüges ganz Europas. Natürlich hat die Osterweiterung der EU nicht nur sicherheitspolitische, sondern auch wirtschaftliche Vorteile. Eine Erweiterung der EU würde einen europäischen Binnenmarkt von 480 Millionen Einwohnern schaffen, das wirtschaftliche Gewicht Europas in der ganzen Welt wäre damit gestärkt. Innerhalb der EU- Staaten trägt die Osterweiterung schon jetzt akzeptable Exportergebnisse. "Die deutsche Wirtschaft könnte davon besonders profitieren, weil sie über das passende Sortiment für den Bedarf der Beitrittsländer verfüge. Das gilt etwa für die exportstarken Branchen Maschinenbau, Elektrotechnik und Fahrzeugbau." (Zit.: FTD vom 17.4.2001 www.ftd.de/pw/eu/FTDB74IEGLC.html?nv=se)  "Generell gilt: Je stärker die Kaufkraft der Bevölkerung in den MOEL, desto größer sind die Nachfrage- und Absatzchancen für Anbieter aus der alten EU; je eher die Bevölkerung der MOEL in ihren angestammten Regionen eine angemessen bezahlte Arbeit findet, desto geringer wird die Arbeitskraftwanderung in Richtung Westen." (Zit: B. Lippert in B. Lippert,1998, S.222). Ein weiterer angenehmer Effekt der Ostererweiterung wird die Verbesserungen der ökologischen Bedingungen in den MOEL sein, denn im Rahmen der Modernisierung werden die Anlagen (wie z.B. Fabriken, Autos) umweltfreundlicher werden. Dies wirkt sich dann auf ganz Europa aus, durch Verringerung der Verschmutzung von Binnengewässern oder der Luft. Außerdem erhofft sich die EU eine Verbesserung der Kooperation bei der Bekämpfung des organisierten Verbrechens, denn die Mafia, Autoschieberbanden und Drogenhändler haben noch immer viele Schlupflöcher, um erfolgreich zu agieren.

C3.:                     Was versprechen sich die Kandidaten von ihrer Aufnahme in die EU?

Die Motive der MOE Staaten für den Beitritt in die EU sind relativ einfach zu erklären.

In erster Linie sind es wirtschaftliche Gründe, die die  MOE- Staaten zur Aufnahme in die EU ziehen. Nach dem Zerfall des Ostblocks und der damit verbundenen Wandlung von der Diktatur zur Demokratie und von der sozialistischen Planwirtschaft zur Marktwirtschaft ist es für die MOE- Staaten die einzige wirtschaftliche plausible Reaktion auf ihre momentane Lage. Andernfalls müssten sich die MOE- Staaten gen Russland wenden, was zur Zeit sowieso wirtschaftlich in einer Krise steht. "Die meisten beitrittsuchenden MOE- Staaten haben nach dem Zusammenbruch des sozialistischen Intra- Block- Handels ihren Außenhandel zu mehr als 50 Prozent auf den EU- Markt umorientiert, so dass ein völliger Marktwechsel stattgefunden hat." (Zit.: B. Lippert in B. Lippert,1998, S.221). Im Hinblick für die Aufnahme in die EU würde sich für die MOE- Staaten eine Modernisierungsmaschinerie in Gang setzen. Für den Osten würde dies bedeuten, wirtschaftlich erfolgreicher zu werden und mehr Wohlstand in seine Regionen zu bringen. Außerdem würde sich mit dem Beitritt in die EU für sie ein riesiger freier Binnenmarkt eröffnen (keine Zölle, Grenzkontrollen etc.). Viele der Staaten sind schon jetzt eng wirtschaftlich mit der EU verflochten, jedoch haben sie keinen Einfluss auf Entscheidungen, die innerhalb der EU getroffen werden. Mit einer Aufnahme in die EU würde sich dies natürlich grundlegend ändern. Ein weiterer Grund für den Beitritt der MOEL in die EU ist eine feste Verankerung im Westen. Nach dem Beitritt der Staaten in die Nato ist der Beitritt in die EU ein weiterer Schritt gen Westen.




