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Joseph Roths Radetzkymarsch

1 Einleitung


Ein Grund, warum mir Joseph Roths Radetzkymarsch so gut gefallen hat, dürfte sicherlich der sein, dass mich schon immer die Habsburger und ihr Reich, in dem "die Sonne nie unterging", fasziniert haben. Gewisse Begriffe waren mir leider gänzlich unbekannt, so dass ich diese erst nachschauen musste. Dadurch wurde das Verständnis aber nicht sehr in Mitleidenschaft gezogen. Meistens konnte ich in etwa erahnen, um was es sich bei diesem Wort handeln musste, auch wenn die genaue Bedeutung unbekannt war.

Es konnte nie mein Ziel sein alle Aspekte im Buch, das über 300 Seiten umfasst, zu behandeln. So habe ich versucht mich auf die wichtigsten und dominantesten Themen zu beschränken, wie zum Beispiel der Zerfall von Österreich-Habsburg. Viele Aspekte bleiben unangesprochen, die meiner Meinung nach nicht so im Vordergrund stehen und nicht zentral für die Geschichte sind. Da es gewisse Themen gibt, die für die ganze Handlung so besonders sind und auch im Buch selber sehr klar im Vordergrund stehen, kann es vorkommen, dass sie mehrfach angesprochen werden.



Ich habe probiert die Arbeit nach verschiedenen Aspekten zu ordnen, da ich mich nicht an eine streng linear Vorgehensweise halten wollte. Trotzdem sollte dabei der chronologische Verlauf der Geschichte nicht völlig über den Haufen geworfen werden. Gewisse Motive ziehen sich durch das ganze Buch hindurch und kommen immer wieder zum Vorschein.

Bei den Personenbeschreibungen habe ich mich bewusst auf die Personen konzentriert, die für mich eine wichtige Rolle für den Handlungsablauf spielen und nicht nur ein paar Mal zum Vorschein kommen, aber keinen wirklichen Einfluss auf die Tragödie der Trottas nehmen.

Diese Arbeit hat nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, sie will vielmehr die entscheidenden Aspekte für das Textverständnis aufzeigen.

2 Paraphrase


In der Schlacht von Solferino 1859 rettet Leutnant Trotta dem jungen Kaiser, Franz Joseph I, das Leben, indem er ihn zu Boden wirft, als sich dieser dem Feind als Ziel präsentiert. Daraufhin wird Trotta geadelt, zum Hauptmann befördert und mit einem Orden ausgezeichnet. Durch den unerwarteten Aufstieg entfremdet sich Trotta noch mehr von seinem Vater,als er es ohnehin schon ist, da der Vater weiterhin das bäuerliche, slowenische Geschlecht der Trottas repräsentiert. Jahre später entdeckt Hauptmann Trotta zufällig in einem Lesebuch seines Sohnes "seine Heldentat". Doch diese wird sehr stark verzerrt wiedergegeben, es wird geradezu ein Art Übermensch geschaffen. Bei den zuständigen Behörden stösst die Beschwerde Trottas auf Unverständnis, lediglich der Kaiser kann Trottas Empörung begreifen und ordnet an, dass das Lesebuch aus den Schulen verschwindet. Hauptmann Trotta bittet um die Entlassung aus der Armee und siedelt auf das Gut seines Schwiegervaters.

Trotta's Sohn vom Vater gegen seinen Willen zum Beamten bestimmt, wird Bezirkshauptmann in einer Provinz. Carl Joseph, Enkel des Helden, wird wie dieser Offizier.

Nach dem Tode der Frau des Wachtmeisters Slama, die Carl Joseph als jungen Kadettenschüler verführt hatte, schreibt er sich die Schuld an ihrem Tode zu. Frau Slame stirbt bei der Geburt ihres Kindes, das sehr wahrscheinlich von Carl Joseph ist. Diese Schuldgefühle verstärken sich noch, als sein einziger, wirklicher Freund, der jüdische Regimentsarzt Dr. Demant, bei einem unsinnigen Duell stirbt. Carl Joseph hatte lediglich die Frau des Arztes nach Hause gebracht. Als aber die anderen Offiziere Demant auf dieses Ereignis anpöbeln, bleibt diesem nichts anderes übrig als Genugtuung zu verlangen. Zutiefst erschüttert verlässt Carl Joseph die Kavallerie und lässt sich mit dem Einverständnis seines Vaters in eine weit entfernte Garnisionsstadt versetzen, wo er nun bei der Infanterie dient. Um die Langweile dort und die Schuldgefühle loszuwerden trinkt er übermässig Alkohol bis er schlussendlich von ihm abhängig wird.

Nach dem Tode des langjährigen Hausdieners besucht der Bezirkshauptmann seinen Sohn, Carl Joseph, in der Provinz, wo er den reichen, aber seltsamen Grafen Chojnicki trifft. Dieser prophezeit den Untergang von Österreich, was ihm aber niemand glaubt.

Als Carl Joseph gegen streikende Arbeiter einer Borstenfabrik eingesetzt wird, verliert er die Nerven und erteilt Schiessbefehl.

Der Schieber und Menschenhändler Kapturak eröffnet im einzigen Hotel der Stadt ein Spielkasino und tritt gleichzeitig auch als Kreditgeber auf. Carl Joseph übernimmt für zwei Kameraden die Bürgschaft, ausserdem benötigt er immer mehr Geld, um die kostspieligen Aufenthalte bei seiner Geliebten in Wien zu finanzieren. Als sich der eine der beiden Kameraden, für die Carl Joseph gebürgt hat, erschiesst und der andere als Spion verhaftet wird, verlangt Kapturak das ganze Geld, mehr als 7000 Kronen, binnen einer Woche zurück.

Verzweifelt schreibt er seinem Vater. Doch auch dieser kann die Summe nicht aufbringen und so entschliesst er sich bei einer kurzfristig arrangierten Audienz beim Kaiser, um Gnade für seinen Sohn zu bitten. Dadurch kann ein Skandal und die unehrenhafte Entlassung von Carl Joseph verhindert werden.

Die Nachricht vom Tode des Thronfolgers trifft in Trottas Regiment während eines grossen Sommerfestes ein. Carl Joseph reicht wie sein Grossvater den Abschied aus der Armee ein, um wie ein Bauer zu leben.

Bei Kriegsausbruch 1914 kehrt er wieder in die Armee zurück und stirbt in einem Kugelhagel, als er für seine Kompanie Wasser holen will.

Der Sohn des Helden von Solferino erlebt nicht mehr den Zusammenbruch des Vielvölkerstaates, denn er stirbt an dem Tage, an welchem auch die Beisetzung des Kaisers stattfindet.

3 Struktur


Das Buch ist in drei verschiedene Teile und einen Epilog aufgeteilt, die mehr oder weniger chronologisch die Geschichte der Familie Trotta erzählen.

Der erste Teil der Geschichte beginnt bei der Schlacht von Solferino und erzählt über den Aufstieg der Trottas, den Werdegang des Bezirkhauptmannes und seines Sohnes, Carl Joseph. Dieser Teil des Buches endet mit dem Tod von Dr. Demant.

