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Polen




Polen

1.Allgemein:

Polen, amtlich Republik Polen (Rzeczpospolita Polska), Staat im östlichen Mitteleuropa. Polen grenzt im Norden an die Ostsee und Russland; im Osten an Litauen, Weißrussland und die Ukraine; im Süden an die Slowakei und die Tschechische Republik und im Westen an die Bundesrepublik Deutschland.

 

 

2.Geographie:



Der ausgedehnte nördliche Teil wird vom polnischen Tief- und Plattenland eingenommen. Die Küstenregion ist zwischen 40 und 100 Kilometer breit und erstreckt sich entlang der gesamten Ostseeküste, von der 491 Kilometer zu polnischem Staatsgebiet zählen. Sie weist nur wenige Buchten auf; die markantesten Einschnitte sind die Pommersche Bucht im Westen und die Danziger Bucht bei Gdańsk (Danzig) im Osten.

Das südliche Drittel von Polen besteht aus Mittel- und Hochgebirgen, die durch Beckenlandschaften voneinander getrennt sind. Die höchsten Erhebungen des Landes gehören zu den Westkarpaten mit den Gebirgszügen der Hohen Tatra und der Beskiden. Der höchste Gipfel des Landes ist die Meeraugspitze (Rysyspitze), die eine Höhe von 2 499 Metern aufweist. Die Sudeten im Südwesten erreichen in der Schneekoppe, die zum Riesengebirge gehört, 1 603 Meter Höhe. Über diesen Gipfel verläuft die Grenze zur Tschechischen Republik. Nördlich der Gebirge befinden sich eine Reihe von Vorgebirgen, das Oberschlesische Becken und das Kleinpolnische Berg- und Hügelland.

 

2.1 Flüsse und Seen:

Nahezu alle Flüsse in Polen gehören zum Einzugsgebiet von Oder und Weichsel, die nach Norden in die Ostsee münden. Polen umfasst etwa 10 000 Seen mit einer Fläche von mehr als einem Hektar. Die seenreichsten Gebiete sind der Baltische Höhenrücken und die Seenplatten entlang der Küste. Die meisten der rund 120 künstlichen Stauseen liegen in den Mittelgebirgen. Ein ernsthaftes Problem ist die Wasserbelastung. Viele der Stauseen sind stark verschmutzt. Auch die Ostsee und die Flüsse - vor allem Weichsel, Bober, Nida, Wislok und Bug - haben unter der jahrelangen Einleitung von ungeklärtem Abwasser aus Industrie und Haushalten gelitten. Zwar gibt es umfangreiche Bemühungen, die Filterung und Wasseraufbereitung zu verbessern, aber noch immer sind etwa die Hälfte der polnischen Fabriken und rund 40 Prozent der Städte nicht an Kläranlagen angeschlossen.

So wie auf diesem Bild sieht es in Polen vielen Orts aus

3.Klima

Polen liegt im Übergangsbereich zwischen dem ozeanisch geprägten Klima Mitteleuropas und dem kontinentalen Klima Osteuropas. Das Klima im Westen wird noch durch den Golfstrom beeinflusst, nach Osten werden die Temperaturunterschiede im Jahresverlauf größer.

Die mittleren Temperaturen im Januar reichen von -1 °C im Westen bis zu -5 °C in den Mittel- und Hochgebirgen der südlichen Landesteile. Im Sommer reichen die Durchschnittstemperaturen von rund 17 °C an der Ostsee bis etwa 20 °C im Südosten. Die höchsten Temperaturen können örtlich über 40 °C liegen, im Winter können -42 °C erreicht werden.

Die durchschnittliche Niederschlagsmenge beträgt in Polen nur 610 Millimeter; in den Gebirgen liegt sie zwischen 1 200 und 1 500 Millimetern, in den Ebenen um 500 Millimeter.

 

4.Flora und Fauna

Polen war ursprünglich zu großen Teilen mit Laub- und Mischwäldern bestanden. Heute sind 30,6 Prozent der Landesfläche bewaldet (stand 2000), wobei vier Fünftel der Wälder aus Nadelwäldern bestehen. Hier sind Kiefern neben Fichten, Lärchen und Tannen vorherrschend. Seltener sind Eichen-Hainbuchenwälder oder reine Buchenwälder. In den zahlreichen Feuchtgebieten dominieren Erlen, Weiden und Pappeln; im nördlichen Polen existieren noch größere Moore. Viele Wälder wurden abgeholzt, um Ackerland zu gewinnen. Ein Großteil ist durch regionale Luftverschmutzung stark geschädigt, vor allem in den südlichen Mittelgebirgen. Andererseits gibt es insbesondere in den zahlreichen Schutzgebieten noch Urwälder.