C4.:                     Welche Einwände haben die Kritiker auf beiden Seiten?

- 4.1. Kritiker auf der Seite der EU

(Im folgenden beziehe ich meine Quellen aus dem Buch "Europa an der Schwelle zum 21.Jahrhundert" S.229- 231)

Im Hinblick auf die Osterweiterung werden drei wichtige Punkte kritisiert, die vor allem auf einem Reformstau basieren. Dies ist zum einen die vereinbarende Ordnung der Finanzen, zweitens die notwendige Reform für Agrar- und Strukturpolitik, sowie eine Reform für die Institutionen und Verfahrensweisen. Die Probleme selbst haben nur wenig mit der Osterweiterung zu tun. Sie sind jedoch Folge halbherziger Reformanstrengungen, man müsse, so die Kritiker, diese in den Griff bekommen, ehe eine durch die Ostererweiterung bedingte, finanzielle Mehrbelastung die EU schröpft. Skeptiker warnen vor einer drohenden Selbstblockade im Laufe des Erweiterungsprozesses oder einer vorschnellen Erweiterung der Kosten der Funktionsfähigkeit der EU, dies geht bis hin zum Auflösungsgedanken der Integrationsgemeinschaft. Viele streiten darüber, wer wie viel eigentlich für die Ostererweiterung zahlen muss, so kommt zwar der politische Nutzen allen EU- Mitgliedsstaaten zugute, jedoch nicht der finanzielle bzw. wirtschaftliche Nutzen, denn durch die Aufnahme der MOEL- 10 wachsen nicht nur neue Kunde für den freien Binnenmarkt in der EU heran, sondern auch Konkurrenten. Südliche Länder, wie z.B. Spanien oder Portugal werden in den MOE- Staaten in erster Linie einen Konkurrenten sehen. Wie sie, sind die MOEL z.B. auf die Bekleidungs- und Stahlindustrie spezialisiert. Außerdem stehen im momentanen EU- Budget für die genannten Länder Spanien und Portugal keine weiteren Mittel für eine Erhöhung der Strukturförderung zur Verfügung. Viele Südländer beklagen, dass für sie das Verhältnis von Kosten und Nutzen der Osterweiterung unproportional ausfällt. Dadurch steht ein Nord- Süd Interessenskonflikt der EU ins Haus. Wie oben genannt, empfehlen viele Kritiker eine Reform der Institutionen und Verfahrensweisen vor der EU- Erweiterung, denn niemand weiß wirklich genau, ob die eigens für eine kleine EU konzipierten Entscheidungsverfahren und Organe in einer stark vergrößerten EU funktionieren. Deswegen wurden in Amsterdam schon einige Eckpunkte formuliert, die die Effizienz der Entscheidungsverfahren sichern soll. Ein weiterer heikler Punkt ist die Erhöhung der Bevölkerungszahl proportional zu Erhöhung des Bruttosozialprodukts, denn mit der Osterweiterung erhöht sich die Zahl der Bevölkerung von 370 auf 480 Mio. Menschen, das Bruttosozialprodukt jedoch nur um ca. fünf Prozent. Damit eröffnet sich ein neues Problem im Rahmen der Strukturpolitik. Bisher waren 51 Prozent der Bevölkerung in der EU förderfähig, mit der Osterweiterung aber steigt die Zahl der Länder, die eine Strukturförderung benötigen. Das heißt, in Zahlen verringert sich der Prozentsatz der förderfähigen Bevölkerung von 51 auf 35-40 Prozent. "Jeder dritte Deutsche beurteilt die Osterweiterung der Europäischen Union (EU) pessimistisch: Die Erweiterung bringe für Deutschland eher Nach- als Vorteile, davon sind 34 Prozent der Deutschen überzeugt." (Zit.: nach FTD vom 22.11.2000, www.ftd.de/pw/de/FTDS51QPTFC.html?nv=se). Die Meinungen über die EU- Osterweiterung sind sehr gespalten, viele Größen in der Wirtschaft kritisieren, dass die Osterweiterung noch zu früh für die betroffenen Länder komme, die Länder sollten sich erst noch besser entwickeln und dann beitreten. Nach Schätzung von Analysten seien noch weitere 120 Mrd. Euro fällig, damit die Kandidatenländer die vorgeschriebenen Umweltstandards erfüllen. Die EU- Erweiterung bringt noch zahlreiche weitere Faktoren mit sich, die die EU viel Geld kosten könnte. So haben viele Angst, dass die EU Osterweiterung sich auch mittelfristig wirtschaftlich nicht lohnen könnte.   

