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Der Barock




 

Der Barock

 

 

Der Barock



I. Die Barocken Gegensätze

1. Gegensatz: Protestantisch norddeutsch gegen katholisch süddeutsch

     -   Das Gefühl nationaler Zusammengehörigkeit lag weit hinter dem Gefühl der

     religiösen Zusammengehörigkeit. à 30-jähriger Krieg

-   Es wurde im dreißigjährigen Krieg gebrandschatzt und gemordet (1/3 der deutschen Bevölkerung getötet)

Im 30jähringe Krieg waren Pessimistische Stimmungen vorwiegend. Die Bevölkerung wurde darauf vorbereitet, jeden Tag sterben zu müssen.

à Willkür, Chaos

à die menschlichen Regeln gelten nicht mehr

à Wirken des Teufels

Hieraus wollte man wieder Ordnung schaffen

à Ordnung war göttlichen Ursprungs (wer Ordnung schaffte, führte Gottes

Willen aus)

    

Kunst war im Barock nur Kunst, wenn sie sich nach sehr genauen Regeln richtete. (Der beste Künstler war derjenige, der am genauesten die Regeln einhielt.) Auch in der Literatur gab es eine große Nachfrage nach Regeln (z. B. genaue Regeln für das Barocke Drama).

In der Musik schrieb Bach unter alle seine Werke 'SDG' (solo deo gloria - lat.  zur alleinigen Ehre Gottes). Das Verlangen nach Ordnung war auch im Gartenbau sehr groß (à Schlossgärten, Versailles). Die Architektur ist streng geometrisch, genau ausgerichtet.

 

Renaissance Optimismus à 30jähriger Krieg à Barockpessimismus à Sehnen nach Ordnung in Kunst, Musik (àPlagiate), Gartenbau und Häusern

So wie es im Himmel eine Hierarchie gibt, so soll es sie auch auf der Erde geben à Gottesgnadentum à Absolutismus:


Kaiser

König

Herzog

Fürst

Graf

Freiherr

Baron

Herr von


2.  Gegensatz: Höfisch - absolutistisch ßà gegenhöfisch - bürgerlich

Da die Macht der mittelalterlichen Städte (z. B. Nürnberg) infolge der Entdeckung der neuen Welt und dem damit verbundenen erstarkenden Fernhandel abnimmt, gehen die städtischen Künstler an die Höfe der Adligen. Dort dichten sie 'zugunsten' der Adligen (à Panegyrik).

1.  Sie legen den höfischen Stil fest (Literatursprache als Gegensatz zur    Umgangssprache)

2.  Inhalte der Dichtung sind höfischer Natur (über Adlige und den Hof):

     Intrigen, politische Stücke, Ruhmestaten à 'Staatsaktion'

     a)  'Das Buch von der deutschen Poeterey' von Martin Opitz

Die Dichter des Barocks sind nicht am persönlichen, subjektiven Interessiert, wie heutzutage. Sie müssen Geschichten vom Hofe erzählen, was heute nicht mehr vorstellbar wäre. Das Einzelschicksal (seelische Nöte usw.) ist im Barock nicht von Interesse, sondern die Gesetzmäßigkeit und die Regelmäßigkeit.

Gegenhöfisch (Bürgerlich):

Die gegenhöfisch - bürgerliche Dichtung ist moralisierende, satirische Dichtung (Satire: Das Lächerlichmachen ernster oder sich für ernst haltende Sachverhalte. Stilmerkmale: Ironie, Parodie (gleiche Form, anderer Inhalt), Travestie (gleicher Inhalt, andere Form)). Durch diese Dichtung wollten die Bürger ihre Machtlosigkeit und Unterwürfigkeit überspielen und sich dadurch zu den Überlegenen erheben. Die bürgerliche Haltung war eine Gegenbewegung zu dem verkommenen und verworfenen Adel.

Bekannte Dichter des Barocks:

- Moscherosch

- Logar

- Grimmelshausen ('Die Abenteuer des Simplicinus Simplicissimus')

3. Am Ausland orientierte Tendenzen - Deutschtümelei

In der Renaissance wurde die Literatur (Dichtung) in Latein geschrieben. Unter Luther und von Hutten wandelt es sich zu der deutschen Sprache als Literatursprache. Die Dichter des Barocks wollten Literatur in deutsch schreiben. Doch durch den viel zu geringen aktiven Wortschatz der Deutschen (ca. 2000 Wörter) konnten sie das nicht. Sie mussten erst die deutsche Sprache an die Dichtung anpassen. Da damit viele Schwierigkeiten verbunden waren, wendeten sich die Dichter an das Ausland (Italien, Frankreich), um zu sehen, wie diese es geschafft haben, die Sprache anzupassen. Man sah, dass das Ausland Sprachgesellschaften gegründet haben, die die Sprache entwickeln sollte. Plejad war eine Französische Sprachgesellschaft (Dichterkreis) um den Dichter.