Der zweite berichtet von den Versuchen des Bezirkhauptmannes den Namen Trotta vor einem gesellschaftlichen Abstieg zu bewahren. Carl Joseph lässt sich zu der Infanterie transferieren und wird in eine kleine Garnisionsstadt versetzt.

Der dritte handelt von Carl Joseph und seinem Vater und ihrem unaufhaltsamen Niedergang. Es wird hier klar ersichtlich, dass auch die Monarchie langsam aber sicher an ihrem Ende angelangt ist und der Vielvölkerstaat in viele, kleine unabhängige Staaten zerfallen wird. Am Ende dieses Teils kommt Carl Joseph bei dem Versuch für seine Soldaten Wasser zu holen in einem feindlichen Kugelhagel ums Leben.

Der Epilog berichtet von den letzten Jahren im Leben des Bezirkhauptmannes, der am selben Tag stirbt, an dem die Beisetzung des Kaisers, Franz Joseph I, stattfindet.

Die Geschichte wird chronologisch erzählt, springt aber immer wieder bei den verschiedenen Kapiteln zwischen den beiden Protagonisten, Carl Joseph und dem Bezirkshauptmann, hin und her.

Da da Buch als eine Art von Bericht abgefasst ist, wird die Geschichte auch in der Er-Form erzählt.

Die Handlungen stehen in der Vergangenheit, da uns der Text im nachhinein die tragische Geschichte der Familie Trotta aufzeigen will.

4 Inhaltliches zum Text


4.1 Die Geschichte Österreichs von 1859-1916

Im Frühjahr 1859 kam es zum Krieg zwischen Napoleon III und Österreich. In den Schlachten von Solferino und Magenta erlitt Österreich schwere Niederlagen und verlor dadurch die Lombardei. Eine Niederlage gegen Preussen und der Verlust Venetiens zwang Österreich einen Ausgleich mit Ungarn vorzunehmen, welches nun innenpolitisch Selbstbestimmung erlangte. Gemeinsam waren nur noch die Aussenpolitik, das Heer und die Finanzen. Das Schicksal Österreichs wurde bis zum ersten Weltkrieg hauptsächlich durch die Nationalitätenprobleme bestimmt. Viele der verschiedenen Völker wollten ihren eigenen Staat gründen. Dies wirkte "sprengend" gegenüber den bestehenden monarchischen, übernationalen Reichen. Diese nationalen Bewegungen wurden gesteigert dadurch das nur durch einen Krieg zu erreichende Ziel einer Zerstörung Österreichs-Ungarns.

Nach dem Tode des Kronprinzen wird der Neffe von Franz Joseph I zum Thronfolger ernannt. Am 28. Juni 1914 wurde Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand zusammen mit seiner Gemahlin in Sarajewo ermordet. Am 28. Juli erklärt Österreich Serbien den Krieg.

Kaiser Franz Joseph starb am 21. November 1916.


4.2 Radetzky

Dieser österreichische Feldmarschall (* 2. 11. 1766, U 5. 1. 1858) bewährte sich in den Kriegen Österreichs seit 1787. Nach dem italienischen Aufstand in Mailand     (18. 3. 1848) zog er seine Truppen zuerst zurück, festigte aber durch die Siege bei Custoza (25. 7 1848) und Novara (23. 3. 1849) Österreichs Herrschaft.

Nach Radetzky wurde der von J. Strauss (Vater) komponierte Radetzkymarsch benannt.


4.3. Personen

4.3.1 Held von Solferino

Er hat eine äusserst schlechte Beziehung zu seinem Vater. Er schreibt diesem nur Briefe, weil es sich so gehört. Er teilt niemals seine Gefühle mit. Als sein Sohn den Wunsch äussert das Bauerngut seiner Eltern zu verwalten, lehnt der Vater ab und zwingt den Sohn Jurist zu werden. Er ist nicht fähig zu kommunizieren. Für ihn ist die Wahrheit etwas vom Wichtigsten und nur deshalb will er die verzerrte Geschichte im Lesebuch korrigiert haben ("In der nähe des Gendarmeriewachtmeisters lag Major Freiherr von Trotta und Sipolje, der Ritter der Wahrheit." (1)). Er verhält sich auch im Privatleben wie ein Offizier der Armee: Er gibt die Befehle und die anderen haben zu gehorchen ("Dann sagte er zur Frau " Ich kann nicht weiter! Mein Vater war ein guter Mann. Du hast ihn nie gesehen!" War es ein Nachruf? War's ein Klage? "Du kommst mit!" sagte er zu seinem erschrockenen Sohn." (2)).


4.3.2 Der Bezirkshauptmann, der Sohn des Helden von Solferino

Auch er schreibt seinem Vater nur Briefe, weil dieser es erwartet ("Zweimal im Monat empfing er der Held von Solferino gehorsame Briefe seines Kindes. Einmal im Monat antwortete er in zwei kurzen Sätzen, auf kleinen, sparsamen Zetteln, den Respektsrändern, die er von den erhaltenen Briefen abgetrennt hatte." (3)). Eigentlich wollte er Soldat werden, wird aber von seinem Vater zum Juristen gezwungen. Er hat kein gutes Verhältnis weder mit seinem Vater, noch mit seinem Sohn. Er hat zwar in seiner Jugend alles, was er braucht, was ihm aber fehlt, ist, dass sein Vater ihm gegenüber seine Liebe zeigt. Der Bezirkshauptmann macht es ähnlich wie sein Vater: Er will seinen Sohn zum Offizier machen und schickt ihn deshalb auf die Militärakademie. Der Bezirkshauptmann ist unfähig die wahren Gefühle, die er seinem Sohn gegenüber hat, diesem auch zu zeigen. Sehr wahrscheinlich ist er unfähig überhaupt irgendwelche Gefühlsäusserungen zu zeigen ("Der Sohn weinte nicht. Niemand weinte um den Toten." (4)). Sogar bei der Beerdigung seines Vaters zeigt der Sohn keine Emotionen, was entweder auf ein sehr schlechtes Verhältnis zum Toten hindeutet könnte oder dass er einfach gefühlskalt ist.


4.3.3 Carl Joseph, der Sohn des Bezirkshauptmannes

Er wird vom Vater auf eine Offiziersschule geschickt, die er mehr schlecht als recht durchläuft. Frau Slama stirbt bei der Geburt ihres Kindes, das vermutlich von ihm stammt. Carl Joseph verfällt in Depressionen, da er sich die Schuld an ihrem Tode gibt. Diese verstärken sich noch, als Dr. Demant bei einem sinnlosen Duell stirbt. Mit Alkohol versucht Carl Joseph seinen Sorgen und der Langweile in der Provinz zu entrinnen ("Er erinnerte sich, dass er fast sein ganzes Leben traurig gewesen war, scheu, man konnte schon sagen: verbittert" (5)). Er steht unter dem Bann seines Grossvaters, des Helden von Solferino. Egal was er auch tut, es ist nichts im Vergleich zu dem, was sein Grossvater getan hat. Auch er hat kein sehr gutes Verhältnis mit seinem Vater. Carl Joseph schreibt nur aus Anstand Briefe an seinen Vater ("Seine Antworten, die er regelmässig jeden vierten Sonntag an den Sohn abschickte, waren ebenso gleichförmig wie die Brief des Leutnants." (6)). Seinen hohen militärischen Rang verdankt Carl Joseph hauptsächlich dem Namen Trotta. Dieser steht noch immer nur für die Heldentat von Solferino.

