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Wilson




Wilson versagt

aus Sternstunden der Menschheit, Stefan Zweig

Am 13. Dezember 1918 kommt Woodrow Wilson langersehnt nach Europa. Noch nie zuvor haben so viele Leute ihre ganzen Hoffnungen und Erwartungen auf einen einzigen Mann gesetzt. Vier Jahre lang hatten sich die Staaten Europas gegenseitig niedergemetzelt wobei Millionen ihr Leben lassen mussten.

Wilson hatte die Menschen aufgefordert nie wieder Krieg zu führen und forderte gleichzeitig die Auflösung der Geheimdiplomatie. (welche zum I WK führte) Er wollte eine neue und bessere Weltordnung. Wilson sollte den Frieden zwischen den Siegern und Besiegten machen, damit der ewige Friede, von dem Millionen träumten, einkehren konnte.

Obwohl im Freunde in Amerika von der Reise nach Übersee abgeraten hatten, war er gekommen, denn er hatte die Chance nicht nur einem Land oder Kontinent zu helfen sondern der ganzen Menschheit und einen Jahrtausende alten Traum zu verwirklichen.



Er will darüber wachen dass jedes Wort bei der Friedenkonferenz bei offenen Türen und Fenstern gesprochen wird und das keine geheimen Verhandlungen geführt werden.

Als Wilson im Hafen von Brest eintrifft wird er stürmisch von ganz Frankreich empfangen und ist froh selbst nach Europa gekommen zu sein.

Als er sich zuversichtlich zum ersten Tag der Konferenz begibt, erwarten ihn bereits hunderte Journalisten die alle (wie versprochen) an den Verhandlungen teilnehmen wollen. Doch man hält sie ihn Berufung auf die Verhandlungsordnung die noch nicht feststeht hin. Schon am ersten Tag hatte man sich über die eigenen Regeln hinweggesetzt.

Bereits in den ersten Verhandlungsstunden stößt Wilson auf Wiederstand der europäischen Alliierten und das aus einem guten Grund. Jeder der Sieger hatte sich bereits durch Geheimverträge das eine oder andere Stück Land gesichert, was natürlich keiner vor der Öffentlichkeit zugeben wollte. Bald wurde klar das über 2 völlig verschiedene Verträge ausgehandelt werden mussten. Den eigentlichen Friedensvertrag der offiziell und endgültig den I WK beendete und der Wilsonsche Covenant (die Satzung) mit der der ewige Frieden durch die Gründung des Völkerbundes und die Aufstellung von humanistischen Regeln erreicht werden sollt und man war sich uneinig welcher der beiden zuerst verhandelt werden sollte.

Wilson will zuerst das Neue, die Einheit der Nationen zuerst verhandeln und dann auf Grundlage des Covenant den Frieden zu begründen. Doch über Europa droht nach 4 Jahren Krieg das Chaos hereinzubrechen falls es nicht bald Frieden geben sollte.

Doch Wilson weiß, dass eine ständige Aufschiebung des Covenants ihn entkräften würde und dadurch wirkungslos werden würde. Deshalb geharrt er auf der Covenant und besteht darauf das er sogar in den Friedensvertrag mit Deutschland aufgenommen wird.

Die Alliierten jedoch wollen zuerst Deutschland büßen lassen und sich dann erst den Humanistischen Prinzipien verpflichten.

Aber auch Wilson ist fest entschlossen die alte Ordnung abzuschaffen und eine neue zu errichten. Durch den harten Kampf darum was zuerst verhandelt werden soll vergeht viel Zeit und da Wilsons Covenant noch nicht fertig formuliert und nur als erster Entwurf zur Verfügung steht, muss dieser erst in unzähligen Sitzungen erst diskutiert und verbessert werden.

Währenddessen steigen die Probleme in ganz Europa an. In Österreich werden die Hungersnöte immer schlimmer und in Russland gewinnen die Bolschewisten immer mehr an Einfluss.

Erst ein Vierteljahr nach dem Waffenstillstand am 14.2.1919 legt Wilson den Covenant fertig vor und er wird einstimmig angenommen.

Die Welt jubelt, Wilsons gute Sache hatte gesiegt doch es sollte sein letzter sein. Als er am nächsten Tag abreist um die Magna carta des ewigen Friedens in Amerika zu präsentieren.




Doch in Amerika herrscht Misstrauen u, dann man mag sich nicht so eng an das instabile Europa binden und so ist Wilson gezwungen nachträglich einen Zusatz in den Covenant aufzunehmen, der es Amerika erlaubt jederzeit den Völkerbund zu verlassen.

Jetzt kehrt Wilson nach Europa zurück um den Covenant in die Tat umzusetzen, denn er wollte entweder dauerhaften oder gar keinen Frieden und deshalb würde er alle Punkte umsetzten müssen.

Während seiner Abwesenheit haben jedoch die Generäle die durch die vorgesehene Abrüstung ihre Existenz verlieren würden, die öffentliche Meinung gegen Wilson aufgeheizt und es wird ihm vorgeworfen den dringend benötigten Frieden nur zu verzögern.

Bereits am ersten Tag wird klar das die Diplomaten so schnell wie möglich den Friedensvertrag, mit allen Mitteln durchziehen wollen, was konkret hieß weg mit dem Covenant!!!

Doch Wilson will keinen Schritt zurück weichen und lässt durch die Presse ausrichten dass der Covenant auf jeden Fall ein fixer Bestandteil des Friedensvertrages sein wird.

Die nächsten 2 Wochen vergehen weiter ohne Lösung und als Italien droht die Konferenz zu verlassen, Bayern und Ungarn an die Bolschewisten gefallen sind und Österreich schon halb verhungert ist, drängen selbst seine Freunde und Berater Wilson doch endlich auch ein paar seiner Ideale zu verzichten und einen Vertrag auszuhandeln.

In diesem ungünstigen Moment erkrankt Woodrow auch noch an einer schweren Grippe, doch als er das Bett wieder verlassen kann kündigt er an dass er die Verhandlungen verlassen würde falls man von dem Covenant abweichen würde. Dies hätte den Zusammenbruch der Weltordnung zu folge und so wahrscheinlich einen neuerlichen Krieg.

Doch als es die Alliierten darauf ankommen lassen hat der völlig erschöpfte und verzweifelte Wilson nicht die Kraft standzuhalten und gibt langsam Punkt für Punkt nach

Nichtsahnend dass sein Nein die anderen Mächte dazu gezwungen hätte einzulenken.

Wilson wird als Held gefeiert als der fertige Friedensvertrag präsentiert wird, er hatte jedoch nur den Frieden für den Moment erreicht und wie die Geschichte zeigt, behielt er recht damit dass er nicht von langer Dauer sein würde.

Thomas Woodrow Willson

geb. 28.12.1856, 3.2.1924

1890 Prof. für Geschichte und Volkswirtschaft in Princeton

1913-21 Präsident der USA

1919 Friedensnobelpreis










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