C4.:           - 4.2. Kritik auf der Seite der Kandidaten

(Teile der im folgenden Text genannten Informationen beziehe ich von Michael Dauderstäd in "Integration 3/98")

Mit dem Beitritt in die EU entstehen für die Kandidatenländer nicht nur Vorteile. Durch den Übergang in die EU kommen auch neue Probleme hinzu, es wird neue Arbeitslosigkeit geben und damit verbunden auch neue Armut. Viele werden im Laufe des Anpassungsprozesses auf der Strecke bleiben, denn durch die Öffnung für einen freien Binnenmarkt vergrößert sich auch die Konkurrenz untereinander. Produkte, wie z.B. der Arznei- Industrie, werden teils für den Verkauf in der EU nicht freigegeben. Fachleute befürchten, dass alleine 30 Prozent der angebotenen Arzneimittel nicht den EU Normen entsprechen. Produkte aus den MOE- Ländern könnten meist günstiger im Vergleich zu den EU Ländern produziert werden, dies ginge aber oft auf Kosten der Qualität. Durch den EU Beitritt gehen den Staaten auch Teile ihrer nationalen Souveränität verloren. So müssten sich die Kandidaten den Entscheidungen europäischer Institutionen beugen, auf die sie im momentanen System relativ wenig Einfluss hätten. Anfang 1993 lag die Zustimmung der Bevölkerung in den Kandidatenländern zwischen 80 und 90 Prozent, nun, nach 4 Jahren liegt die Zustimmung für einen Beitritt in die EU deutlich unter 80 Prozent. Ein extremes Beispiel; in Estland lag die Zustimmung für einen Beitritt in die EU 1993 bei etwa 80 Prozent, 1997 dagegen, befürworteten lediglich noch 30 Prozent einen Beitritt in die EU. (Quelle: Eurobarometer 1993, 1996, 1997) Diese Entwicklung ist vor allen Dingen auf erste Probleme bei den Beitrittsverhandlungen zurückzuführen.