Carl Joseph versucht die Armee zu verlassen, was ihm aber erst nach mehreren Anläufen gelingt. Überhaupt wirkt sein Auftreten Autoritäten gegenüber (Vater, höheren Offizieren) zum Teil sehr unsicher. So beantwortet er die meisten Fragen seines Vaters nur mit einem einfachen "Jawohl, Papa". Nach dem Ausscheiden aus der Armee möchte er Bauer werden genau wie sein Grossvater und dessen Vorfahren. Der Graf Chojnicki stellt ihn dann auf seinem Bauerngut an.

Seine einzigen glücklichen Tage verbringt er mit seiner Geliebten, die aber verheiratet ist, in Wien.

Das Motiv der Briefe ist eine typische Charakteristik für eine Vater-Sohn Beziehung der Trottas. Sie schreiben sich zwar gegenseitig Briefe, haben sich aber eigentlich nichts mitzuteilen. Die Briefe sind eher formell gehalten und enthalten auch über die Gefühle nichts. Das ganze erweckt den Eindruck, dass man sich nur Briefe schreibt, weil es Pflicht und Anstand ist und nicht, weil man es will.


4.3.4 Dr. Demant

Dieser jüdische Regimentsarzt wird nur aufgrund seiner medizinischen Fähigkeiten geachtet. Als Jude steht er unter den anderen Offizieren. Er ist es auch der Carl Joseph, seinen einzigem Freund, rät die Armee zu verlassen. Da er von anderen Offizieren wegen seiner leichtlebigen Frau angepöbelt wird, muss er Genugtuung fordern, obwohl ihn seine Frau nicht liebt und dies auch offen zugibt. Bei diesem sinnlosen Duell wird er getötet. Sein Grossvater besass eine Kneipe, die er aber nicht seinem Sohn, Dr. Demants Vater, vererben konnte, da dieser es vorzog Postbeamter zu werden. Dem Grossvater passte dies überhaupt nicht.

Carl Joseph und Demant verbindet, dass sie beide Aussenseiter sind. Hinter dem Rücken der beiden wird hemmungslos über sie getuschelt.

Dr. Demant ist mit einer sehr leichtlebigen Frau verheiratet, die ihn aber nicht liebt und dies auch offen zugibt (",sagte sie ganz langsam: "Ich vermisse dich nie!" (7)).


4.3.5 Graf Chojnicki

Dieser reiche Graf bewohnt eine Villa nahe des Ortes, wo Carl Joseph stationiert wurde nach dem dieser die Kavallerie verlassen hatte. Der Graf beherbergt viele Leute, die sich als seine Verwandten ausgeben, aber niemand sicher ist, ob sie es auch wirklich sind. In seiner Villa gibt er oft grosse Parties, bei denen er als einziger offen vom Ende der Monarchie spricht. Aber es glaubt ihm keiner diese prophetischen Worte. Alle belächeln ihn nur.

Die Wahl zum Reichsratabgeordneten erkauft er sich regelmässig, obwohl er eigentlich diese Kammer verachtet.

Er ist es auch, der Carl Joseph mit Frau von Taussig zusammenbringt, um ihn abzulenken und ihn später auf seinem Gut als Bauern arbeiten zu lassen.


4.3.6 Frau von Taussig

Obwohl sie verheiratet ist, hat sie zahlreiche Affären mit jungen Offizieren. Ihr Mann lebt in einem Irrenhaus, den sie von Zeit zu Zeit besucht, wenn es ihm besser geht. Durch ihre Beziehungen versucht sie sich zu beweisen, dass sie auch noch für jüngere Männer eine attraktive Frau ist, um so sich selber die Illusion ihrer Jugendlichkeit zu schaffen ("Frau von Taussig stellte dem nahenden Alter junge Männer entgegen wie Dämme" (8)). Sie hat Angst vor der Zukunft ("Die Welt, in der es sich noch lohnte zu leben, war zum Untergang verurteilt. Die Welt, die ihr folgen sollte, verdiente keinen anständigen Bewohner mehr." (9)) und kann der Wahrheit nicht ins Gesicht blicken, zum Beispiel ihrem Alter werden. Sie lügt, als sie von Carl Joseph nach ihrem Alter gefragt wird ("Aber manchen Frauen verbietet die Natur selbst, die Wahrheit zu sagen;" (10)). Frau von Taussig versucht die Zeit stehen zu lassen und am Vergangenen festzuhalten. Auch versucht sie nie ganz Erwachsen zu werden, da sie ihre Jugendlichkeit bewahren will.



4.3.7 Doktor Skowronnek

Nach dem Tode von Jacques, einem alten Diener des Bezirkshauptmanns, wird Doktor Skowronnek zur wichtigsten Bezugsperson des Herrn von Trotta. Er wird der beste Freund des Bezirkshauptmanns. Sie spielen jeden Nachmittag miteinander Schach. Der Doktor hat auch erkannt, dass er nicht mehr in die angebrochene Zeit gehört. Er lebt noch in der alten, untergehenden monarchischen von Traditionen geprägten Welt. Er weiss auch, dass man nicht für die eigenen Kinder die Verantwortung übernehmen kann und rät deshalb dem Bezirkshauptmann, dass Carl Joseph selber Entscheiden solle, ob er die Armee wirklich verlassen wolle oder nicht.

Doktor Skowronnek nimmt in einem wichtigen Moment entscheidenden Einfluss auf das weitere Leben von Carl Joseph in einem Gespräch mit dem Bezirkshauptmann.

"Gewiss, Herr Bezirkshauptmann! Ein junger Offizier unserer Armee kann mit seinem Beruf nicht zufrieden sein, wenn er nachdenkt. Seine Sehnsucht muss der Krieg sein. Er weiss aber, dass der Krieg das Ende der Monarchie ist."

"Das Ende der Monarchie?"

"Das Ende, Herr Bezirkshauptmann! Es tut mir Leid! Lassen sie Ihren Sohn tun, was ihm behagt. Vielleicht eignet er sich zu irgendeinem anderen Beruf!"

Ein junger Soldat muss sich auf den Krieg freuen, denn dort kann er zeigen, was er alles gelernt hat. Aber durch einen Krieg würde auch unweigerlich die Monarchie zerstört werden. Deshalb kann ein Soldat nicht zufrieden sein. Er kann zwar seine Fähigkeiten unter Beweis stellen, aber das Kaiserreich wird dadurch auch nicht vor dem Untergang bewahrt werden. Skowronnek versucht dem Bezirkhauptmann klarzumachen, dass Carl Joseph ein sehr schlechter Soldat wäre und dieser selber seinen Beruf aussuchen können sollte.

Als Carl Joseph in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist, erklärt sich Doktor Skowronnek sofort bereit sein ganzes Vermögen zur Tilgung der Schulden bereitzustellen.