 

 

 

 

5.Tiere

Polens Tierwelt ist sehr artenreich, vor allem in den Nationalparks. Im Nationalpark Białowieza, direkt an der Grenze zu Weißrussland gibt es Wisente die in Europa heute sehr selten sind.

In den Hochgebirgen leben noch Wölfe und Braunbären, weitere bemerkenswerte Säugetiere sind Luchse, Wildkatzen, Marderhunde, Fischotter, Elche, Mufflons, Gämsen, Biber, Feldhamster, Perlziesel und Schneehasen. Zur vielfältigen Vogelwelt gehören Großtrappen, Auerhühner, Weiß- und Schwarzstörche sowie See-, Fisch- und Schreiadler.

Polen verfügt über 17 Nationalparks. Insgesamt stehen 9,1 Prozent (2000) der Landesfläche unter Naturschutz

Wisente:                                                                Auerhuhn:

Braunbär:

6.Bevölkerung

Die Einwohnerzahl Polens beträgt 38,6 Millionen (2003). Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte liegt bei 124 Einwohnern pro Quadratkilometer, variiert aber stark zwischen dem relativ dicht besiedelten Süden und dem Norden. Das Wachstum der Bevölkerung beträgt 0 Prozent im Jahr (2003).

Etwa 98 Prozent der Bevölkerung sind Polen. Die größten ethnischen Minderheiten sind Ukrainer und Weißrussen, zu den kleineren Gruppen gehören u. a. Slowaken, Tschechen, Litauer, Deutsche, Roma und Juden.

Die Verstädterung hat seit dem Ende des 2. Weltkrieges zugenommen; mittlerweile leben 63 Prozent der Bevölkerung in Städten (2001). Obwohl die Bevölkerung vergleichsweise jung ist, nimmt das Durchschnittsalter ständig zu.

6.1.Sprache

Die Amtssprache ist Polnisch, das zum westlichen Zweig der slawischen Sprachen gehört und von nahezu 100 Prozent der Bevölkerung gesprochen wird. Minderheitensprachen sind Deutsch, Litauisch, Weißrussisch und Ukrainisch. Zudem existieren zahlreiche Dialekte, die teilweise deutsche und ukrainische Einflüsse widerspiegeln und in erster Linie von älteren Menschen gesprochen werden. Man unterscheidet u. a. Schlesisch (im Südwesten), Masowisch (im Nordosten), Kaschubisch (westlich von Danzig), Großpolnisch (in der Region Posen), Kleinpolnisch (im Südosten). Polnisch wird mit lateinischen Buchstaben geschrieben, gegenüber dem deutschen Alphabet gibt es einige zusätzliche Buchstaben und Sonderzeichen.



 

 

 

 

 

6.2. Wichtige Städte

Über 40 Städte haben mehr als 100 000 Einwohner, aber nur in fünf von ihnen leben mehr als 500 000 Menschen. Die größten Städte sind:

Warszawa (Warschau 1,62 Millionen ) (Haupstadt)

Lódź (807 000)

Kraków (Krakau, 741 000)

Wrocław (Breslau, 638 000)

Poznań (Posen, 578 000)

Gdańsk (Danzig, 459 000)

Szczecin (Stettin, 417 000)

Bydgoszcz (Bromberg, 387 000)

Katowice (Kattowitz, 346 000)

Lublin (356 000)

Marktplatz in Warschau

6.3. Religion

Etwa 91 Prozent der Polen bekennen sich zum katholischen Glauben. Die katholische Kirche mit mehr als 8 900 Gemeinden übt einen bedeutenden gesellschaftlichen Einfluss aus. 1978 wurde der polnische Kardinal Karol Wojtyła zum Papst gewählt und nahm den Namen Johannes Paul II. an. In Polen gibt es noch etwa 35 weitere Kirchen und Religionsgemeinschaften, die zusammen etwa 900 000 Mitglieder haben. Die größten dieser Gemeinschaften sind die polnisch-orthodoxe Kirche mit etwa 570 000 Anhängern und die evangelisch-lutherische Kirche (etwa 100 000 Mitglieder). Zudem leben in Polen etwa 10 000 Juden.