Die Ziele waren:

-   Schaffung einer literaturfähigen Sprache (stilistisch, grammatikalisch, Wortschatz)

-   Beiseiteschieben mittelalterlicher Traditionen

-   Einführung von Neologismen (Wortneuschöpfungen)

Aus der Plejad entstand 1635 die Académie francaise. Die Akademie besteht aus 40 Mitgliedern, die auf Lebenszeit gewählt werden. Die Ziele der Akademie waren:

-   Pflege der französischen Sprache, Kunst und Wissenschaft

-   Reinhaltung der französischen Sprache

-   Verteilung von Literaturpreisen



-   Herausgabe des 'Dictionnaire de l´Académie'

Italien ging über, eine eigene Sprache (statt Latein) zu entwickeln. Doch die Italiener hatten das selbe Problem wie alle anderen, nämlich, dass ihre italienische 'Umgangssprache' nicht für Dichtung und Literatur geeignet war. Bei ihrem Verfahren waren sie ähnlich wie die Franzosen, sie gründeten eine Akademie (akademia della crusca).

Die deutschen Sprachgesellschaften

Allgemein:

1. Literarische Gesellschaften

2. Sie standen meist unter Führung adliger Persönlichkeiten.

3. Aufgabe: Pflege der Sprach- und Dichtkunst

4. Mitglieder mussten sich verpflichten zu

a) Gebrauch der deutschen Sprache

                             b) Vermeidung von -   Grobianismen

-    Fremdwörtern

-    Dialekt

5. Vierter Versuch zur Schaffung einer neuen deutschen Hoch- oder

Literatursprache Vorherige Versuche:

a) 800 v. Chr. -> Karolingische Renaissance

b) zweiter Versuch: Mittelhochdeutsche Dichter zur Zeit der Stauffer

c) Luther (Bibelübersetzung)

    

Als Hochdeutsch wird das Deutsch bezeichnet, von dem man in Dtl. annimmt, dass es das richtige Deutsch sei. Die Grammatik (nicht die Phonetik) ist das entscheidende Merkmal des Hochdeutsch.

'Die Fruchtbringende Gesellschaft' (wichtigste deutsche Sprachgesellschaft)

(In ihrem Siegel war eine Palme, deswegen auch 'Palmenorden")

1. Gründer: Fürst Ludwig von Anhalt-Köthen; gegründet 1617 in Weimar

2. Vorbild: academia della Crusca

3. Satzung:

-   verträglich, lustig, gütig

-   Hochdeutsch ohne Mundart

-   Vermeidung von Fremdwörtern

-   Eintreten für ein deutsches Nationalbewußtsein auf der Grundlage der deutschen Sprache

-   keine Aufnahme von Theologen

-   Anrede mit von der Gesellschaft verliehen Namen (z.B. 'Oh mein Haarigster')

-   wichtigste Mitglieder: Fürst Ludwig (der Nährende), Opitz (der Gekrönte),

     Moscherosch (der Träumende), Gryphius (der Unsterbliche), Cesen (der

     Wohlsetzende), Logau (der Verkleinernde)

4. Diese Gesellschaft wurde zum Vorbild aller anderen deutschen

Sprachgesellschaften

Namen anderer Sprachgesellschaften:

-   Schlaraffen (heute: Pflege der Kunst, der Geselligkeit, der Heimat und des Humor)

     -   die aufrichtige Tannengesellschaft (Straßburg)

     -   Teutschgesinnte Genossenschaft (Hamburg)

     -   Löblicher Hirten und Blumenorden an der Pegniz (oder Pegnizschäfer)

(Nürnberg)

     -   Elbschwanenorden (Lübeck)

     -   Kürbishütte (Königsberg); wichtigster Vertreter: Simon Dach;

Die Mitglieder der Kürbishütte waren alle bürgerlich; sie legten sich Schäfernamen aus der Antike zu.