5 Textintention


In diesem Buch kommen immer wieder Generationskonflikte vor. Als der Held von Solferino in den Adelsstand gehoben wird, fällt seinem Vater nichts besseres ein als:

" "Gratuliere, gratuliere!" wiederholte der Wachtmeister donnernd. "Zu meiner Zeit hat uns noch der Radetzky gezwiebelt!" "

Anstatt, dass sich der Vater mit seinem Sohn freuen würde, meint er nur, dass es viel einfacher geworden wäre befördert zu werden. Der Vater ist nicht bereit zu akzeptieren, dass die Zeiten anders geworden sind. Er vergleicht noch immer alles mit seiner Jugendzeit. Der Held und sein Vater hatten sich aber schon vorher sehr weit von einander entfernt. Aber auch der Hauptmann ändert nichts bei seinem Kind. Er befiehlt, was sein Sohn für eine Karriere einschlagen muss und daran gibt es kein wenn und aber. Auch dazu gehören die grossen Kommunikationsproblem innerhalb der Familie Trotta. Der Kontakt zwischen Vater und Sohn besteht hauptsächlich aus gleichgültigen Briefen. "Seine Antworten, die er regelmässig jeden vierten Sonntag an den Sohn abschickte, waren ebenso gleichförmig wie die Briefe des Leutnants."

Sie teilen sich auch gegenseitig sehr selten etwas von ihren wahren Gefühlen mit. Zwar versucht der Bezirkshauptmann manchmal seine Liebe zum Sohn zu zeigen, aber er schafft es nie. Es bleibt beim Versuch.

"Und obwohl er Bezirkshauptmann sagen wollte: Mach mir keinen Kumme! Ich liebe dich, mein Sohn!, sagte er lediglich. "Halt dich gut!" - Denn die Trottas waren schüchterne Menschen" (14)


"Der Sohn mochte viele Geheimnisse haben. Der Vater kannte sie nicht. Man sagte: Vater und Sohn, aber zwischen beiden lagen viele Jahre, grosse Berge! Man wusste nicht viel mehr von Carl Joseph als von einem anderen Leutnant."

Das obige Zitat zeigt klar und deutlich wie fremd sich Vater und Sohn in Wirklichkeit sind. Für den Bezirkshauptmann ist der eigene Sohn wie ein x-beliebiger Leutnant, nur mit dem Unterschied, dass der eine sein Nachkomme ist. Zwischen den beiden bestand nie ein sehr intensiver Kontakt. Mit Schuld daran dürfte sein, dass sich der Vater dem Sohn gegenüber seine Zuneigung nie ausdrücken kann und sich eher als gefühlskalt präsentiert.


"Vor ihm Carl Joseph lag also ein langes Leben voller Trauer. Er rüstete sich, es zu erleiden, entschlossen und blass, wie es einem Manne geziemt."

Carl Joseph verfällt bereits zu diesem frühen Zeitpunkt in einen depressiven Zustand. Er scheint sich sicher zu sein, dass vor ihm ein Leben voller Leiden liegt und glaubt nicht an eine Besserung seines Zustandes. Aber es gehört sich, dass er allen Schmerz still erduldet, weil er ein Mann ist.

Der Bezirkshauptmann will um jeden Preis verhindern, dass die Trottas in den sozialen Schichten nach unten rutschen. Er versucht den plötzlichen gesellschaftlichen Aufstieg der Trottas nach der Schlacht von Solferino zu bewahren.

" "Das Schicksal hat aus unserm Geschlecht von Grenzbauern Österreicher gemacht. Wir wollen es bleiben." " (17)

"Man müsste ihm helfen! Man müsste verhindern, dass der Name der Trottas entehrt und geschändet würde." (18)

Nach diesem Grundsatz muss sich auch der Sohn Carl Joseph richten. Alles was nicht standesgemäss wäre, missbilligt der Vater und versucht es wenn möglich zu verhindern. So gefällt es dem Bezirkshauptmann auch nicht, als Carl Joseph von der Kavallerie zur Infanterie wechseln will. Die Ehre geht dem Bezirkshauptmann über alles.


" "Es wäre günstig", sagte er, "wenn du krankheitshalber abgehn könntest. Man verlässt die Armee nicht ohne wichtige Ursache!" " (19)

Wenn der Sohn schon die Armee verlassen will, dann soll er gefälligst krank sein. Den Dienst quittieren ohne einen körperlichen Grund wäre eine Schande für die Trottas und eine solche darf es nicht geben.

Carl Joseph hingegen erkennt recht bald, dass es mit der Monarchie zu Ende geht und damit auch mit dem Geschlecht der Trottas.

"Ja dachte der Leutnant, sie sollen nur einstürzen! Er hatte lediglich zwischen einem plötzlichen Unglück und einem langsam heranschleichenden zu wählen." (20)

Nur steht Carl Joseph unter dem Bann seines Grossvaters.

"In einem bronzenen, von Fliegen betupften Rahmen stand der Allerhöchste Kriegsherr, in Verkleinerung, das bekannte, allgegenwärtige Porträt Seiner Majestät, im blütenweissen Gewande, mit blutroter Schärpe und goldenem Vlies. Es musste etwas geschehen, dachte der Leutnant schnell und kindisch. Es muss etwas geschehen! Er fühlte, dass er bleich geworden war und dass sein Herz klopfte. Er griff nach dem Rahmen, öffnete die papierene, schwarze Rückwand und nahm das Bild heraus. Er faltete es zusammen, zweimal, noch einmal und steckte es in die Tasche. Er wandte sich um. Hinter ihm stand der Regimentsarzt. Er zeigt mit dem Finger auf die Tasche, in der Carl Joseph das kaiserliche Porträt verborgen hatte. Auch der Grossvater hat ihn gerettet, dachte Doktor Demant. Carl Joseph wurde rot. "Schweinerei!" sagte er. "Was denken sie"

"Nichts", erwiderte der Doktor. "Ich habe nur an Ihren Grossvater gedacht!"

"Ich bin sein Enkel!" sagte Carl Joseph. "Ich hab' keine Gelegenheit ihm das Leben zu retten; leider!" " (21)

Während der Grossvater noch dem Kaiser persönlich das Leben rettete, muss sich sein Enkel darauf beschränken das kaiserliche Porträt aus einem Bordell zu entfernen. Carl Joseph steht immer im Schatten seines Grossvater und wird niemals ein solcher Held sein. Der Enkel des Helden von Solferino möchte genau so sein wie der Held persönlich, er weiss aber, dass ihm das niemals gelingen wird. Egal was er auch tut, es ist nichts im Vergleich dem Kaiser das Leben gerettet zu haben, und so müsste Carl Joseph etwas sehr aussergewöhnliches, heldenhaftes machen, damit der Name Trotta nicht immer nur mit der Schlacht von Solferino in Verbindung gebracht wird. Meiner Meinung nach versucht Carl Joseph gerade dies am Ende des Buches, als er für seine Soldaten Wasser holen will. Da Carl Joseph schon in jungen Jahren als sehr stark gealterter Mann beschrieben wird, macht ihn dies nur noch ähnlicher zu seinem Grossvater. Der Altersunterschied wird rein visuell aneinander angeglichen. Gegen Ende des Buches erhält Carl Joseph auch die Chance zu beweisen wie tapfer und mutig er in Wirklichkeit ist.

"Es war sein Krieg, der Krieg des Enkels. Die Tage und die Helden von Solferino kehrten wieder."