6.4 Feiertage

Der Neujahrstag wird in Polen am 1. Januar gefeiert. Der Ostermontag ist ein gesetzlicher Feiertag. Am 1. Mai ist Tag der Arbeit. Fronleichnam findet am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitssonntag (Sonntag nach Pfingsten, 50 Tage nach Ostern) statt. Mariä Himmelfahrt findet am 15. August statt. Am Polnischen Solidaritätstag (31. August) wird die Gründung von Solidarność ("Solidarität"), der Gewerkschaft, die das Ende des polnischen Kommunismus 1989 herbeiführte, gefeiert. Allerheiligen (1. November) ehrt die Heiligen des Christentums. Weihnachten ist Polens wichtigster Feiertag. Am Heiligen Abend, dem wichtigsten Weihnachtsfeiertag, versammelt sich die Familie zu einem Festmahl.

An Weihnachten werden, fast überall wo dieses Fest begangen wird, auch feierliche Weihnachtslieder gesungen. Die Abbildung zeigt polnische Frauen in traditioneller Tracht, die sich versammelt haben, um Choräle zu singen.

6.5. Soziales

Die Arbeitslosenrate in Polen liegt bei 16,7 Prozent (2000).

Die Kindersterblichkeitsrate beträgt 9 Sterbefälle pro 1 000 Lebendgeburten (2003). Die mittlere Lebenserwartung liegt bei 69,8 Jahren für Männer und 78,3 Jahren für Frauen (2003). In der Volksrepublik Polen gibt es ein ausgedehntes Sozialsystem. Zu den umfassenden Sozialausgaben gehören neben dem sozialen Wohnungsbau und Preissubventionen auch Pensionen und verschiedene Formen der Krankenfürsorge.

7. Bildung

 

Der Schulbesuch ist kostenlos, es besteht eine allgemeine Schulpflicht von 9 Jahren (2000). Nach dem Abschluss der achtjährigen Hauptschule gehen fast alle Jugendlichen auf weiterführende Schulen. Etwa 20 Prozent von ihnen besuchen allgemein bildende Schulen, an denen sie für höhere Lehranstalten oder die Universität vorbereitet werden.

 

 

 

8. Politik

 

Polen gehört seit dem 1. Mai 2004 zur Europäischen Union.

8.1.Exekutive:

Staatsoberhaupt ist der Präsident, der für eine Regierungszeit von fünf Jahren direkt vom Volk gewählt wird und einmal wiedergewählt werden darf (die ersten Präsidentschaftswahlen fanden 1990 statt). Er bildet zusammen mit dem Ministerrat (Regierung) unter Führung des Ministerpräsidenten die Exekutive. Der Präsident kann unter bestimmten Bedingungen das Parlament auflösen und Neuwahlen ausschreiben. Der Ministerpräsident wird vom Präsidenten ernannt, muss aber vom Parlament bestätigt werden.

Aleksander Kwasniewski der Präsident Polens ist seit dem

22. Dezember 1995 im Amt.




Der polnische Regierungschef heißt Marek Belka und ist nach dem Rücktritt von Leszek Miller am 2. Mai 2004 neuer Regierungschef.

Marek Belka (51)

 

8.2. Legislative

Die Gesetzgebung liegt bei einem Zweikammerparlament, bestehend aus dem Sejm (Unterhaus) mit 460 Abgeordneten, der die oberste legislative Instanz bildet, und dem Senat (Oberhaus) mit 100 Mitgliedern, der die Regionsvertreter versammelt und an der Gesetzgebung mitwirkt. Beide Kammern bilden zusammen die Nationalversammlung. Die Wahlperiode liegt für beide Häuser bei vier Jahren.

Bestimmungen für bestimmte Mindeststimmzahlen; um im Parlament vertreten zu sein, muss eine Einzelpartei eine Fünfprozenthürde überwinden, Wahlbündnisse müssen mindestens 8 Prozent der Stimmen erreichen. Wahlberechtigt sind alle Bürger ab dem 18. Lebensjahr

 

8.3.Judikative

Nach einer grundlegenden Reform des Gerichtswesens im Dezember 1989 obliegt die Rechtsprechung dem Obersten Gerichtshof, den Gerichten der Wojwodschaften (erste und zweite Instanz bei allen Zivil- und Strafsachen) sowie weiteren Gerichten. Die Aufsicht für alle nachgeordneten Gerichte liegt beim Obersten Gerichtshof. Daneben gibt es eine Verwaltungs- und eine Verfassungsgerichtsbarkeit.

