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Aspekte des Tourismus




1. Einleitung:

Jede und jeder von uns war schon einmal Tourist: in Österreich, in Italien, Spanien oder anderen Ländern Europas, den U.S.A oder vielleicht auch in einem Land der Dritten Welt. Wir verreisen, machen Urlaub um Neues zu entdecken, Spaß zu haben und vor allem um uns zu erholen. Wir wollen tolles Wetter, herrliche Badestrände, sauberes Wasser, interessante Städte usw.

In den letzten Jahrzehnten hat jedoch vor allem in den Ländern der Dritten Welt der Tourismus beträchtlich zugenommen. Die ständig sinkenden Preise für Langstreckenflüge haben wesentlich dazu beigetragen. Zudem bieten diese Länder "Exotik", etwas ganz fremdes, ganz andersartiges, etwas wovon wir träumen.

Für die Länder der Dritten Welt hat der Tourismus viel an Veränderung mit sich gebracht. Diese Veränderung hat gute Seiten aber auch solche, mit denen sie nicht gerechnet haben bzw. Seiten, die sie selbst lieber nicht sehen wollen.

Wir haben uns drei Länder der Dritten Welt ausgesucht, die zu sehr bekannten Touristenzielen geworden sind und als solche gemeinsam mit vielen anderen Ländern der Dritten Welt die Vor- und Nachteile des Tourismus zu spüren bekommen: Mexico (Mittelamerika), Thailand (Südostasien) und Madagaskar (Afrika). Jedes dieser Länder verfügt über ganz besondere Anziehungspunkte, die viele Menschen dazu bringt, ihren Urlaub in diesem speziellen Land zu verbringen und dort ihr Geld auszugeben. Gemeinsam sind ihnen jedoch die negativen Auswirkungen des Tourismus.


2. Vorstellung der Besonderheiten der Touristenziele Mexico, Thailand und Madagaskar:

Mexico ist bekannt geworden durch seine 10.000 km langen Küsten am Pazifik, an der Karibik und am Golf von Mexico. Das kristallklare Wasser lockt viele Badefreudige vor allem aus den nahen U.S.A zur Erholung. Im Landesinneren trifft man auf die Reste der Stadt- und Tempelanlagen der Hochkultur der Azteken. Auch die Spuren der spanischen Kolonialzeit sind in vielen Städten an den Häuser- und Kirchenfassaden noch erkennbar. Mexico verfügt über vielfältige Kulturlandschaften in denen von schneebedeckten Bergen bis zu Kakteenwüsten und tropischen Wäldern alles zu finden ist.

Mit Thailand verbindet man neben den herrlichen Sandstränden vor allem auch die vielen buddhistischen Tempel und Klöster mit den besonderen Satteldächern. Eine weitere Attraktion ist auch der klassische Tanz, der zugleich als Theater dient: Geschichten werden dem Publikum tänzerisch dargestellt. Die Tänzerinnen tragen dabei kunstvolle Kleider und bewegen sich äußerst grazil nach alten traditionellen Vorschriften.

Von Männern werden jedoch auch kämpferische Darstellungen geboten. Jede Handbewegung, jeder Blick, Fußstellung usw. Signalisieren Stimmungen und haben eine eigene Bedeutung.


Madagaskar ist erst seit kürzerer Zeit zu einem beliebten Ziel für Touristen geworden. Sie ist die viertgrößte Insel der Welt und gehört zu den ärmsten Ländern.
Die Insel ist durch eine zentrale Hochebene geprägt. Im Osten Madagaskars findet man tropische Regenwälder, während das trockene Westland durch Savannen aus Wald- und Grasland bestimmt wird. Im Südwesten gibt es Wüstenvegetation. Für viele Urlauber ist auch die Tierwelt Madagaskars ein großer Anziehungspunkt. Am bekanntesten sind die Lemuren, eine primitive Primatenfamilie.

An diesen drei Beispielen ist ersichtlich, daß die Länder der Dritten Welt vielfach über Attraktionen verfügen, die in den traditionellen Urlaubsländern Europas und Nordamerikas nicht zu finden sind.


