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Revolution in Spanien - Bismarck

d) Nach einer erfolgreichen Revolution in Spanien versuchte Bismarck, einen Prinz preussischer Herkunft auf den spanischen Thron zu setzten. Deshalb sah sich Frankreich von der Einkreisung bedroht und Napoleon III , dessen Prestige schon stark angeschlagen war, protestierte heftig dagegen. Der in Ems weilende preussische König wies in einer Depesche (=Telegramm) an seinen Ministerpräsidenten und Bundeskanzler die Forderungen zum Teil zurück. Bismarck kürzte diese Depesche absichtlich so stark, dass sie zu einer Beleidigung für die Franzosen wurde. Hätte Napoleon die Schlappe akzeptiert, hätte sein Régime kaum mehr weiterbestehen können, weil die Bevölkerung schon brodelte. Als Alternative blieb ihm nur noch die Kriegserklärung an Preussen, zu der er sich entschloss.

e) Im Januar 1871, während der Belagerung von Paris, erzwang Bismarck den Zusammenschluss der kriegführenden deutschen Staaten zum Deutschen Reich. Die Reichsverfassung wurde weitgehend vom Norddeutschen Bund übernommen. Es wurden einige Namen geändert, und die süddeutschen Staaten waren nun auch im Bundesrat vertreten. Dadurch wurde die preussische Übermacht etwas zurückgedrängt. Nach wie vor waren aber die wichtigsten politischen Positionen von Preussen besetzt, und einige davon wurden gerade von ihnen übernommen. Das Deutsche Reich nannte sich einen demokratischen Bundesstaat, aber das ehemalige Preussen und sein König hatten trotzdem viel mehr zu sagen, als die anderen.



f) Weil Frankreich dem Deutschen Reich haushoch unterlegen war, musste es den ihm aufgezwungenen und ungerechten Friedensvertrag unterzeichnen. Es musste das Elsass und einen grossen Teil Lothringens abgeben, was es nie ganz verschmerzen konnte. Noch Jahrzehnte später waren deshalb Frankreich und Deutschland verfeindet. 


Zum Deutschen Reich gehörte Preussen (Schleswig Holstein, Westfalen, Rheinprovinz, Nassau, Posen, Thüringen, Sachsen, Schlesien, Anhalt, Lippe, Brandenburg, Hessen, Hannover, Pommern), neu dazugekommen waren Bayern, Württemberg, die Pfalz und Elsass-Lothringen.


Der "cauchemar des coalitions" war Bismarcks Angst, Frankreich könnte sich mit Nachbarstaaten Deutschlands verbünden. Er hatte ausserdem auch Angst vor Krieg in Europa, weil er glaubte, das könne seinem Land, das sich in einer Mittellage befand, nur schaden. Es gab in Europa verschiedene Spannungsgrundlagen, wie die Orientfrage, die Kolonialpolitik und den Irredentismus. Diese nützte Bismarck aus, um mit seinem diplomatischen Geschick sowohl einen Krieg, wie auch einen vollständigen Frieden zu verhindern. Sein "System der Aushilfen" wie er es nannte, bestand darin, möglichst viele Staaten mit Bündnissen an Deutschland zu binden. Er spielte sie abwechselnd gegeneinander aus, um dann wieder zu vermitteln. Nur Frankreich blieb immer isoliert. So war Deutschland sicher. Diese Politik bedingte, dass Deutschland nicht expandierte, was Bismarck aber sowieso nicht wollte. Mit diesem System hatte der Kanzler die Fäden Europas in seiner Hand.


Das Problem war die Landverteilung an die frei gewordenen Bauern, die bis anhin kein Eigentum besessen hatten. Der Zar Alexander II verfügte, dass die Herren einen gewissen Teil ihres Landes (ca. die Hälfte) an "Mir" (=bäuerliche Dorfgesellschaften) abgeben mussten, die ihnen dafür Abzahlungsraten zu entrichten hatten. Das Land wurde dann auf die einzelnen Bauern verteilt, blieb aber Eigentum der Mir. Aus Gerechtigkeit wurde es von Zeit zu Zeit umverteilt. Dies verhinderte jedoch die Bodenverbesserung, da die Bauern nur die nötigste Arbeit in das Land steckten, das sie ja schon bald wieder weitergeben mussten. Ausserdem bekamen sie wegen dem Bevölkerungswachstum bei jeder Umverteilung weniger Land. So bebauten die Bauern nun nicht nur weniger und schlechteres Land als vor der Befreiung, sondern gerieten auch noch in Zinsabhängigkeit.


Russland wollte zeigen, dass es sich von Aufständischen aus "Fremdvölkern" nicht beeinflussen oder sogar einengen liess. Als Folge wurden die Reformen von Gerichtswesen und Verwaltung sofort abgebrochen und die Russifizierungspolitik verstärkte sich. Mit allen Mitteln der Staatsgewalt versuchte man die Leute anderer Herkunft zu wahren Russen zu erziehen. Dies sollte ein abschreckendes Beispiel sein, das jedoch viele Probleme mit sich brachte.


