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Drogenproblematik - anhand des Werkes Magic Afternoon von Wolfgang Bauer




Drogenproblematik

anhand des Werkes

"Magic Afternoon" von Wolfgang Bauer




Inhaltsverzeichnis

1.        Literarisches Werk "Magic Afternoon" von Wolfgang Bauer

1.1.      Der Autor

1.2.      Inhalt des Buches

2.        Was versteht man unter dem Wort Droge?

3.        Auswirkungen und Wirkungsweise von Drogen

4.        Alkohol

4.1.      Wirkung von Alkohol

4.2.      Abbau

4.3.      Typen des Alkoholtrinkers

5.        Nikotin

5.1.      Tatsächlicher Nikotingehalt in "Normal"- und Lightzigaretten

6.        Cannabis Produkte (Hanf)

6.1.      Geschichte des Hanf

6.2.      Wirkung auf den Konsumenten

6.3.      Auswirkungen auf das Gehirn

6.4.      Marihuana

6.5.      Haschisch

7.        Halluzinogene

7.1.      Auswirkungen auf das Gehirn

7.2.      LSD

8.        Aufputschmittel

8.1.      Auswirkungen auf das Gehirn

8.2.      Kokain

8.3.      Crack

9.        Betäubungsmittel

9.1.      Auswirkungen auf das Gehirn

9.2.      Heroin

10.     Drogen in der Medizin und Medikamentensucht

11.     Gründe für den Drogenkonsum

12.     Literaturverzeichnis


1.        Das Werk "Magic Afternoon" von Wolfgang Bauer

1.1.          Der Autor

Wolfgang Bauer wurde am 18. 3. 1941 in Graz in der Steiermark geboren. Er gehörte schon während seines Studiums der Theaterwissenschaften, der Romanistik, der Philosophie und der Juristik der Grazer Gruppe "Forum Stadtpark" an. In Graz kamen auch seine ersten experimentellen Stücke, "Zwei Fliegen auf einem Gleis" (1962) und "Der Menschenfresser" (1967) zur Aufführung. Der Durchbruch gelang Bauer 1968 mit "Magic Afternoon" und daran anschließend mit Change. Wolfgang Bauer galt nunmehr als 'der einzige vitale deutschsprachige Pop-Artist'[1], der die damals gängige Absage an das bürgerliche Bildungstheater mit einer provokanten Darstellung der Subkultur verband. Auch die folgenden Stücke "Silvester" oder "Das Massaker im Hotel Sacher" (1967), "Gespenster" (1974), "Magnetküsse" (1976) lebten von Publikumsschockern und -provokationen. In der Folgezeit wandte sich Bauer. verstärkt der Regiearbeit sowie der Malerei zu, trat aber in den achtziger Jahren erneut als Autor hervor, welcher plötzlich den letzten Fragen des Lebens nachging, mit Stücken wie "Batyscaphe" oder "Die Hölle ist oben" (1982), "Woher kommen wir? Was sind wir? Wohin gehen wir?" (1982), "Herr Faust spielt Roulette" (1987). Kritiker reagierten darauf verwirrt bis ablehnend. Auch mit seinen späteren, teils zeitkritischen, teils ironischen Arbeiten "Das Lächeln des Brian de Palma" (1991), "Skizzenbuch" (1996) oder "Die Menschenfabrik" (1996) konnte Bauer nicht mehr an seine frühen Erfolge anknüpfen. 1995 wurde er mit dem Großen Österreichischen Staatspreis für Literatur ausgezeichnet.

1.2.          Inhalt des Buches

Zwei Pärchen, Birgit und Charly, Monika und Joe, üben sich in einem "absichtlich ungeordneten Zimmer" (Regieanweisung von Bauer) im "Nichts-tun" oder im "Kaum-etwas-tun". Sie kommen und gehen, schlafen und dösen, allein oder miteinander, rauchen viel Marlboro, konsumieren exzessiv Drogen, hören laute Musik von den Rolling Stones, trinken viel Gin und lesen viel, wie es die Epoche, der sechziger Jahre eben verlangt.