3. Voraussetzungen für einen funktionierenden Tourismus:

Ebenso wie viele andere Länder der Dritten Welt haben Mexico, Thailand und Madagaskar den Tourismus als Chance gesehen zu Geld zu kommen und damit auch die schlechte wirtschaftliche Situation des Landes zu überwinden. Sie erhofften auch im Bereich des Tourismus neue Beschäftigungsmöglichkeiten für die eigene Bevölkerung zu finden, die in hohem Maße mit der Arbeitslosigkeit kämpft.

Um für den Tourismus attraktiv zu sein, genügen jedoch nicht nur örtliche Besonderheiten. Dafür mußten sie in den vergangenen Jahrzehnten hohe Summen in den Ausbau der Infrastruktur investieren:

den Ausbau des Straßennetzes und der Flughäfen, denn Touristen wollen bequem und möglichst schnell ans Urlaubsziel gelangen,

den Bau von luxuriösen Hotelanlagen in nächster Nähe zu den örtlichen Besonderheiten, denn Touristen wollen möglichst nah am Meer, inmitten der schönsten Umgebung, mit Blick auf die berühmtesten Bauten wohnen,

die Vergrößerung der örtlichen Energiegewinnungsanlagen wie Staudämme, zusätzliche Formen der Grundwassergewinnung u.ä. denn Touristen brauchen wesentlich mehr Strom und Wasser als die einheimische Bevölkerung,

die Gestaltung von Freizeitanlagen und -beschäftigungen: denn Touristen wollen sich unterhalten beim Tauchen, Hochseefischen, Golf- und Tennisspielen, in Bars, Diskotheken, Casinos usw.

die Renovierung bzw. Pflege der örtlichen Attraktionen, denn Touristen wollen, daß alles möglichst ordentlich und gut erhalten aussieht

Um dies überhaupt finanzieren zu können, waren diese Länder von Investoren aus dem Ausland abhängig. Diese ausländischen Investoren haben gerne ihr Geld zur Verfügung gestellt unter der Bedingung, daß sie selbst Eigentümer oder zumindest Teilhaber an einzelnen Tourismusbetrieben wurden. Auch die Investoren haben darin eine große Chance gesehen.


4. Konsequenzen des Tourismus

Der erwartete Massenansturm an Touristen ist in diesen wie auch in vielen anderen Länder der Dritten Welt durchaus eingetreten. Den Touristen wird in ihrem Urlaub die schönste mögliche Welt gezeigt, damit diese an ihrem Urlaubsort möglichst viel Geld ausgeben. So gab beispielsweise Anfang der 90er Jahre jede/r ÖsterreicherIn durchschnittlich rund 1200 Dollar jährlich für Reisen und Urlaub aus. Die World Tourismus Ordganisation (WTO) berichtet über ihren Generalsekretär: "Die 98er Ergebnisse zeigen, dass Tourismus schon tief in der Kultur des 20. Jahrhunderts verwurzelt ist, auch in schlechten Zeiten machen die Leute Urlaub!"

Was sind nun die positiven Aspekte des Tourismus:
-Der Bekanntheitsgrad des Landes und seiner Kultur wird erhöht: Menschen aus anderen Ländern sehen sich die Besonderheiten des Landes an, werden informiert, begeistern sich für manches und nehmen diese Erfahrungen über Fotos, Souvenirs und anderes in ihre Heimat mit.
- Es kommt zu einem Austausch zwischen Völkern und Kulturen: Menschen kommen miteinander ins Gespräch und lernen sich kennen
- Die Einheimischen können dabei teilweise auch ihre eigenen Kulturgüter besser schätzen lernen.
- Geld kommt ins Land: Menschen im Urlaub brauchen Transportmittel, Unterkunft und Verpflegung. Sie wollen Unterhaltung, sind großzügiger, weil sie ihren Urlaub genießen wollen und nehmen auch noch zahlreiche Souvenirs mit nach Hause
- Es werden zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen: Menschen im Urlaub wollen sich erholen und daher bedient werden, sie brauchen Taxi- und Busfahrer, Kellner, Zimmermädchen, Köche, Reiseführer, Souvenirverkäufer, Bootsführer, Golf- und Surflehrer, teilweise auch bezahlte weibliche Gesellschaft

Was sind die negativen Aspekte des Tourismus:

- Touristen brauchen nicht nur wesentlich mehr Energie (Strom und Wasser) als die einheimische Bevölkerung, sie produzieren auch wesentlich mehr Müll. Für Mexico bedeutet das beispielsweise, daß unverhältnismäßig viel Wasser für den Tourismus zur Verfügung gestellt wird. Dies geht auf Kosten der einheimischen Bevölkerung. Auch die Müllbeseitigung funktioniert im Bereich der touristisch interessanten Gebiete sehr gut, nicht jedoch in den anderen.
- Die Touristen mit ihren Bedürfnissen verursachen eine zusätzliche Umweltbelastung: mehr Müll, mehr Strom, mehr verschmutztes Wasser, mehr Flugzeuge, mehr Busse usw.

Die Infrastruktur orientiert sich überwiegend an den Bedürfnissen der Touristen und nicht an denen der eigenen Bevölkerung. Wasser- und Stromleitungen für die Touristen werden gut in Stand gehalten, bei den Einheimischen werden diese vernachlässigt. Gut gebaute Straßen führen dort hin, wo touristische Ziele und Hotels liegen, nicht dort hin, wo die Einheimischen leben.

Für den Bau von Hotels und Freizeitanlagen werden der einheimischen Bevölkerung die schönsten Gebiete weggenommen und nur für die Touristen zugänglich gestaltet. Strandabschnitte bleiben den Touristen vorbehalten, Grünflächen werden für Golfplätze abgeholzt usw.

Für den Unterhalt der Touristen werden zusätzliche Nahrungsmittel benötigt. Diese führen zu einer Veränderung der Nachfrage und damit teilweise auch zu einer Verteuerung von Nahrungsmitteln (auch der Grundnahrungsmittel, von denen die Einheimischen leben)

Der Großteil des von den Touristen ausgegebenen Geldes bleibt nicht am Urlaubsort bzw. im Urlaubsland, sondern landet bei den ausländischen (europäischen, amerikanischen) Investoren und Eigentümern bzw. den Reiseveranstaltern.

Es wurden durchaus neue Arbeitsplätze durch den Tourismus geschaffen. Die hochqualifizierten Arbeitskräfte kommen jedoch meist aus dem Ausland. Nur für schmutzige und einfache Tätigkeiten werden unterbezahlte Arbeitskräfte angestellt (z.B. Zimmermädchen, Kofferträger, Hilfskräfte usw.). Die Reiseleiter, das Hotelmanagement usw. hingegen sind sehr gut bezahlt und stammen meist aus den Heimatländern der Touristen bzw. der Investoren.

Den Touristen wird die heile Welt gezeigt, jedoch meist schon hinter dem Hotelzaun beginnt die harte Welt der Einheimischen. Diese können nur von draußen zusehen, wie die Touristen leben und was sie sich alles leisten können. Dadurch werden auch bei den Einheimischen die Bedürfnisse nach diesem Leben geweckt, das sie sich nie leisten werden können.

Zum Urlaub gehört für viele Touristen auch bezahlte weibliche Gesellschaft. Die Prostitution wird damit zum großen Geschäft. Thailand ist schon seit Jahrzehnten für seinen Sextourismus bekannt. Junge Mädchen und Buben werden vielfach zur Prostitution gezwungen, um ihre Familien zu erhalten.

Die einheimische Bevölkerung verändert sich: die reichen Touristen verleiten die oft verarmten Einheimischen zum Betteln und Stehlen. Die Art und Weise, wie der einzelne selbst am schnellsten zu Geld kommen kann, wird für viele zum Zentrum des Lebens. Eigene Werte wie Familie, Ehre usw. werden dafür zurückgelegt.

Das Land ist von der Einkommensquelle Tourismus abhängig und daher auch erpreßbar, wie beispielsweise bei den Terroranschlägen in Agypten und der Türkei.


5. Schlußfolgerung:

Der Tourismus hat somit vor allem in den Ländern der Dritten Welt eine Vielzahl an Nachteilen, der einer kleinen Zahl von Vorteilen gegenübersteht. Dass dem Tourismus weiterhin die Türen geöffnet bleiben, hat vor allem damit zu tun, dass in- und ausländische Investoren die guten Erträge genießen, jedoch die einheimische Bevölkerung den Großteil der Belastungen zu tragen hat.












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