Als Doktor Demant zum erstenmal Alkohol trinkt, bedauert er dies. Im alkoholisierten Zustand geraten die Probleme in den Hintergrund, auch wenn sie dadurch nicht gelöst werden können. Demant scheint dies nun zu realisieren und bereut meiner Meinung nach auch, dass er niemals seinen Problemen einfach durch den Genuss von Alkohol entrinnen ist.

"Trotta leerte gehorsam das erste Glas. "Zu spät hab' ich den Schnaps entdeckt - schade!" sagte der Doktor. "Du wirst es nicht glauben: es tut mir leid, dass ich nie getrunken habe." (23)


Die ganze Geschichte mit dem Duell von Dr. Demant und dem Rittmeister Graf Tattenbach zeigt auf, wie sinnlos dieser Ehrenkodex war, welcher die "Ehre" über alles stellte und nach der man immer Genugtuung fordern musste, wenn man beleidigt wurde. Hier wird auch klar, wie erstarrt das Gebilde der Habsburger Monarchie war, voll von Traditionen geprägt, die eigentlich sinnlos sind.


Der Graf Chojnicki ist der einzige, der es wagt öffentlich von Ende von Österreich-Ungarn zu sprechen.

" "Dieses Reich muss untergehn. Sobald unser Kaiser die Augen schliesst, zerfallen wir in hunderte Stücke. Der Balkan wird mächtiger sein als wir. Alle Völker werden ihre dreckigen, kleinen Staaten errichten, und sogar die Juden werden einen König in Palästina ausrufen. In Wien stinkt schon der Schweiss der Demokraten, ich kann's auf der Ringstrasse nicht mehr aushalten. Die Arbeiter haben rote Fahnen und wollen nicht mehr arbeiten. Der Bürgermeister von Wien ist ein frommer Hausmeister. Die Pfaffen gehn schon mit dem Volk, man predigt tschechisch in den Kirchen. Im Burgtheater spielt man jüdische Saustücke, und jede Woche wird ein ungarischer Klosettfabrikant Baron. Ich sag' euch, meine Herren, wenn jetzt nicht geschossen wird, ist's aus. Wir werden's noch erleben!" " (24)

Mit dem Tod des Kaisers würde Österreich-Ungarn zerfallen, da viele Völker ihre Souveränität ausrufen würden. Das Bestehen der Monarchie wird nur noch durch Franz Joseph garantiert. Chojnicki ist der Ansicht, dass nur durch rohe Waffengewalt das Reich der Habsburger erhalten werden könne, denn dadurch könnten die einzelnen Völker, die Demokraten und Sozialisten ruhiggestellt werden. Meiner Meinung nach hat er vollkommen recht. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts lagen der Sozialismus und die Demokratien in der Luft, da ist eine Monarchie nur im Wege. Es gibt kein nebeneinander von Demokratie, Sozialismus und Kaisertum.

Obwohl der Graf mit seiner Prophezeiung später recht bekommt, versteht ihn in dem Moment niemand, als er das sagt, alle belächeln ihn nur. Die Zuhörer sind der Meinung solange es einen Kaiser, einen Thronfolger gebe und die Armee noch ihre Übungen mache, sei doch alles in bester Ordnung. Dass alles mehr auf Schein als Sein beruhen könnte, kommt ihnen nicht in den Sinn. Nur Carl Joseph realisiert, dass hinter den Worten des Grafen mehr steckt als leeres Geschwätz.

"Zuerst hatte er die Nationen, die Autonomie und das "Volk", das "mehr Rechte" verlangte, nur geringgeschätzt. Allmählich begann er, sie zu hassen, die Schreiner, die Brandstifter, die Wahlredner. Er schärfte dem Bezirkskommissär ein, jede Versammlung sofort aufzulösen, in der man sich etwa einfallen liess, "Resolutionen" zu fassen. Von allen in der letzten Zeit modern gewordenen Worten hasste er dieses am stärksten; vielleicht, weil es nur eines winzigen anderen Buchstabens bedurfte, um in das schändlichste aller Worte verwandelt zu werden: in Revolution. Dieses hatte er vollends ausgerottet. In seinem Sprachschatz, auch im dienstlichen, kam es nicht vor; und wenn er in dem Bericht eines seiner Untergebenen etwa die Bezeichnung "revolutionärer Agitor" für einen der aktiven Sozialdemokraten las, so strich er dieses Wort und verbesserte mit roter Tinte: "verdächtiges Individuum". Vielleicht gab es irgendwo in der Monarchie Revolutionäre: im Bezirk des Herrn von Trotta kamen sie nicht vor." (25)

Hauptmann Trotta glaubt nicht, dass jemals eine Revolution stattfinden wird. Er hält eine solche für vollkommen unmöglich. Deswegen merkt er auch nicht, wie die Monarchie langsam zu Ende geht, obwohl es immer mehr "verdächtige Individuen" gibt. Wenn sogar die Beamten die Zeichen der Zeit (hier: der aufkommende Sozialismus) einfach für nicht vorhanden erklären, erstaunt es nicht, wenn nachher alles so unerwartet passiert. Für den Bezirkshauptmann scheint nur das zu existieren, was er wahrhaben will. Überall in Österreich kann es seiner Meinung nach Revolutionäre geben, nur in seinem Bezirk, so ist er fest davon überzeugt, existieren mit Sicherheit keine davon. Wenn nun jeder Bezirkshauptmann dieser Ansicht ist, gibt es sie nirgends und sie sind doch überall.

" "Sehen Sie!" sagte Chojnicki, "dies ist die Zeit der Elektrizität, nicht der Alchimie. Der Chemie auch, verstehen Sie! Wissen Sie, wie das Ding heisst? Nitroglyzerin", der Graf sprach jede einzelne Silbe getrennt aus. "Nitroglyzerin!" wiederholte er. "Nicht mehr Gold! Im Schloss Franz Josephs brennt man oft noch Kerzen! Begreifen Sie? Durch Nitroglyzerin und Elektrizität werden wir zugrunde gehn! Es dauert gar nicht mehr lang, gar nicht mehr lang!" (26)

Die Elektrizität und das Nitroglyzerin waren zu dieser Zeit neue technische Errungenschaften, die eine ganze Welt verändern konnten. Dadurch wird alles verändert und nichts kann sich dem widersetzen. Nitroglyzerin wird für Sprengstoffe gebraucht. Dies deutet darauf hin, dass der Graf ahnt, dass die Monarchie durch einen Krieg zerstört werden wird. Die Elektrizität steht zu dieser Zeit für Modernität. Damals waren gerade der Sozialismus und die Bestrebungen der einzelnen Länder sich von Österreich-Ungarn zu lösen "modern". Dem gegenüber steht der Kaiser Franz Joseph, der noch das alte, feudale Gesellschaftssystem repräsentiert. Er ist wie in der Zeit stehengeblieben und versucht wie den Fortschritt und den damit verbundenen Zerfall seines Reiches, zu verhindern.