8.4.Politische Parteien

Die nach den Parlamentswahlen vom September 2001 im Sejm vertretenen Parteien sind das Bündnis der Demokratischen Linken (SLD), hervorgegangen u. a. aus der kommunistischen Vereinigten Polnischen Arbeiterpartei (PZPR); die Union der Arbeit (UP); die liberal-konservative Bürgerplattform (PO); die Bewegung Samoobrona ("Selbstverteidigung"); die konservative Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS); die Bauernpartei PSL und die katholisch-nationale Liga der polnischen Familien (LPR).

 

9. Verteidigung

Die Streitkräfte haben eine Stärke von 163 000 Soldaten (2001), davon im Heer 104 500, in der Marine 14 300 und in der Luftwaffe 36 450. Es besteht eine allgemeine Wehrpflicht mit einer Dauer von 18 Monaten (bei der Marine zwei Jahre). Zur Ausrüstung der polnischen Armee gehören etwa 2 800 Panzer, 500 Kampfflugzeuge, drei U-Boote, ein Zerstörer sowie circa 20 kleinere Kampfschiffe. Der Verteidigungshaushalt beträgt 3 408 Millionen US-Dollar (2001).

 

 

10.WIRTSCHAFT

Nach dem 2. Weltkrieg wurde in Polen eine sozialistische Marktwirtschaft nach sowjetischem Vorbild eingeführt; nahezu alle Produktionsmittel, die Bodenschätze, die Verkehrsunternehmen, das Finanzwesen und der Handel wurden verstaatlicht. Privatbesitz blieb im Wesentlichen auf die Landwirtschaft, das Handwerk und verschiedene Dienstleistungen beschränkt. Bedeutendster Wirtschaftszweig wurde das produzierende Gewerbe, gefolgt von der Land- und der Bauwirtschaft.

Im Dezember 1989 leitete die Regierung ein Reformprogramm ein, um die zentral gelenkte Planwirtschaft in eine Marktwirtschaft umzuwandeln. Hinzu kamen Auflagen des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank. Das Paket sah eine konvertierbare Währung, die Freigabe der Preise, Beseitigung der Planwirtschaft sowie die Privatisierung vieler staatlicher Unternehmen vor; sie wurden in Aktiengesellschaften umgewandelt, die zum Teil auch von ausländischen Investoren gekauft wurden.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 176 256 Millionen US-Dollar (2001; Dienstleistungen 59,1 Prozent, Industrie 37,3 Prozent, Landwirtschaft 3,6 Prozent); das ergibt ein BIP pro Einwohner von 4 560 US-Dollar (2001). Das Wirtschaftswachstum liegt bei 4,5 Prozent (1990-2001), die Inflationsrate bei 21,33 Prozent (1990-2001), die Staatsverschuldung bei 54 268 Millionen US-Dollar (1999). Von den 19,9 Millionen Erwerbstätigen (2001) arbeiten etwa 32 Prozent in der Industrie, 19 Prozent in der Landwirtschaft, 49 Prozent im Dienstleistungssektor (1998). Die Arbeitslosenrate, die zu Beginn der neunziger Jahre auf 18 Prozent gestiegen war, sank bis 2000 auf 16,7 Prozent.

10.1. Landwirtschaft

Obwohl die Landwirtschaft in Polen nach wie vor eine wichtige Rolle spielt, ist das Land außerstande, den Eigenbedarf an Lebensmitteln, Futtergetreide und Pflanzenölen selbst zu decken. Die größten Anbaugebiete befinden sich in den Ebenen im Zentrum des Landes, die besten Böden befinden sich in den Becken im Süden. Etwa 46 Prozent der Fläche werden als Ackerland genutzt (2000). Die mangelnde Technisierung der Landwirtschaft war eines der Haupthindernisse für einen Beitritt Polens in die Europäische Union. Die wichtigsten Anbauprodukte sind Getreide (Roggen, Weizen, Gerste, Hafer), Zuckerrüben und Kartoffeln. Im Umland der Städte werden Gemüse und Obst angebaut. Hühner, Schweine, Rinder und Schafe sind die wichtigsten Zuchttiere in Polen; Erzeugnisse der Viehwirtschaft sind Fleisch, Eier, Milch, Butter, Käse und Wolle.

 

10.2.  Fischerei

Die jährliche Fischfangmenge liegt bei etwa 269 000 Tonnen (1999). Rund 6 Prozent davon sind Süßwasserfische. Wichtigste Fangprodukte sind Dorsch, Hering, Tintenfische und Kabeljau.

