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Die Geschichte des Deutschen Nationaltheaters und der Weimarer Nationalversammlung



Die Geschichte des "Deutschen

Nationaltheaters"

 und der Weimarer

Nationalversammlung

Nationaltheater


(Geschichte und Bedeutung)

 

Def. Nationaltheater:  die führende, beispielgebende und repräsentative Bühne eines Landes

 

18. Jahrhundert:

-fahrende Theatergruppen gehören zur Theaterrealität im 18. Jhd.

um ca. 1769:

-Schauspielergruppen spielen im sog. Reithaus(-theater)

um ca. 1770:

-"Seylersche Theatergesellschaft"  (bis Schloßbrand 6. Mai 1774)

1775:

-auf Einladung des Herzogs Karl  August im Oktober reist J. W. von Goethe nach Weimar

-Gründung des sog. "Liebhabertheater" (Amateurgruppe!) unter Bertuchs Initiative und Leitung

 (als Theatergebäude dient das Schloß Tiefurt oder ein Redoutenhaus, ab 1780 auch das Weimarer Komödienhaus)

1779/80:

-Errichtung (79) und Eröffnung (07.01.1780) des ersten Theatergebäudes (Weimarer Komödienhaus)

 auf dem "Theaterplatz" durch den Baumeister Andreas Georg Hauptmann gegenüber dem Wittumspalais 

 (damals noch außerhalb des Stadtzentrums)

-Höhepunkt der Geschichte des "Liebhabertheaters" ist die Aufführung Goethes "Iphigenie" in der Prosafassung unter Goethes Leitung

 (Titelfigur spielt die bekannte, von Goethe nach Weimar geholte Schauspielerin Corona Schröter)

1783:

-eine neue Schauspielertruppe unter Leitung von Joseph Bellomo macht das Theater professioneller

 (im Laufe der Jahre aber durch Uneinigkeiten, zunehmend geringer werdende Qualität durch die anspruchsvolle

 Herzogin Anna Amalia

 gekündigt!)

1786-1788:

-heimliche Italienreise Goethes (Rückkehr in Weimar am 18. Juni 1788)

-Trauerspiel "Egmont"

1790:

-im März Abreise zu seiner 2. Italienreise  und Rückkehr nach Weimar im Juni

1791:

-Goethe übernimmt die Leitung als Theaterdirektor im Weimarer Komödienhaus

-Gründung der Theatergruppe "Hoftheater" (u.a. durch Carl August  [bereits 1780 gefördert])

seit Mitte 90er:

-beginnende Zusammenarbeit mit Schiller am Theater

Ausprägung des "Weimarer Stil" durch die `Theaterarbeit` von Goethe und Schiller (seit dato bekannt in ganz Europa),

"d.h. Theater wird zur ästhetischen Instanz: Mittel zur Realisierung der Klassik und Eroberungsfeld" (1 S. 71)

April 1796:

-Aufführung Goethes "Egmont" mit Iffland (Modedramatiker u. Schauspieler; Goethes Freund), bearbeitet von Schiller

März 1802:

-in Bertuchs "Journal des Luxus und der Moden" veröffentlicht Goethe einen Artikel, eine Art Rechenschaftsbericht,

 in dem auf die elfjährige Geschichte der Weimarer Bühne zurückgeblickt wird

 (Ausschnitt: " Hoftheater, bald elf Jahre besteht, darf man sich schmeicheln, in diesem Zeitraume solche Fortschritte gemacht zu

                     haben, Zufriedenheit und die Aufmerksamkeit der Fremden ")

1803:

-Erscheinung Goethes "Regeln für Schauspieler" (zusammengefaßt von Eckermann)

1817:

-Goethe legt Theaterleitung nieder (wegen Intrigen!?)

 Ende einer Epoche deutscher Theaterkultur!

1825:                     

-Brand zerstört Weimarer Komödienhaus

-Gründung/Erbauung des Weimarer Hoftheaters nach fünfmonatiger Bauzeit

-Goethes Bilanz zur (Weimarer) Theaterkultur im "Journal des Luxus und der Moden"

 (überliefert: "Für das, was hier geleistet worden, stand das bescheidene Haus als kleines Wunder da. Die

 Aufmerksamkeit von ganz Deutschland war darauf gerichtet. Der Reisende betrat es mit Anwandlung von

 Ehrfurcht")

bereits 1905:          

-eine historische Chance wurde verpaßt, an der Belvedere-Allee ein sog.

 "Dramatisches Nationaltheater" als Ausdruck moderner Bühnenkunst zu errichten, ge-

 fordert von der (berühmten) Schauspielerin Louise Dumont und ihrem Ehemann

 Gustav Lindenmann

1907:

-Abriß des "alten" Hoftheaters

 (Zitat: "architekturgeschichtliche Barbarei")

11. Januar 1908:     

-Wiedereröffnung des (neoklassischen) Hoftheaters (jetzt wesentlich größer!)

im Jahr 1919:

-Tagung der Weimarer Nationalversammlung im Weimarer Hoftheater

 Def. Nationalversammlung:  Eine Versammlung, vor allem zum Zweck der Verfassungsgebung

                                                  gewählte Volksvertretung

                                                                                       Einschub: Die Weimarer

Nationalversammlung

November 1918:

-Ende des 1. WK durch völlige Kapitulation Deutschlands

 D im Umbruch/Neuorientierung (bedeutet: eine Verfassung auf dem Prinzip der Volksouveränität muß das ausgediente monarchisches

 Prinzip ablösen, gefordert von der Mehrheit in Deutschland!)