"Er war eine Majestät von Gottes Gnaden, und er glaubte an Gott, den Allmächtigen. Hinter dem goldgestirnten Blau des Himmels verbarg er sich, der Allmächtige--unvorstellbar! Seine Sterne waren es, die da am Himmel glänzten, und Sein Himmel war es, der sich über die Erde wölbte, und einen Teil der Erde, nämlich die österreichisch-ungarische Monarchie, hatte Er Franz Joseph dem Ersten zugeteilt" (27)

Kaiser Franz Joseph glaubt fest daran, dass er von Gott ausgewählt wurde, um über die österreichisch-ungarischen Gebiete zu regieren. Er ist ein Diener Gottes und nur diesem hat er zu gehorchen. So wie der Kaiser in Gott seinen Vorgesetzten sieht, ebenso sind auch die Personen die treu Untergebenen von Franz Joseph.

"Durch den Feldstecher sah Franz Joseph die Bewegungen jedes einzelnen Zuges, ein paar Minuten lang fühlte er Stolz auf seine Armee und ein paar Minuten auch Bedauern über ihren Verlust. Denn er sah sie schon zerschlagen und verstreut, aufgeteilt unter den vielen Völkern seines weiten Reiches. Ihm ging die grosse, goldene Sonne der Habsburger unter, zerschmettert am Urgrund der Welten, zerfiel in mehrere kleine Sonnenkügelchen, die wieder als selbstständige Gestirne selbstständigen Nationen zu leuchten hatten. Es passt ihnen halt nimmer, von mir regiert zu werden! dachte der Alte. Da kann man nix machen! fügte er im stillen hinzu. Denn er war ein Österreicher" (28)

Der Kaiser stellt hier klar fest, dass es bald kein grosses Kaiserreich Österreich-Ungarn mehr geben wird und scheint zu ahnen, dass es kein friedliches Auseinandergehen geben wird, sondern dass alles in einem grossen Krieg mit vielen Toten enden wird. Wenn sich die einzelnen Völker von ihrer Herrschaft befreien wollen, ist es klar, dass sie den Kaiser "stürzen" müssen. Die Sonne steht für das Symbol der Macht. Ein grosses Reich mit einer einzigen Sonne, wird sich in viele kleine mit ihren eigenen Sonnen zersplittern, die ihre eigenen Regierungen haben.


" "Aber wir kämpfen ja gar nicht", entgegnete der Leutnant. "Und wenn wir einmal zum Kämpfen kommen, ist es vielleicht gar nicht so praktisch." "Aber warum denn?" fragte der Bezirkshauptmann. "Weil wir bestimmt den Krieg verlieren", sagte Nechwal, der Leutnant. "Es ist eine andere Zeit", fügte er hinzu - und nicht ohne Bosheit, wie es Herrn von Trotta vorkam. Er kniff seine kleinen Augen zusammen, so dass sie beinahe ganz verschwanden, und in einer Art, die dem Bezirkshauptmann ganz unerträglich schien, entblösste seine Oberlippe das Zahnfleisch, der Schnurrbart berührte die Nase, und diese glich den breiten Nüstern irgendeines Tieres, nach der Meinung Herrn von Trottas. - Ein ganz widerlicher Bursche, dachte der Bezirkshauptmann. "Eine neue Zeit", wiederholte der junge Nechwal. "Die vielen Völker halten nicht lange zusammen!" "So", sagte der Bezirkshauptmann, "und woher wollen Sie das alles wissen, Herr Leutnant?" Und der Bezirkshauptmann wusste im gleichen Augenblick, dass sein Hohn stumpf war, und er fühlte sich selbst wie ein Veteran etwa, der seinen ungefährlichen, ohnmächtigen Säbel gegen einen Feind zückt. "Alle Welt weiss es", sagte der Junge, "und sagt es auch!" "Sagt es?" wiederholte Herr von Trotta. "Ihre Kameraden sagen's!" "Ja , sie sagen es!" " (29)

Für den jungen Nechwal ist es klar, dass früher oder später Österreich zerfallen wird. Der Drang nach Unabhängigkeit der einzelnen Völker ist einfach viel zu gross um noch länger von einem Kaiser regiert zu werden, der sehr weit entfernt ist und erst noch nicht die gleiche Nationalität hat. Der Bezirkshauptmann realisiert, dass sich nichts gegen diesen Zerfall machen lässt. Wenn sogar die Soldaten überzeugt sind, dass sie einen möglichen Krieg verlieren werden, ist es fast aussichtslos diesen zu gewinnen. Es gibt zwei ganz unterschiedliche Generationen. Auf der einen Seite sind die "alten Leute", welche gar nicht wahrhaben wollen, dass es einmal ein Ende der Monarchie geben wird. Auf der anderen sind die Jungen, die fest daran glauben, dass das grosse Österreich-Ungarn in viele kleine Nationalstaaten zerfallen wird. Dies führt zu einem fast unüberwindbaren Gegensatz.


" "Lieber Sohn!

Nach reiflicher Überlegung habe ich mich entschlossen, die Verantwortung für deine Zukunft Dir selbst zu überlasse. Ich ersuche Dich lediglich, mir Deine Entschlüsse mitzuteilen. Dein Vater." " (30)

Es ist das erste Mal, dass der Bezirkshauptmann seinen Sohn selbst eine Entscheidung treffen lässt und dies nicht wie gewöhnlich für seinen Sohn tut um dem Namen Trotta möglichst wenig Schaden zuzufügen. Es könnte sich noch alles zum Guten wenden. Carl Joseph kann endlich die ihm so verhasste Armee verlassen und endlich etwas machen, was ihm auch gefällt.


"Er schloss die Augen, wenn er sie verdächtige Zeitungen lesen sah, und die Ohren, wenn er sie Verdächtiges reden hörte. Er war klug, und er wusste, dass er ohnmächtig zwischen seinen Ahnen und seinen Nachkommen stand, die bestimmt waren, die Ahnen eines ganz neuen Geschlechts zu werden. Sie hatten sein Gesicht, die Farbe seiner Haare und seiner Augen, aber ihre Herzen schlugen einen neuen Takt, ihre Köpfe gebaren fremde Gedanken, ihre Kehlen sangen neue und fremde Lieder, die er nicht kannte. Und mit seinen vierzig Jahren fühlte sich der Rittmeister wie ein Greis, und seine Söhne kamen ihm vor wie unbegreifliche Urenkel." (31)

Der Slowene fühlt, dass er nicht mehr in die kommende Zeit gehören wird. Seine Söhne sind ihm so fremd, als ob er sie nie gekannt hätte. Die Söhne stehen für den Drang der einzelnen Völker, die etwas neues beginnen werden, was mit dem alten System der Monarchie nichts mehr zu tun hat. Der slowenische Offizier repräsentiert hingegen noch das alte Machtgefüge. Indem er sich als Greis fühlt, wird klar wie alt und dem Tode nahe dieses eigentlich ist. Es existieren eigentlich wiederum nur zwei Generationen: die Jungen, die für eine veränderte Weltordnung stehen und die alten, die noch an die Monarchie glauben.