10.3. Bergbau

Etwa 2 Prozent der Erwerbstätigen arbeiten in der Bergbauindustrie. Der wichtigste Bereich ist der Steinkohlebergbau; Polen besitzt die größten Kohlevorkommen Europas. Die Kohleproduktion ist von 266 Millionen Tonnen jährlich gegen Ende der achtziger Jahre mittlerweile auf etwa 162 Millionen Tonnen (2001) gefallen. Polen ist außerdem einer der führenden Schwefelproduzenten (2,9 Millionen Tonnen). Daneben werden nennenswerte Mengen an Braunkohle, Kupfer, Blei, Zink, Magnesit (Bitterspat) und Steinsalz abgebaut.



10.4. Industrie

Vor dem 2. Weltkrieg war die Basis der polnischen Industrie durch folgende Bereiche geprägt: Textilien, Eisen und Stahl, Chemie, Nahrungsmittel und Maschinenbau. In der Nachkriegszeit wurden diese Zweige ausgebaut, daneben wurde aber auch Gewicht auf neue Produkte gelegt, wie Petrochemikalien, Werkzeugmaschinen, elektronische Geräte, Schiffe, Kunstdünger und Kupfer. Die Industrie ist in den alten Zentren von Oberschlesien und Warschau, Lódź und Krakau konzentriert.

 

10.5. Energie

Die Gesamtmenge an elektrischer Energie, die in Polen gewonnen wird, betrug 2001 135 Milliarden Kilowattstunden (Wasserkraftwerke 1,5 Prozent, Wärmekraftwerke 98,1 Prozent). Es gibt keine Atomkraftwerke. Der Stromverbrauch pro Einwohner liegt bei 3 075 Kilowattstunden (2001).

10.6. Außenhandel

Die wichtigsten Importgüter sind Maschinen und Geräte, Erdölderivate, elektrische Energie, Chemikalien, Konsumgüter und landwirtschaftliche Produkte. Hauptexporte sind Maschinen und Geräte, Rohmetalle, Chemikalien, Stoffe und Kleidung sowie Lebensmittel. Die Handelsbilanz ist negativ. Die wichtigsten Handelspartner heute sind die anderen EU-Staaten, insbesondere die Bundesrepublik Deutschland, die Niederlande, Italien und Großbritannien, sowie Russland. Mit zahlreichen Gläubigerländern hat Polen einen Schuldenerlass oder ein Stundungsabkommen erreicht.

10.6. Tourismus

Die Zahl der ausländischen Besucher lag 1999 bei nahezu 18 Millionen. Die Hauptreiseziele sind die Strandbäder entlang der Ostsee, die Seenplatte, das Bergland der Karpaten und Sudeten und die zahlreichen historischen Stätten und kulturellen Einrichtungen des Landes. Einem Ausbau der Bäder an der Ostsee steht die hohe Umweltverschmutzung entgegen. Die polnische Entwicklungsbehörde will die touristische Infrastruktur rasch ausbauen; landesweit sind an über 300 Orten neue Luxushotels und weitere Verbesserungen vorgesehen.

 

10.7. Verkehrswesen

Die Gesamtlänge des Straßennetzes beträgt 364 656 Kilometer (2000), von denen 68 Prozent befestigt sind. Das polnische Schienennetz hat eine Länge von 22 560 Kilometern (2000). In Polen gibt es etwa 4 000 Kilometer Binnenwasserstraßen; sie müssen allerdings modernisiert werden, bevor sie sich kommerziell betreiben lassen. Die wichtigsten schiffbaren Flüsse sind Weichsel, Oder, Bug, Warthe, Narew und Netze. Die wichtigsten Binnenhäfen sind Gleiwitz, Breslau und Warschau. Nahezu der gesamte Seehandel wird über die drei großen Seehäfen Danzig, Stettin und Gdingen abgewickelt.

Das Drehkreuz des polnischen Luftverkehrs ist Warschau. Daneben gibt es elf weitere Flughäfen für den Inlandsflugverkehr.