Das Stück endet damit, dass Charly und Joe im bereits berauschten Zustand Birgit verhöhnen. Joe beginnt dann sogar Birgit sexuell zu belästigen, welche ihn in einem Handgemenge mit einem herumliegenden Messer niedersticht. Alle im Buch aufgezeigten Ideale der sechziger Jahre Bewegung werden zerstört, statt Freiheit Lähmung, statt freie Liebe Selbst- und Nächstenhass, Aggressionen, Verletzungen, am Ende gar ein Totschlag.

2.        Was versteht man unter dem Wort Droge?

Als Droge bezeichnet man im allgemeinen alle Substanzen, die durch ihre Wirkung auf das Gehirn psychische Funktionen wie Gemütszustände und Emotionen beeinflussen können.

Schon seit Jahrtausenden nutzt der Mensch Drogen als Arzneimittel. Doch oft missbraucht er sie auch für nichtmedizinische Zwecke. Oft werden Drogen als Rauschmittel verwendet und die Konsequenzen dieses Missbrauches oft außer Acht gelassen.

3.        Auswirkungen und Wirkungsweise von Drogen

Drogen aktivieren im Gehirn Stoffwechselprozesse, welche die verschiedenen psychischen Zustände steuern, die unter Umständen als angenehm und erstrebenswert empfunden werden.

Da jede Droge im Gehirn eine andere Wirkung entfaltet, ergeben sich, je nach Art der eingenommenen Substanz, unterschiedliche medizinische Symptome, Krankheitserscheinungen sowie Halluzination (Halluzinogene).


Daher werden die Drogen wie folgt kategorisiert:

·       Alkohol

·       Nikotin

·       Cannabis (Hanf)

·       Halluzinogene (LSD (Lysergsäurediäthylamid), Meskalin (Rauschgift, gewonnen aus Kakteen))

·       Stimmulanten (Aufputschmittel, Kokain)

·       Opiate (Amphetamine, erregende Wirkung auf Zentralnervensystem)

·       Empathogene Substanzen (Ecstasy)



Unser Gehirn besteht aus Milliarden von Nervenzellen. Diese besitzen spezifische Rezeptoren für die Transmitterflüssigkeiten, das bedeutet es wird gezielt eine bestimmte Reaktion oder Gemütszustand ausgelöst. Das Suchtverhalten des Menschen ist letztendlich darauf zurückzuführen, dass Drogen und die Transmitterflüssigkeiten auf die gleichen Rezeptoren einwirken. Durch diese Konkurrenzsituation verändert sich die normale Funktionsweise der Nervenzellen im Gehirn, was wiederum unseren Geisteszustand beeinflusst.

4.        Alkohol

Alkohol gab es schon in der prähistorischen Zeit. Die Menschen konnten schon damals kohlehydrathaltige Flüssigkeiten durch einen Gärungsprozess in berauschende Getränke verwandeln. Die Araber entdeckten als erste, im Mittelalter, dass der berauschende Stoff im Wein destilliert werden konnte. Sie nannten ihn Alkohol - das Feinste von etwas.

Alkohol ist wohl eine der gesellschaftstauglichsten Drogen in der heutigen Zeit. Besonders im Kulturraum Österreich ist Alkohol in Form von diversen Getränken wie zum Beispiel Bier, Wein und Schnäpsen weitverbreitet.


4.1.          Wirkung von Alkohol

  • Verminderung der kritischen Selbsteinschätzung, Urteilsunfähigkeit
  • Abbau von Angsten und Hemmungen
  • Euphorie, Ermüdungserscheinungen, depressive Stimmung, Aggressionen

Die unterschiedlichen Grade des Betrunkenseins bezeichnet man im Volksmund als Schwips, Angetrunken, Rausch oder Vollrausch. Sie sind jedoch nichts anderes als unterschiedlich starke Vergiftungserscheinungen.