"Heutzutage sind die Begriffe von Standesehre und Familienehre und persönlicher Ehre, in denen der Herr von Trotta lebte, Überreste unglaubwürdiger und kindischer Legenden, wie es uns manchmal scheint. Damals aber hätte einen österreichischen Bezirkshauptmann von der Art Herr von Trottas die Kunde vom plötzlichen Tod seines einzigen Kindes weniger erschüttert als die von einer auch nur scheinbaren Unehrenhaftigkeit dieses einzigen Kindes." (32)

Der Tod des Sohnes ist das kleinere Übel, wenn dadurch nur die Ehre erhalten bleibt. Es spielt keine Rolle ob die Gerüchte wahr sind oder nicht. Es genügt, dass es überhaupt welche gibt, die den Namen der Familie in den Schmutz ziehen könnten. Alles lässt sich ertragen, nur die Unehrenhaftigkeit nicht, sie ist das Schlimmste von allem. Das ganze Leben der Trottas ist eigentlich auf den Kaiser ausgerichtet. So wird es als eine Ehre angesehen im Dienste seiner Majestät zu sterben. Der Tod hat etwas positives. Man ist für eine gute Sache in den Tod gegangen.


"Wie ein Blitz fiel diese Erfahrung auf ihn nieder, zerbrach in einem Nu den Stolz, den Herr von Trotta so lange sorgfältig gehütet und gepflegt, den er ererbt hatte und weiterzuvererben entschlossen war. Schon war er gedemütigt wie einer, der seit vielen Jahren nutzlose Bittgänge unternimmt. Der Stolz war früher der starke Genosse seiner Jugend gewesen, später eine Stütze seines Alters geworden, nun war ihm der Stolz genommen, dem armen alten Herrn Bezirkshauptmann!" (33)

Der Bezirkshauptmann verliert hier etwas, was für ihn sehr wichtig ist: den Stolz. Er muss zum ersten Mal um etwas bitten und sich unterwürfig zeigen. Normalerweise ist er es sich gewohnt auf einer höheren gesellschaftlichen Stufe zu stehen als sein Umfeld. Er gibt Befehle, geht aber vor niemanden auf die Knie. Der Stolz wurde dem alten Trotta vererbt und nun versucht er diesen an seinen Sohn weiterzugeben, damit dieser genau so stolz wird, wie es sich für einen Trotta gehört.

"Schrecklich war nur der Tod. Schade! dachte Herr von Trotta. Wenn Carl Joseph verrückt geworden wäre, statt zu fallen, ich hätte ihn schon vernünftig gemacht. Und wenn ich es nicht gekonnt hätte, so wäre ich doch jeden Tag zu ihm gekommen! Vielleicht hätte er den Arm so grauenhaft verrenkt wie dieser Leutnant hier, den man eben vorbeiführt. Aber es wäre doch sein Arm gewesen, und man kann auch seinen verrenkten Arm streicheln. Man kann auch in verdrehte Augen sehen! Hauptsache, dass es die Augen meines Sohnes sind. Glücklich die Väter, deren Söhne verrückt sind!" (34)

Der Bezirkshauptmann erkennt hier, wie sehr ihm sein Sohn fehlt und wie sehr er ihn eigentlich liebt. Die Ehre der Trottas scheint hier in den Hintergrund gerückt zu sein, denn sonst wäre es dem Bezirkshauptmann lieber, sein Sohn wäre heldenhaft gefallen, anstatt dass er sich nun in einem Irrenhaus befinden würde. Leider kommt die Erkenntnis zu spät, denn vorher hat der Herr von Trotta niemals besonderen Wert darauf gelegt seine Gefühle Carl Joseph gegenüber zu zeigen. Der Bezirkshauptmann hat alles verloren, was ihm jemals etwas bedeutet hat. Sein Sohn ist tot und seine Welt, die österreichische-ungarische Monarchie, ist untergegangen.


Das Leitmotiv des Radetzkymarsches:

"Am besten starb man für ihn Kaiser bei Militärmusik, am leichtesten beim Radetzkymarsch." (35)

Der Radetzkymarsch bedeutet in der Kindheit von Carl Joseph Begeisterung für den Heldentod, den er für die Mitglieder des Kaiserhauses in kindlicher Ergebenheit über alles liebt, zu sterben bereit ist.

"In Carl Joseph standen die alten kindischen und heldischen Träume auf, die ihn zu Hause, in den Ferien auf dem väterlichen Balkon, bei den Klängen des Radetzkymarsches erfüllt und beglückt hatten. Die ganze majestätische Macht des alten Reiches zogen vor seinen Augen dahin." (36)

Die Kindheitserinnerungen von Carl Joseph kehren zurück, als er der Parade beiwohnt. Noch immer denkt er an die "heilige Aufgabe" durch die Hingabe seines Lebens für den Kaiser zu einem Held zu werden, wie sein Grossvater einst einer wurde.

"Er hatte keine Angst. Es fiel ihm nicht ein, dass er getroffen werden könnte wie die anderen. Er hörte schon die Schüsse, die noch nicht gefallen waren, und gleichzeitig die ersten trommelnden Takte des Radetzkymarsches. Er stand auf dem Balkon des väterlichen Hauses. Unten spielt die Militärkapelle." (36)

Realität und Traum vermischen sich nun vollends. Carl Joseph glaubt den Radetzkymarsch zu hören, als er von den Feinden beschossen wird und im Kugelhagel schliesslich stirbt. Dieser verzweifelte Versuch als Held in die Geschichte einzugehen endet mit dem Tod. Carl Joseph hat es im Gegensatz zu seinem Grossvater nicht geschafft, dass er als Held aus dem Krieg heimkehren kann.


Das Bild des Helden von Solferino:

Der Maler Moser fertigte es in seiner Jugendzeit an, als er seinen Freund, den Bezirkshauptmann, auf dem Bauerngut besuchte.

Dieses Bild hängt nun sehr hoch an der Wand im Hause des Bezirkshauptmanns, so dass man auf einen Stuhl steigen muss, um es überhaupt genauer betrachten zu können.

So wird bildlich verdeutlicht, dass der Held und seine Nachkommen auf ganz unterschiedlichen Stufen stehen. Alles was die Nachfahren auch jemals vollbringen werden, es ist kein Vergleich zu dem, was der Held von Solferino getan hat. Auch kann der Held aus seiner erhöhten Position alles genau beobachten. Und so steht alles, was seine Nachkommen machen immer unter dem Bann des Helden. Dieser ist noch immer allgegenwärtig und die Trottas versuchen seinen Ansprüchen gerecht zu werden.


Das Buchwill die Familie Trotta darstellen und an ihrem persönlichen Untergang auch den Zerfall des österreichischen Reiches schildern.

Das vorherrschende Thema ist der Zusammenbruch und der Zerfall.

Die Dekadenz ist innerhalb der Familie Trotta und des damaligen Staatsgebildes unübersehbar. Die alte, feudale Gesellschaftsordnung muss der neuen Platz machen. Ebenso muss die Familie Trotta, in der alle Personen als vorzeitig gealtert beschrieben werden und ihre Prinzipien und Weltanschauung nicht mehr verändern wollen, mit dem Reich untergehen, damit Platz für etwas neues da ist. Die Trottas haben ihre Macht hauptsächlich durch den Kaiser erworben. Dieser erhob sie durch die Tat des Helden in den Adelsstand. Auch die späteren Generationen profitieren noch allein vom Namen Trotta. So ordnet der Kaiser an, dass etwas "günstig erledigt" werden sollte und so geschieht es auch. Obwohl Carl Joseph ein erbärmlicher Reiter ist, macht er bei der Kavallerie Karriere, da einzig und allein sein Name zählt und nicht sein Können.