Wichtige Ziele und Aufgaben waren:

Beschäftigung mit dem Vanitas - Gedanken (Vergänglichkeitsgededanke)

              -   viele ihrer Lieder begannen mit der Anrede 'an mich', 'an sich selbst'

-    sie schrieben Lieder auf ihren eigenen Tod

-    sie waren hauptsächlich die Verfasser berühmter Volkslieder

-    sie verwendeten häufig lateinische Gedichtüberschriften

 

Die drei Faktoren zur Schaffung einer neuen deutschen Hoch- und Literatursprache im Barock:

1.  Poetiken: Die Handbücher zum Erlernen der Dichtkunst

2.  Sprachgesellschaften:

          -   Verwendung der deutschen Sprache

          -   Vermeidung von:

                   -   Grobianismen

                   -   Fremdwörtern

                   -   Lehnwörtern

3.  Übersetzungen (zur Schulung des eigenen Sprachverständnisses)

II. Generationsunterschiede

Generation
Jugendzeit
Schaffensperiode

1. Generation

    Voropitzianer

In den Auseinandersetzungen der Reformationszeit

Größtenteils noch vor dem 30-Jährigen Krieg

2. Generation

    Dichter um Opitz

Vor dem Krieg

In den beiden ersten Jahrzehnten des Krieges

3. Generation um Gryphius




    1. Schlesische Schule

Während des Krieges - keine Erinnerung an den Frieden

Während des Krieges und das erste Jahrzehnt danach

4. Generation um               

    Lohenstein

    2. Schlesische Schule

Während und nach dem Krieg

In den sechziger und siebziger Jahren des 17. Jahrhunderts

5. Generation

    Um Johann Christian   

    Günther

Nach dem Krieg

Die beiden letzten Jahrzehnte des 17. Jahrhunderts

III. Stilmerkmale des Barocks

1. Emblem

Bild (Pictura)

 
Diversa Ab Aliis Virtute Valemus                      Überschrift (Inscriptio)

Passer ut ova fovet flatu vegetante marinus:          Unterschrift (Subscriptio)

Sic animat mentes gratia dia pias.

So wie der Strauß durch seinen Atem die Eier zum Leben erweckt, so beseelt die göttliche Gnade die Gemüter der Frommen (zum ewigen Leben).

Pictura: Naturgesetz, Natürliches, Geschichte,

Warum Emblemaitk?

Im Barock entstand ein neues Weltbild.

à herber Machtverlust der Kirche (Heilsgewissheit durch den auf die Menschen der Erde als Mittelpunkt des Universums sehenden Gott)

à Unsicherheit der Menschen

à Embleme veranschaulichen, bieten Ordnung und Rückhalt.

à genaue Kunst stand unter der Emblematik

Weitere Beispiele für Embleme (kurzmöglichst als Doppelwort): 'Krokodilstränen', Tugendfels ('Wie ein Fels in der Brandung'), Basilisk

Die Emblematik verschwand, als man herausfand, dass einige Darstellungen schlichtweg falsch waren.

2. Der Petrarchismus

-   zweites großes erotisches System in der europäischen Literatur nach dem Minnesang

-   die Frau ist der Mittelpunkt des Petrarchismus (auch durch Maria - Verehrung)

-   der P. ist keine Erlebnislyrik

-   die Petrarchisten übernehmen die erotischen Grundzüge von Petrarcha

     +   der Mann ist klagender Sklave der Frau

     +   Die Frau ist eine kühle Herrin ('Machtweib')

     +   Mann erleidet Liebesqualen, ist eine Schwächling

     -   Ideale:   korallenroter Mund, Schwanenhals (weiß), blonde Haare

3.  Insistierende Nennung

     -   Betrachtung eines Sachverhalts aus möglichst vielen Perspektiven

4.  Verschobener Schwerpunkt

     Im v. S. kommt der Dichter zur eigentlichen Aussage des Gedichtes

5.  Konklusionsschema

-   Wiederaufnahme von Wörtern in der letzen Strophe, die in den vorhergehenden Zeilen vorkamen.

6.  Umgekehrtes Konklusionsschema

     -   s. III., 5.

7.  Wechselsatz

-   aus einer Satzreihe wird ein Wechselsatz (erst Nennung der Subjekte, dann der Prädikate)

Bsp.: Die Sonn' m | Ein Pfeil | Der Wind | Verbrennt | Verwundt | Weht hin

8.  Antithese

     -   alle Einzelwörter

     -   Wortgruppen

     -   Sätze

     -   Strophen

     -   Gedichtpaare

     à Alexandriner (ABC || abc)










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