Stadien der Alkoholwirkung

Stadium wohliger Enthemmung

weniger als 1,0 Promille; bis 50 ml Alkohol

Auswirkungen: Wärmegefühl, Zwanglosigkeit, Fröhlichkeit, Rededrang, gesteigertes

                              Selbstwertgefühl, Selbstüberschätzung sowie Verlangsamung der Reaktionen und Bewegungsabläufe

Rauschstadium

1,0 - 2,0 Promille; 50 - 100 ml Alkohol

Auswirkungen: Gleichgewichtsstörungen und Störungen der Bewegungsabläufe

                              (unsicheres Gehen und Stehen), ferner Sprachstörungen, Enthemmung und Verlust der Selbstkontrolle

Betäubungsstadium

2,0 - 3,0 Promille; 100 - 200 ml Alkohol

Auswirkungen:    Vollrausch, Verwirrtheit, Gedächtnisstörungen, Erbrechen, Ermüdung, Muskelerschlaffung, Atmungsschwierigkeiten

Lähmungsstadium

3,0 - 5,0 Promille; mehr als 200 ml Alkohol

Auswirkungen: Tiefe Lähmung, flache Atmung, Unterkühlung, übergehend in Koma,

                              Reflexlosigkeit - bei weiterem Fortschreiten tritt Atemlähmung ein

Vom Alkohol betroffene Organe sind der Magen, die Bauchspeicheldrüse, das Herz und die Blutgefäße, die Leber, das Gehirn und die Nervenzellen.

4.2.          Abbau

Die Leber des gesunden Erwachsenen kann pro Stunde etwa 0,15 Promille Blutalkohol verarbeiten. Bei Leberkranken oder Menschen, die eine Leberkrankheit hinter sich haben, sinkt dieser Wert bis auf 0.02 Promille.

4.3.          Typen des Alkoholtrinkers

·       Erleichterungstrinker/Konflikttrinker: Trinkt zur Erleichterung bei Schwierigkeiten und ist körperlich nicht abhängig.

·       Gelegenheitstrinker: Trinkt nur selten, wenn es Sitte ist.

·       Gewohnheitstrinker: Aufgrund der Stoffwechselumstellung zeigen sich Entzugssymptome, wenn kein Alkohol getrunken wird.

·       "Quartalsäufer": Verliert in unterschiedlichen Zeitabständen die Kontrolle über das Trinkverhalten und kann in oft tagelange Rauschzustände verfallen.

·       Alkoholiker: Kann praktisch nicht mehr geheilt werden, und muss sich ein Leben lang vom Alkohol fernhalten, um nicht wieder der Sucht zu verfallen.

5.        Nikotin

Obwohl eine Zigarette nur etwa zehn Milligramm Nikotin enthält, ist die Wirkung des Giftes beträchtlich. Herz und Kreislauf kommen in Schwung und der Blutdruck verändert sich. Eine Zigarette regt nicht nur an, sondern beruhigt auch gleichzeitig die flatternden Nerven, weil sich belebende und lähmende Wirkungen überschneiden. Jeder kennt den Nervösen, der zur Entspannung eine Zigarette raucht. Starkes Rauchen führt oft zu Lungen - oder Kehlkopfkrebs.


5.1.          Tatsächlicher Nikotingehalt in "Normal"- und Lightzigaretten

Milligramm Nikotin pro Zigarette:

Marke

"normal"

"light"

Marlboro

12,0

11,8

HB

12,3

11,9

West

11,8

10,9

Camel

12,7

11,5

Stuyvesant

11,0

9,8

Lord

12,1

14,0




Nikotin im Tabak in Prozent:

 Marke:

'normal'

'light'

Marlboro

1,77

2,15

HB

1,83

2,06

West

1,85

1,98

Camel

1,84

1,88

Stuyvesant

1,74

1,84

Lord

1,75

2,37

6.        Cannabis Produkte (Hanf)

Cannabis stammt ursprünglich aus Zentralasien, Afrika und China. Die Kulturpflanze ist eigentlich ein uraltes Arzneimittel das aber auch im religiösen Bereich zur Anwendung kam.