Es kommen verschieden Personen vor, die den Sozialismus symbolisieren. Seien es die streikenden Arbeiter oder die neuen Hausdiener, welche allesamt dem Bezirkshauptmann ganz und gar nicht passen. So ist der Herr von Trotta auch nicht bereit die Zeichen eines Umbruches als solche wahrzunehmen. Er ist fest davon überzeugt, dass es keine Revolution geben wird.

Das Symbol für die Stabilität ist der Kaiser. Ebenso wie die Charaktere sich vollständig unter Kaiser Franz Joseph I unterordnen und alles für ihn tun würden, so glaubt auch dieser nur einen Vorgesetzten zu haben: nämlich Gott.

Der Bezirkshauptmann ist ein Hauspatriarch und Anhänger der monarchistischen Weltordnung. Seine Identifikation und Loyalität zu Österreich gehen so weit, dass er sich im Alter immer mehr dem Kaiser angleicht und schliesslich wie ein Bruder aussieht.

Carl Joseph hingegen wirkt hilflos und verloren. Durch den Tod seiner ersten Liebe und seines Freundes Dr. Demant, an dessen Umkommen er Mitschuld trägt, machen ihn zu einem vorzeitig gealterten und gebrochenen Mann. Stets fühlt er eine gewisse Todessehnsucht und versucht sich mit Hochprozentigem zu trösten. Er sieht den Verfall und Untergang von Österreich noch schneller auf sich zukommen als sein Vater.

Carl Joseph sieht sich auch hauptsächlich als Enkel des Helden von Solferino. So sind der Anfang Buches mit dem Aufstieg der Familie und das Ende der Geschichte mit dem Untergang der Trottas sehr ähnlich geschildert.

6 Sprachliches


Die Geschichte ist in Prosa geschrieben und wird sehr bilderreich erzählt. So verwundert es auch nicht, dass sehr viele Adjektive vorkommen. Alles wird präzis beschrieben und so kann man sich jede Situation sehr genau vorstellen.

Da der Autor Wörter benutzt, die in der heutigen Zeit sicherlich nicht mehr im alltäglichen Gebrauch üblich sind; aber zum Zeitpunkt des Geschehens im Buch gehörten sie wahrscheinlich zum ganz gewöhnlichen Wortschatz.

Beispiele:

-Ulanen: (leichter) Lanzenreiter

-Tschako: (früher) im Heer und (nach 1918) getragene zylinder-, helmartige                    Kopfbedeckung

Dadurch wird das Buch nur noch realistischer, als es sowieso schon ist. Ich vermute, dass Joseph Roth die Absicht hatte, die Geschichte so genau wie möglich zu erzählen, was ihm auch zweifellos gelungen ist, auch wenn dadurch die Lektüre für mich erschwert wurde. Auf das Verständnis hat es eigentlich keinen Einfluss. Man kann immer vermuten, um was es sich handeln muss, auch wenn die genau Bedeutung eines Wortes unbekannt ist. Aber als das Buch erschienen ist, dürften für jedermann diese Wörter noch geläufig gewesen sein.

Da das Buch eine Art von Bericht sein soll, beschränkt sich der Text eigentlich auf Fakten. So kommen relativ wenige Gefühlsäusserungen der Personen vor, und da zum Teil extrem kurze Sätze vorkommen, die sich nur auf die Handlung konzentrieren, wirkt der Stil des Buches protokollartig ("Schon stieg er ein, der Bezirkshauptmann. Schon stand er am Fenster." (38)). Deshalb kommen auch die Emotionen der Personen nur selten zum Vorschein.

7 Wertung


Die Geschichte der Trottas wird sehr realistisch erzählt, so dass das Schicksal vom Untergang der Monarchie sehr klar zum Vorschein kommt. Es wird deutlich warum das einst so mächtige Reich der Habsburger nicht anders als Untergehen konnte, was die Leute zu dieser Zeit darüber dachten und dass eigentlich niemand mehr an ein Weiterbesten des Kaisertums glaubte. Das ganze Zerfallsszenario wird am Beispiel der Familie Trotta geschildert und lässt sich eigentlich auf alle Österreicher übertragen, die sich in ähnlicher Position befanden. Dies ist eine der grossen Stärken von Joseph Roth, dass alles sehr authentisch wirkt und sich so der Leser ein sehr genaues Bild von einer untergegangenen Welt machen kann, die noch von Traditionen und Ehre geprägt war. Genau diese Realität hat mich sehr fasziniert, denn sie gibt einen Einblick, wie das Leben zu dieser Zeit mit sehr grosser Wahrscheinlichhkeit ausgeschaut hat.

Manchmal empfand ich den tendenziell protokollartigen Stil als ein bisschen störend. Die Emotionen gehen dadurch noch mehr verloren, als sie sowieso schon eher im Hintergrund sind. Überhaupt wirken alle Trottas sehr emotionslos und gefühlskalt. Da aber der Autor einen Bericht schreiben wollte, hat er wahrscheinlich deshalb bewusst die Gefühle der Personen auf das Nötigste beschränkt.

Sehr auffallend an der Geschichte ist, dass im ganzen Buch kaum etwas über die Beziehung zwischen den Trottas und ihren Frauen die Rede ist. Es bleibt die Frage offen, ob diese irgendeinen Einfluss auf ihre Männer nehmen konnten oder einfach nur da waren und nichts zu sagen hatten. Joseph Roth lässt alle mit einem Trotta verheirateten Frauen eigentlich früh sterben. Wahrscheinlich erachtet Joseph Roth die Beziehungen als unwichtig und beschreibt sie nur am Rande des Romans.

8. Bibliographie


8.1 Primärliteratur

Roth, Joseph: Radetzkymarsch, Köln 1998


8.2 Sekundärliteratur

-Brockhaus: Band 14, Band 15

-Duden: Das Fremdwörterbuch
Anmerkungen


Roth, Joseph, Seite 23

Roth, Joseph, Seite 18

Roth, Joseph, Seite 20

Roth, Joseph, Seite 23

Roth, Joseph, Seite 190

Roth, Joseph, Seite 133

Roth, Joseph, Seite 85

Roth, Joseph, Seite 183

Roth, Joseph, Seite 182

Roth, Joseph, Seite 185

Roth, Joseph, Seite 231/232

Roth, Joseph, Seite 11

Roth, Joseph, Seite 133

Roth, Joseph, Seite 166

Roth, Joseph, Seite 151

Roth, Joseph, Seite 41

Roth, Joseph, Seite 123

Roth, Joseph, Seite 257

Roth, Joseph, Seite 294

Roth, Joseph, Seite 184

Roth, Joseph, Seite 76

Roth, Joseph, Seite 302

(23) Roth, Joseph, Seite 102

Roth, Joseph, Seite 133

Roth, Joseph, Seite 138

Roth, Joseph, Seite 158

Roth, Joseph, Seite 211

Roth, Joseph, Seite 217/218

Roth, Joseph, Seite 224

Roth, Joseph, Seite 233

Roth, Joseph, Seite 287

Roth, Joseph, Seite 256/257

Roth, Joseph, Seite 258

Roth, Joseph, Seite 313

Roth, Joseph, Seite 28

Roth, Joseph, Seite 186

Roth, Joseph, Seite 308

Roth, Joseph, Seite 166








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