11. Geschichte
 

 Ab 1573 Wahlmonarchie, wurde Polen mehr und mehr Spielball fremder Einflüsse und Interessen. 1772 und 1793 geteilt, verschwand der Staat 1795 für mehr als 100 Jahre von den Landkarten Europas, geschluckt von den Nachbarn Russland , Österreich  und Preußen Das Recht auf nationale Einheit, den Polen vom Wiener Kongreß 1815 attestiert, war nichts wert. Aufstände 1830 und 1863 wurden von den Besatzern niedergeschlagen. 'Haut doch den Polen, daß sie am Leben verzagen' formulierte Otto von Bismarck ganz im Sinne der Großmächte. Die Knechtschaft endete mit dem Ersten Weltkrieg: am 11. November 1918 erklärte sich Polen zur Republik, der Vertrag von Versailles schrieb 1919 Polens Unabhängigkeit und seine Westgrenze fest. Den Zusammenbruch des Zarenreiches nutzte der litauische Sozialist Jozef Pilsudski zu einem Feldzug gegen die junge Sowjetmacht. Sein Traum von einer osteuropäischen Föderation aber war bald ausgeträumt: es häuften sich die Konflikte des wiederhergestellten Polen mit seinen Nachbarstaaten; hinzu kamen, nicht verwunderlich bei 35% Minderheiten im Land, innenpolitische Probleme. Seine Forderung nach einem starken Staat setzte Pilsudski 1926 mit einem Staatsstreich in die Tat um. Als der Diktator 1935 starb, saß Polen ärgster Feind schon seit 2 Jahren in der Berliner Reichskanzlei: Adolf Hitler. Dessen Truppen überfielen Polen am 1. September 1939. Am Bug trafen sich Deutsche  und Sowjets , der Staat Polen war ausgelöscht. Am Ende des Zweiten Weltkrieges beklagte Polen etwa 6 Millionen Opfer, darunter fast die gesamte jüdische Bevölkerung von 3 Millionen Menschen, die in Vernichtungslagern wie Auschwitz, Treblinka oder Majdanek von Deutschen  ermordet wurden. 1945 wurden Polens Grenzen ein weiteres Mal neu bestimmt: Stalins Sowjetunion  behielt die Ostgebiete, die Polen wurden mit Schlesien, Ostpommern, West- und Teilen Ostpreußens entschädigt. Die ersten Wahlen 1947 entschieden die Kommunisten für sich, die Polen fortan in stalinistischer Manier regierten. Als Folge hoher Arbeitsnormen, schlechter Lebensbedingungen, der Verstaatlichung der Wirtschaft und der Unterdrückung der Kirche kam es 1956 zum Aufstand in Posen. Wladyslaw Gomoulka, schon von 1943 bis 1948 Generalsekretär, kehrte an die Spitze der polnischen KP zurück und liberalisierte vorübergehend den Kurs. Moskau reagierte prompt und pfiff den Satelliten nachdrücklich auf seine Linie zurück. Schwere Unruhen in den Hafenstädten wie Danzig 1970 waren der Anfang vom Ende des Altstalinisten Gomoulka, der durch Edward Gierek ersetzt wurde. Die moralische Führung in Polen war längst an die katholische Kirche und Kardinal Stefan Wyszynski übergegangen. 1978 brachte es ein anderer Pole, der Krakauer Erzbischof Karol Kardinal Wojtyla zu höchsten katholischen Ehren - als Papst Paul II. zog er in den Vatikan ein; seine zweite Auslandsreise führte ihn 1979 nach Polen. Ein Jahr später befand sich Polen in Aufruhr: Streiks im ganzen Land, and der Spitze die Arbeiter der Danziger Lenin-Werft, angeführt von einem Elektriker namens Lech Walesa, der zum nationalen Idol wurde. Nach 2 Monaten Streik wurde am 31. August 1980 die 'Vereinbarung von Danzig' unterschrieben, die unter anderem das Recht auf unabhängige Gewerkschaften und Streiks zusicherte, Grundlage für die Entstehung der Gewerkschaft 'Solidarnosc' (Solidarität). Gierek mußte zurücktreten. Moskau, zutiefst beunruhigt vom polnischen Großbrand, setzte 1981 auf General Wojciech Jaruzelski. Der stellte das Land am 3. Dezember unter Kriegsrecht, ließ die Solidarnosc-Führung verhaften und verbot jede Gewerkschaftsaktivität. Doch das Feuer war nicht mehr zu löschen. Anfang 1989 kam es zwischen Regierung und Opposition zu Verhandlungen am 'Runden Tisch', Solidarnosc wurde legalisiert, gewann im selben Jahr bei Wahlen 99 der 100 Senatssitze und 161 von 460 Sejm-Mandaten (von denen Kommunisten 65% beanspruchten).










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