Kurzzeitwirkung (hohe Dosis):

Desorientierung, Angstgefühl, Stimmungsschwankungen, Halluzinationen, Sehstörung, Tiefschlaf

Langzeitwirkung (Dauergebrauch):

psychische Abhängigkeit, Konzentrationsstörungen, Leistungsverlust, Bronchitis, "Echoeffekte" (Flash-Backs)

6.1.          Geschichte des Hanf

Hanf ist eine der ältesten Nutzpflanzen der Menschheit. Er liefert nicht nur Fasern, sondern auch nährstoff- und ölreiche Samen. Besondere Bedeutung wurde ihm aber durch die Verwendung als Heilpflanze zuteil, als rauscherzeugendes Genussmittel, als Aphrodisiakum und als Sakrament zur Erzeugung von religiösen Ekstasen.

Hanf war bereits im dritten Jahrtausend v.Chr. in China bekannt, in Indien wurde er erstmals im neunten Jahrhundert v. Chr. angebaut. Die Sklaven gewannen aus den Samen, Öl und Rauschmittel, die Thraker webten laut Herodot aus den Fasern Kleider. Die Griechen lernten Hanf erst nach dem fünften Jahrhundert v. Chr. - wohl durch nördliche Balkanstämme - kennen und gaben ihn unter dem Namen 'kannabis' an die Römer weiter. Spätestens im dritten Jahrhundert v. Chr. war Hanf den Galliern im Rhonetal, im fünften Jahrhundert v. Chr. auch den Germanen bekannt. Von dort ließ Hieron II. von Syrakus Hanf für Schiffstaue kommen. Bei den Franken blieb der Hanf-Anbau ohne besondere Bedeutung. Doch wurde er bereits zur Karolingerzeit angebaut und auch im späteren Mittelalter (z.B. bei Hildegard von Bingen) häufig erwähnt. Anfang des zwölften Jahrhunderts kannten ihn auch die Slawen in Pommern. Die betäubende Wirkung von Hanf wurde im Abendland durch die arabische Medizin bekannt.

6.2.          Wirkung auf Konsumenten

Der Zeitraum, der vergeht, bis die ersten Wirkungen spürbar werden, hängt von der Art des Konsums ab. Wird Cannabis geraucht, so stellen sich erste Wirkungen bereits innerhalb weniger Minuten ein (volle Wirkung nach 10 bis 20 Minuten). Der Rausch hält zwei bis drei Stunden an. Wird Cannabis oral konsumiert, z.B. im Tee aufgelöst getrunken, so vergeht etwa eine Stunde, bis die Wirkung einsetzt. Der Rausch kann dann aber 10 Stunden oder länger dauern.

Die am häufigsten berichteten körperlichen Wirkungen des Cannabis-Konsums sind eine mehr oder minder ausgeprägte Mundtrockenheit, spürbare Beschleunigung des Herzschlages bis hin zu deutlichem, gelegentlich auch unangenehm erlebtem Herzklopfen. Darüber hinaus kann es zu Anfällen von Heißhunger, vor allem von Hunger auf Süßes kommen.

"Die im folgenden aufgeführten Wirkungen sind den Berichten einer größeren Zahl von Konsumenten entnommen. Es handelt sich somit um subjektive persönliche Erfahrungen; dass die aufgezählten Wirkungen meist positiv erlebt wurden, mag daher Zufall sein. Ebenso wenig sind die berichteten Verbesserungen der Sinnesleistung objektiver Natur, sondern entspringen dem subjektiven Eindruck des von Cannabis Berauschten."[2]

Der Einfluss von Hanf auf die Sinne wird meist als besonders beeindruckend beschrieben. Beim Sehen werden die Farben in der Regel sehr viel klarer und leuchtender erlebt. Das Hören, das Erleben von Klang und insbesondere von Musik werden ebenfalls intensiviert. Oft treten bezüglich der Aufmerksamkeit des Konsumenten auch Details auf, die sich sehr stark in den Vordergrund drängen und den Gesamteindruck fast völlig dominieren.