Der Rechtspositivismus besagt, das vom Staat gesetzte positive Recht müsse und könne keine Begründung haben. Er ist der Gegensatz des Naturrechts, das auf Instinkt, Vernunft und Erfahrung aufbaut.


Chemie: Wertvolle Fortschritte in der organischen Chemie hatten zur Folge:

Rationelle Anbautechnik und damit Steigerung der Agrarproduktion (Liebig)

Theorie der Wertigkeit und Benzolring (Kékulé)

Periodensystem der Elemente (Mendelejew und Meyer)

Spektralanalyse ermöglichte den Nachweis der materiellen Einheit der Universums (Kirchhoff und Bunsen)

Medizin: Dank neuen Immersionsmikroskopen und der Entwicklung der Methode zur Färbung mikroskopischer Präparate fand man viel mehr über Bakterien heraus. Ausserdem waren die Chemotherapie und vor allem die Impfung die wichtigsten Erfindungen. Mit dieser und mit verbesserter Hygiene konnten folgende Krankheiten in Europa ausgerottet werden: Pest, Cholera, Pocken, Kindbettfieber. Stark eingedämmt wurden: Wundfieber, Typhus, Diphterie, Tuberkulose und Syphilis.

Die Chirurgie wurde wichtiger durch sterile Wundbehandlung, besseres Wissen um die Funktionen und Beschaffenheit der Körperorgane, Röntgendiagnose und Entwicklung der Narkosebehandlungen.


Das war der Kampf in der zweiten Jahrhunderthälfte zwischen der römisch-katholischen Kirche und dem Staat. Der Streit entbrannte, als 1870 das Erste Vatikanische Konzil erklärte, der Papst sei unfehlbar. Das führte auch zur Abspaltung der Christkatholiken. Der Protestantismus war sehr frei und ohne kirchliche Führung, deshalb war er vom Kulturkampf nicht stark betroffen. Dort ging es vor allem darum, dass das Papsttum sehr stark gegen alle liberalen, positivistischen und materialistischen Zeitströmungen war.

Ausserdem anerkannten die Katholiken gewisse wissenschaftliche Erkenntnisse nicht (im Sinn des Positivismus), sie bestanden zum Beispiel auf der unbefleckten Empfängnis von Maria. Der Staat erstellte in dieser Zeit viele Gesetze, die die Kirche einschränkten und hinderten, bis heute aber grösstenteils wieder aufgehoben wurden. Der passive Widerstand der Katholiken war jedoch so gross, dass ihr Glaube gefestigt und gestärkt aus dem Kulturkampf hervorging.


Im letzten Jahrhundertviertel war die Malerei durch den Impressionismus geprägt, der sich von Frankreich aus (Renoir, Monet, Degas) über Europa (Liebermann, Korinth) ausbreitete. Dieser Stil war ein Festhalten des ersten Eindrucks, ein Suchen von Farb- und Lichterscheinungen, sowie die Darstellung des Schönen und Positiven. Der Impressionismus war eine Steigerung des vorhergehenden Realismus. In der Musik wurden die Kompositionen von Debussy als impressionistisch bezeichnet.

Zur gleichen Zeit fand in der Literatur der Naturalismus statt, auch er eine Steigerung des Realismus. Seine Vertreter (Ibsen, Zola, London, Sinclair, Dostojewski, Hauptmann) übten starke Kritik an der bürgerlichen Welt dieser Zeit aus und beleuchteten die negativen Seiten des Menschen und seines Daseins.

Darauf folgte in der Literatur der Irrationalismus, der versuchte, das sinnlich nicht Wahrnehmbare auszudrücken. Dies wurde mit hintergründiger Darstellung (Tolstoj, z.T. Dostojewski), lyrisch musikalischer Gestaltung (Verlaine, Hofmannsthal, Rilke) und mystischem Symbolismus (Rimbaud, George, d'Annunzio) erreicht.

Die selbe Zeit nennt man in der Malerei Expressionismus. Die Maler versuchten nicht mehr das Sichtbare abzubilden, sondern das Hintergründige zu malen (van Gogh, Munch, Marc, Kirchner, Heckel, Nolde, Beckmann). Der Expressionismus setzte sich vor allem in Deutschland durch.

Auch zum Ziel der Überwindung der optischen Wirklichkeit kam auf einem ganz anderen Weg Henry Rousseau, der den Primitivismus begründete.

Die nächste Steigerung war der Surrealismus, der sich nicht mehr am Sichtbaren orientierte (z.B. Dalí).

Der Jugendstil mit seinen schwungvollen, blumigen Verschnörkelungen fand vor allem im Kunstgewerbe, aber auch in der Malerei beachtung (Munch, van Gogh, früher Picasso, Hodler, Matisse). Reine Jugendstilbauten entstanden vorwiegend in Städten Österreich-Ungarns.

Darauf folgten abstrakte Kunst und atonale Musik, die jedoch schon dem Beginn des 20. Jahrhunderts angehören.


Herr Ratgeb sagte, er könne uns in so kurzer Zeit keine befriedigende Antwort geben. Herr Jeanneret konnte uns zwar den Quantensprung und seine Folgen einleuchtend erklären, den Rest jedoch auch nicht beantworten.







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