D.:             Zusammenfassung und Stellungnahme

Die EU- Osterweiterung ist ein Programm der EU, um den Frieden innerhalb Europas für die Zukunft zu sichern. Mit der Aufnahme in die EU soll die Demokratie gefördert und die Marktwirtschaft stabilisiert werden. Mit den Modernisierungshilfen der EU wird die Wirtschaft der MOE- Länder belebt und damit die dortigen Lebensstandards angehoben. Durch die Steigerung des Wohlstands und der Sicherung der Demokratie würden sich die Risiken, die noch vom alten Ost- West Konflikt ausgehen, stark minimieren. Beide Parteien haben somit einen Ansporn, damit der Beitritt in die EU erfolgreich wird. Die Kandidaten werden sich bemühen, die Beitrittskriterien zu erfüllen und die EU die MOE- Länder für den Wettbewerb fit zu machen. Natürlich ist die Aufnahme der MOEL in die EU ein weiterer Schritt, die wirtschaftlichen Beziehungen noch zu verstärken. Schon jetzt erscheinen passable Zahlen für die deutsche Exportwirtschaft. Die Nachfrage in den MOEL Staaten nach Investitionsgütern zur Modernisierung ist sehr hoch. So haben Deutschland und auch andere europäische Länder einen guten Absatzmarkt für ihre Produkte und Güter gefunden. Mit der Aufnahme in die EU wird aber auch der Europäische Binnenmarkt vergrößert, das heißt auch, dass sich bestimmt Wirtschaftszweige auf mehr Konkurrenz und Wettbewerb einstellen müssen. "Insofern ist die Osterweiterung vor allem ein politisches Projekt. Sie signalisiert die politische Gestaltungs- und wirtschaftliche Leistungskraft der EU." (Zit.: B. Lippert in Europa a. d. Schwelle z. 21. Jahrhundert, S. 231). Bis zur Aufnahme der MOE- Staaten wird sich die EU noch einigen Herausforderungen stellen müssen. Den Mitgliedern und Kandidaten stehen lange und schwierige Beitrittsverhandlungen bevor. Die EU muss noch einige Reformen im Agrar- und Strukturförderungssektor vollziehen. Es stehen der EU also noch ein paar wirklich schwere Aufgaben ins Haus, für die Lösungen gefunden werden müssen.

Ich persönlich halte die Osterweiterung für eine gute Sache, gerade für ein Deutschland, das auf dem Sektor für Produktions- und Investitionsgüter spezialisiert ist. Auch durch den Verlauf unserer Geschichte sind wir es den anderen Ländern schuldig, ihnen zu helfen und die Überreste des Kommunismus los zu werden. Meiner Meinung nach aber sollte sich die EU  keinesfalls übernehmen, die noch immer im Vergleich zu den EU Mitgliedern schwachen Kandidaten aufzunehmen. Die EU wird für die Osterweiterung enorme Mengen Geld ausgeben, trotzdem gibt es in der EU noch immer relativ viele wirtschaftlich schwache Mitglieder, wie z.B. Griechenland. Vielleicht wäre es besser Teile der Gelder zuerst in schwächere Mitglieder zu investieren, damit diese selbst auch später dazu beitragen könnten, die Kosten für die Osterweiterung mitzutragen. Sicher ist bis jetzt auch noch nicht, wie sich die Einführung des Euro auf die Wirtschaft in Europa auswirken wird. Somit sind noch viele unwägbare Faktoren vorhanden, die die Zukunft der EU beeinflussen können und werden. Doch wenn die EU das Ziel hat, einmal die wirtschaftliche Weltmacht zu erlangen und den Dollar durch den Euro zu ersetzen, dann denke ich, dass die Osterweiterung eine sinnvolle wirtschaftliche Symbiose der EU und den Kandidaten ist. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass sich langfristig für alle Beteiligten ein Wohlstandsgewinn einstellen wird. In einem Europa des 21. Jahrhundert darf es einfach keine so unterschiedlichen Wohlstandsverhältnisse mehr geben.      

E.: Literaturliste:

- A. Fourcans, Die Welt der Wirtschaft, Frankfurt/Main 1999

- E. Thiel, Die Europäische Union, München 1999

- Lippert B.: Erweiterung der Europäischen Union- Chancen und Risiken. In:   Europa an der Schwelle zum 21. Jahrhundert, Bonn 1998 vom Institut für Europäische Politik (bzw. B. Lippert)

- M. Dauderstädt, Europaskepsis im Osten: Schwierigkeiten und Bedenken beim EU-Beitritt. In: Integration 3/98, 1998

- M. Kreile in W. Weidenfeld, Europa Handbuch, Bonn 1999

- Zeitungsartikel aus Financial Times Deutschland, Hamburg

            nach FTD vom 17.04.2001 www.ftd.de/pw/eu/FTDB74IEGLC.html?nv=se

nach FTD vom 22.11.2000 www.ftd.de/pw/de/FTDS51QPTFC.html?nv=se

nach FTD vom 23.04.2001 www.ftd.de/osterweiterung

 










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