Nicht nur Gerüche werden intensiver erlebt, sondern auch das mit diesem Sinn eng verbundene Geschmackserlebnis verändert sich und erscheint dem Konsumenten deutlich verfeinert und intensiviert. Vor allem Süßes, besonders aber Schokoladehaltiges erfreut sich unter Cannabis-Berauschten großer Beliebtheit.

Auch der Sex wird als intensiver erlebt beschrieben.

Die Stimmung wird meist von einem entspannten Glücksgefühl, von Heiterkeit bis hin zur Albernheit bestimmt. Häufig stellt sich eine lose Folge unzusammenhängender Gedanken ein. Da die Grenze zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein durchlässiger wird, können vermehrt Erinnerungen an längst vergessen geglaubte Erlebnisse im Bewusstsein auftauchen. In der Regel kommt es nur beim Konsum sehr hoher Dosen zu optischen und akustischen Halluzinationen.

Wie ein Rausch erlebt wird, ist im allgemeinen von der Dosis, von der Umgebung, in der konsumiert wird, und von der inneren Einstellung zur Droge abhängig. Erfahrene Konsumenten vermögen den Rausch und das darin Erlebte sehr weitgehend zu steuern. Außerdem verschwinden bei langjährigen Gewohnheitsrauchern viele der genannten Wirkungen oder werden zumindest als schwächer empfunden.

Dies ist für viele Drogenexperten ein Grund, Cannabis als eine Einsteigerdroge zu definieren. Man benötigt nach der Zeit einen neuen "Kick".

6.3.          Auswirkungen auf das Gehirn

Größtenteils besteht Cannabis aus Tetrahydrocannabinol, kurz THC, das auf spezifische NMDP-Rezeptoren (N-Methyl-D-Aspartat-Rezeptoren) von Hirnrinde, Hippocampus, Hypothalamus und Kleinhirn einwirkt (Bereiche im Hirn). Das Kleinhirn und die ist an motorischen Abläufen beteiligt, während der Hippocampus das räumliche Vorstellungsvermögen, den Orientierungssinn und allgemein Gedächtnis- und Lernprozesse steuert. Diese Veränderung der Hippocampusfunktionen erklärt, warum starke Cannabisraucher im Durchschnitt schlechtere Ergebnisse bei Lern- und Gedächtnistests erzielen. Unter Cannabiseinfluß verändern sich anscheinend auch die Funktionen des endokrinen Systems.

6.4.          Marihuana

Marihuana wird aus den getrockneten Blättern und Blütenständen der bis zu 3m hohen Hanfpflanze hergestellt. Während der Wirkung lassen Muskelkoordination, Lernfähigkeit, Kurzzeitgedächtnis und Funktionen der Sinnesorgane nach.

6.5.          Haschisch

Diese Droge aus dem Stoff der Hanfpflanze wird meist mit gewöhnlichem Tabak zusammen als "Joint" geraucht. Dabei durchströmt den Konsumenten ein Gefühl des Wohlbefindens. Ruhe und Entspannung kehren ein. Hören, Fühlen, Schmecken und Riechen erscheinen ungewöhnlich intensiviert. Die Zeit dehnt sich. Dies zeigt sich zum Beispiel bei folgender Aussage von Charly während des Haschischgenusses als er feststellt "I beobacht mi schon wieder beim Hasch dawisch i mich immer, wie ich mich beobacht"[3].


7.        Halluzinogene

Halluzinogene gelten als psychomimetisch, d. h. sie ahmen in ihrer Wirkung die Symptome gewisser psychotischer Geisteszustände nach. Dazu gehören Halluzinationen, Persönlichkeitsverlust, Sinnestäuschungen, Auflösung der Raum-Zeit-Beziehungen und das Gefühl, vom Körper losgelöst zu sein. Auch Synästhesien, Überlagerungen verschiedener Sinnesreizungen, treten auf.