19. Dezember 1918:

-Allgemeiner Kongreß der Arbeiter- und Soldatenräte Deutschlands setzt Termin für die Wahl einer Verfassunggebenden Deutschen

 Nationalversammlung (NV) fest. Der Rat der Volksbeauftragten unter dem Vorsitz von Friedrich Ebert berät noch die Frage, wo die NV

 tagen sollte, da die (Reichs-)Hauptstadt Berlin dazu ungeeignet schien (denn: chaotische Zustände durch Militär und Freikorps;

 "Spartakusaufstand").

 Jener Rat entschließt sich dann (20.01.1919) für einen Tagungsort in Weimar (Vorteile  gg. Berlin: relative Sicherheit; großes "Mißtrauen"

 gg. Berlin; Weimar "als Herz Deutschland"; Weimarer Hoftheater ideal Tagungsort geeignet:: " ein sehr moderner, frei-

 zügiger Bau und würde eine vorzügliche Verbg. zw. Regierung und Parlament gestatten. "[Oberregierungsrat Dr. Schulze2];

 Weimar wird als positives Symbol deutscher Geschichte/Gegenwart [Goethe u. Schiller] empfunden)

19. Januar 1919:

-Wahl zur 1. Deutschen NV (Mehrheit für demokratische Parteien: SPD: 37,9%, DDP: 18,5%, Zentrum [CDU]: 19,7%; Beteiligung: >

 83%). Wahlberechtigt waren alle Männer und (erstmals auch) Frauen über 20 Jahren (geheimes Verhältniswahlrecht)

31. Juli 1919:

-demokratisches "Verfassungswerk" (Weimarer Reichsverfassung [WV]) durch die sog. "Weimarer Koalition" (seit 13.02. unter dem Kab

 inett Philipp Scheidemann; bürgerliche Parteien: siehe 19.01.) beschlossen (262 gegen 75 Stimmen)!!!

 (wesentl. Inhalt: Grundsatz der Volkssouveränität (allgemeines Wahlrecht,

                           Volksbegehren und -Entscheid, Grundrechte, )

 11. August 1991:

-Verfassungstag (Deutsches Reich wird parlamentarische Republik durch Unterzeichnung des Reichspräsidenten der WV)

-Erklärung/Umbenennung (Januar) zum "Deutschen Nationaltheater" im Auftrag der Landesregierung

 (später: Anbringung am Gebäude einer Bronzetafel: "In diesem Hause gab sich das deutsche Volk durch seine Nationalversammlung

                                                                                    die Weimarer Verfassung vom 11. August 1919")

9. Februar 1945:     

-durch Bombenangriff im 2. Weltkrieg bis auf die Außenmauern zerstört (Zitat Henry van de Velde: "Einen

 Akt des Vandalismus")

zw. 1945 - 1948:     

-an gleicher Stelle wird das Nationaltheater wieder aufgebaut

28. August 1948:ÿ-Wiedereröffnung des "Deutschen Nationaltheaters" (mit neuer Innengestaltung) durch die Uraufführung von

 Goethes "Faust I"

1949:                      

-"Goethejahr" mit berühmter Rede von Thomas Mann

 (Schwerpunkt: "Die `Erschütterung` des Re-Emigranten `beim Wiederbetreten` des heimatlichen Boden bestimmt den Inhalt der Rede"

 [1 S .78])

Heute:

-vielfältiges Theaterangebot/-programm, sowohl klassische als auch moderne Werke sind auf den

 Spielplan

1999:

-Weimar "Kulturstadt Europas 1999"

 

 

 

 

 

 

Quellen:  1Weimar-Jena/Epochenzentrum um 1800,                                         Weimar, hg. v. Carola Swoboda,

                 hg. v. Kopfermann, Steinbach, Stuttgart 1992,                                  Mannheim 1991, S. 37

                 S. 70 - 79

 

                  Spaziergänge durch Goethes Weimar, Paul Raabe,                        2o. Namen, Weimar 1918 - 1933. Die Geschichte der

                  Zürich 1990, S. 31f.                                                                            ersten deutschen Demokratie,

                                                                                                                             in: MERIAN, o. Datum, S. 155ff.

                   Das moderne Lexikon (Band 13),

                   Verlagsgruppe Bertelsmann GmbH / Lexikon-Verlag,                       Weimarer Republik-Nationalsozialismus,

                   o. J., mehrere Orte                                                                             C. C. Buchner Verlag, Bamberg 19942

                

                 Stefan Bals, Thesenblatt: Biographie J. W. von Goethe                     Bernd Huber, Hefteinträge in Geschichte

                 Moosburg 22.04.1996                                                                          Moosburg, 1995

Weimar im Internet:                                                                   Fremdenverkehrsamt Weimar:

http://www.weimar-klassik.de                                                    Tel. 03643/19433

http://www.uni-weimar.de/weimar                                              Tourist-Information Weimar:  Tel. 03643/24000










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