7.1.          Auswirkungen auf das Gehirn

Halluzinogene hemmen die serotoninabhängige Erregungsübertragung und versetzen dadurch das Gehirn künstlich in jenen tranceartigen Zustand, der beim Träumen auftritt und - unter normalen Bedingungen - durch das Serotonin reguliert wird. Die Hemmung der serotoninabhängigen Erregungsübertragung verursacht außerdem eine Hyperaktivität des Locus coeruleus, eines Nervenzentrums tief im Innern des Gehirns, das Sinnesinformationen sammelt und verarbeitet. Die vom Locus coeruleus ausgehenden noradrenalinhaltigen Nervenbahnen verursachen wahrscheinlich unter dem Einfluss der Halluzinogene eine Hyperaktivität der Hirnrinde.

7.2.          LSD

Dieses Rauschmittel wurde vom Chemiker Albert Hoffmann hergestellt, als er auf der Suche nach einem wehenfördernden Medikament war. Der Wissenschaftler schluckte winzige Mengen des Stoffes und fiel in einen Rauschzustand mit äußerst angeregter Phantasie.

Man fühlt sich heiter und gelassen, manche glauben Flügel zu haben und einige versuchten wirklich durch das Fenster davonzufliegen. Der LSD - Konsument riskiert den Ausbruch einer psychischen Krankheit.

8.        Aufputschmittel

Aufputschmittel sind Stoffe mit anregender Wirkung. Sie greifen die Schlaf- und Wachszentren des Gehirns an und vermindern dadurch auch die Ermüdungserscheinungen und steigern die Leistungsfähigkeit. Wenn sie über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, können sie zu Unrast und Schlaflosigkeit führen.

8.1.          Auswirkungen auf das Gehirn

Sie wirken auf die Nervenbahnen und Gehirnregionen ein, die Dopamin als Transmitter verwenden. Es verhindert die Resorption, also die Aufnahme des Dopamins an den synaptischen Endungen. (Dopamin ist eine Art Glückshormon und ist im Belohnungszentrum unseres Gehirns vorhanden, allerdings auch für Depressionen und Schizophrenie verantwortlich). Die Blockierung der Dopaminresorption durch die Aufputschmittel führt zu einer größeren Verfügbarkeit dieses Botenstoffes an den Synapsen. Der damit verbundene Anstieg der dopamingestützten Erregungsleitung bedingt die psychostimulierende Wirkung dieser Droge. Die anhaltende Dopaminausschüttung bei gleichzeitiger Blockierung der Resorption durch die Neuronen, wie sie beim chronischen Missbrauch auftritt, verursacht im Gehirn einen starken Dopaminmangel. Dies äußert sich in der sogenannten Anhedonie (Unfähigkeit Lust zu empfinden).

8.2.          Kokain

Dieser Stoff wird aus den Blättern der südamerikanischen Kokapflanze gewonnen und erreicht chemisch gereinigt als weißes Pulver die Konsumenten in Europa und Amerika. Geschnupft oder geraucht entfaltet das Kokain schon nach wenigen Minuten seine Wirkung. Der Konsument fühlt sich über alle Maßen glücklich und hat den Eindruck unbesiegbar zu sein. Müdigkeit und Hunger verschwinden. Alle normalen Gefühle werden verstärkt wahrgenommen. Außerdem ist man agil und gesprächsfreudig. Kokain wurde deshalb zur Droge der Leistungsmenschen.

8.3.          Crack

Crack ist eine in Geheimlabors hergestellte Mischung aus Kokain und Backpulver, die geraucht wird. Diese Mischung soll besonders schnell zur Abhängigkeit führen, ein Zustand, die den Produzenten beziehungsweise den Verkäufern durchaus erwünscht ist.

9.        Betäubungsmittel

Opiate mindern die Schmerzwahrnehmung, das heißt, sie wirken schmerzlindernd, indem sie die Schmerzschwelle erhöhen. Der Schmerz wird also weiterhin vom Körper wahrgenommen, vom Gehirn jedoch subjektiv unterbewertet, weshalb er vom Patienten weniger stark empfunden wird. Gleichzeitig wirken Opiate euphorisierend und rufen quasi einen Zustand des allgemeinen Wohlbefindens hervor.

9.1.          Auswirkungen auf das Gehirn

Bereits nach der ersten Einnahme von Opiaten kommt es im Körper zu Veränderungen der Homöostase (Aufrechterhaltung der Körperfunktionen). Das Gehirn löst nun Anpassungsreaktionen aus, um das ständige Gleichgewicht der Zellfunktionen wiederherzustellen. Die Zahl der Membranrezeptoren geht zurück; gleichzeitig nimmt die Fähigkeit gewisser Enzyme zu, Opiatmoleküle zu spalten. Durch diese Anpassungsvorgänge kommt es zur Gewöhnung. Der Drogensüchtige ist gezwungen, kontinuierlich die Dosis zu erhöhen, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Die körpereigene Endorphinsynthese ("Glückshormon") im Gehirn wird unterdrückt. Gleichzeitig verdrängen die von außen zugeführten Opiate die Endorphine von ihren Rezeptoren und ahmen ihre Funktionsweise nach. Eine Überdosis hemmt die Funktion der Zentren für Atmung und Kreislauf im Hirnstamm und führt infolge einer Atemlähmung oder eines zerebralen Ödems (Bildung einer Luftblase) zum Tode. Des Weiteren wirkt sich der Opiumkonsum negativ auf das Hormonsystem aus.

9.2.          Heroin

Die bekannteste illegale Droge wird aus Mohn hergestellt. Im 19. Jahrhundert galt die Droge unter dem Namen Morphium als Wundermittel, bis man entdeckte, dass es auch süchtig macht. In Wasser gelöst wird es direkt ins Blut gespritzt.


10.     Drogen in der Medizin und Medikamentensucht

In der modernen Medizin kommen vor allem sogenannte Psychodrogen zum Einsatz. Damit können Lebewesen fast nach Belieben beeinflusst werden, so ist man zum Beispiel imstande, bei einer Ratte mit Hilfe von Chemie Hunger, Angst oder Reflexe auszulösen, wann immer man will.

Auch Weckamine finden heute ebensolchen Anklang wie die zur Beruhigung beitragenden Tranquilizer. Immer mehr Menschen greifen zu solchen Mitteln, um entweder frisch und quirlig zu erscheinen oder um ihre selige Ruhe zu finden. Allerdings haben Weckamine auch oft Müdigkeitsanfälle und häufige Erschöpfung zur Folge.

Außerdem gibt es auch noch die Medikamentensucht, unter welcher man den Konsum eines Medikaments in unnötig großen Mengen versteht. Dadurch kann bei manchen Medikamenten eine Art Rauschzustand erreicht werden. Mehrfachabhängige benutzen Medikamente nicht nur in vorgeschriebener Dosis sondern weitaus mehr. Der größte Missbrauch wird bei Beruhigungs- und Schlafmitteln, Aufputschmitteln und Schmerzmitteln begangen.

11.     Gründe für Drogenkonsum

Ein Großteil der Drogenkonsumenten sind Jugendliche. Oft treiben familiäre oder schulische Probleme die Jugendlichen in die Sucht. Sie versuchen aus der Realität, zu flüchten und lassen den Stress und die Frustration hinter sich. Diese These wird auch durch zahlreiche Untersuchungen bestätigt. Man hat zum Beispiel herausgefunden, dass 52 Prozent aller jugendlichen (14 bis 22 Jahre) Haschischraucher aus zerrütteten Familien stammen, 72 Prozent befinden sich in schweren Konfliktsituationen und haben sich von ihren Eltern entfremdet.

Die Gründe, warum Jugendliche Drogen konsumieren, können den verschiedenen Umfeldern zugeordnet werden, in denen sie sich bewegen. Im täglichen Kontakt mit Gleichaltrigen wollen sich Jugendliche so gut als möglich in eine Gruppe integrieren, was in den meisten Fällen eine bedingungslose Anpassung bedeutet.

Weiterhin kann der Grund für eine Drogenanfälligkeit das Verlangen nach Eigenverantwortung sein. Früher traten die meisten Jugendlichen eher ins Berufsleben ein, da das Ausbildungssystem nicht so gut war, wie heute. Dadurch wurde ihnen eine Perspektive gegeben uns sie konnten Verantwortung für ihr eigenes Leben übernehmen. Heute verlassen viele junge Menschen, insbesondere weil auch mehr als früher das Gymnasium besuchen, die Schule erst mit 19-20 Jahren. Sie werden die ganze Zeit über geführt und dürfen keine oder nur wenig Verantwortung für sich übernehmen. Dies können sie zum Beispiel damit kompensieren, dass sie Drogen welcher Art auch immer einnehmen und so das Gefühl bekommen, Verantwortung für sich und ihre Gesundheit zu haben und selbst zu bestimmen, wie weit sie gehen können.

Als letzten Punkt müssen Ursachen genannt werden, die nicht von außen kommen, sondern eher aus der Persönlichkeit eines Jugendlichen. Der Mensch ist von Natur aus neugierig und hat den Drang, neue Erfahrungen zu sammeln. So kann einen Jugendlichen, der sonst eigentlich keine Probleme hat, einfach nur die Neugier dazu treiben, auszuprobieren, wie es ist, unter dem Einfluss von Drogen zu stehen. Er hat schon davon gehört oder gelesen und will nun selbst die Erfahrung machen, ob sich die Wahrnehmung verändert und euphorische Gefühle auftreten.

Im Stück "Magic Afternoon" bewegen Charly und Joe keiner der angeführten Punkte sich der Droge Hasch hinzugeben, vielmehr wollen sie mit dem Konsum "einfach nur schauen, ob dann was passiert"[4]. Die Droge wird eigentlich nur genossen um den vorher beschriebenen vor sich hin gelebten Alltagstrott zu entfliehen. Die Nebenwirkungen sind die bereits erläuterten wie zum Beispiel stark schwankende Gemütszustände sowie euphorische Gefühle. Auch die Einschätzung von Situationen wird getrübt und Hemmungen werden verringert in Bezugnahme des Belästigungsversuches von Joe an Birgit, welche ihn in einem der folgenden Handgemenge niedersticht.


12.     Literaturverzeichnis

Primärliteratur

Wolfgang Bauer, "Schauspiele 1967 - 1973", Verlag Droschl, Erstausgabe 1986

Sekundärliteratur

Wolfgang Bauer, "Schauspiele 1967 - 1973", Verlag Droschl, Erstausgabe 1986

ORF Dokumentation "Wolfgang Bauer - Stets ein Fremder in mir", ein Film von Thomas Roth, erschienen 1995

Zeitschrift "Der Spiegel", Ausgabe 09/99

http://www.aeiou.at/aeiou.encyclop.b/b161016.htm

http://polyglot.lss.wisc.edu/german/austria/bauer.html

http://gewi.kfunigraz.ac.at/~droschl/bauer.htm

http://www.sfd.at/dyn/lehrkoerper_detail?id=14

http://www.drug-infopool.de/rauschmittel.html

http://www.id-contact.de/

http://www.partypack.de/

http://www.drogeninfo.de/

http://www.technoguide.de/overdose/

http://www.kmdd.de/indexie.html



[1] Helmut Karasek in "Der Spiegel" Ausgabe 09/99

[2] Fachmagazin "Grow", Ausgabe 2000

[3] Wolfgang Bauer, "Schauspiele 1967 - 1973", Verlag Droschl, Erstausgabe 1986, Seite 34

[4] Wolfgang Bauer, "Schauspiele 1967 - 1973", Verlag Droschl, Erstausgabe 1986, Seite 30










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