1. Klimazonen der Erde
Abhängig vom Winkel der Sonneneinstrahlung
gibt es unterschiedliche Temperatur-
und Niederschlagszonen auf der Erde.
Deshalb teilt man die Erde in vier große
Klimazonen ein:
Kalte Zone
Gemäßigte Zone
Subtropen
Tropen
|
Abb. 1: Klimazonen der Erde
|
Kalte Zone
|
Gemäßigte Zone
|
|
Jahresmittel um und unter 0° C
|
Jahresmittel etwa 8° C;
|
|
a) Eisregion: alle Monate unter 0° C
|
Wachstumszeit länger als 170 Tage
|
|
b) Tundra: alle Monate unter 10° C;
|
|
|
Wachstumszeit 0 - 100 Tage
|
|
|
c) Taiga: wärmster Monat über 10° C;
|
|
|
Wachstumszeit 100 - 170 Tage
|
|
|
Subtropen
|
Tropen
|
|
Jahresmittel etwa 18°C;
|
Jahresmittel etwa 25°C;
|
|
milde Winter: kältester Monat zwischen 2°C und 13°C
|
kältester Monat über 13°C;
|
|
heiße Sommer: wärmster Monat über 20°C
|
niemals Frost, „ewiger Sommer“;
|
|
|
geringe Jahresschwankung der
|
|
|
Temperatur
|
Tabelle 1: Klimazonen der Erde
2. Die Tropen
2.1. Geographische Lage
Die Tropen befinden sich beiderseits des
Aquators und werden im Norden und Süden
jeweils von den Wendekreisen bei 23,5°
begrenzt.
Abhängig von der Feuchtigkeit und den
Temperaturen unterscheidet man die Tropen in den Tropischen Regenwald, die
Feuchtsavanne, die Trockensavanne, die Dornsavanne und die Wüste.
Der Tropische Regenwald nimmt 23% der
Erdoberfläche und 10% der Landfläche ein.
Er breitet sich zum Beispiel im
Amazonasbecken, in Guayana, zum Teil in Mittelamerika, im Kongobecken und in
Indonesien aus.
Die Feuchtsavanne nimmt 13% der
Erdoberfläche und 10% der Landfläche ein. Man findet sie zum Beispiel in
Venezuela, im Sudan, in Ostafrika, in Vorder- und Hinterindien, in
Nordaustralien und in Mittelbrasilien.
Das Steppenklima nimmt 7% der Erdoberfläche und 15 % der Landfläche
ein.
Die Trockensavanne und die Dornsavanne
breitet sich zum Beispiel im Nordsudan, in Australien, Nordmexiko und an der
Nordost Küste Afrikas aus.
Neben der heißen Steppe gibt es noch die
kalten Steppen des Nahen und Mittleren Ostens vor allem in Zentralasien, die
gekennzeichnet sind durch Grassteppen und Salzpflanzen.
Das Wüstenklima beansprucht etwa 4 %
der Erdoberfläche und 12 % der Landfläche.
Heiße Wüsten finden sich vor allem in Afrika
(Sahara), aber auch in Inneraustralien, in Südamerika (Chile) und im Iran
(Persische Wüste).
2.2. Das Klima der Tropen
2.2.1. Der Tropische Regenwald
Im Tropischen Regenwald gibt es geringe
jährliche Temperaturschwankungen. In keinem Monat ist die Temperatur im
Monatsmittel unter 18°C; es gibt Unterschiede der Monate bis zu 12°C.
Ganz heitere Tage sind selten; am frühen
Nachmittag kommt es meist zu heftigen Regen-
schauern mit Gewittern. Es ist 9 ½ bis 12
Monate im Jahr gleichmäßig feucht. In keinem Monat fallen unter 60 mm
Niederschlag.
Das gleichmäßige Klima läßt alle Tage des
Jahres einander ähneln. Um 6 Uhr geht fast ohne vorangehende Dämmerung die
Sonne auf; im allgemeinen bilden sich um 9 Uhr die ersten Cumuluswolken, die
immer mehr zunehmen, so daß um die Mittagszeit der Him-
mel ganz bedeckt ist. Nachmittags fällt dann
wolkenbruchartiger Regen; am späten Nachmittag klart es wieder auf, und um 18
Uhr verschwindet die Sonne unter dem Hori-
zont.
Abb. 2: Klimadiagramm von
Kisangani (Kongo)
Das Klimadiagramm zeigt das Klima in
Kisangani in Afrika mit einer durchschnittlichen Jahrestemperatur von 25°C und
Niederschlägen bis zu 230 mm. Vergleichsweise liegt die mittlere
Jahrestemperatur in Deutschland (Beispiel: Kassel) bei 8°C und es fallen maxi-
male Niederschläge im Juli bis zu 75 mm.
2.2.2. Die Savannen
In der Feuchtsavanne schwankt das
Jahresmittel der Temperatur zwischen 24°C und 30°C.
7 bis 9 ½ Monate im Jahr herrscht
Feuchtigkeit. Im Gegensatz zum Regenwald gibt es jedoch mindesten einen Monat
im Jahr mit weniger als 60 mm Niederschlag: Im Winter herrscht eine
Trockenzeit, während im Sommer Regenzeit ist.
In der Trockensavanne gibt es seltene,
meist heftige Sommerregen; die Winter sind dage-
gen zumeist trocken. Nur 4 ½ bis 7 Monate im
Jahr herrscht Feuchtigkeit. Die kurze, heftige Regenzeit dauert höchstens drei
Monate.
Große Unterschiede gibt es zwischen den
Temperaturen der einzelnen Monate: Im wärmsten Monat liegt die Temperatur
zwischen 22°C und 35°C, im kältesten Monat nur bei 2°C.
Die Dornsavanne zeigt nur 2 bis 4 ½ Monate im Jahr Feuchtigkeit. Den Rest des
Jahres fallen fast keine Niederschläge. Die Temperaturen sind ähnlich wie in
der Trockensavan-
ne.
Die Abbildungen zeigen Klimadiagramme von Feucht-, Trocken- und
Dornsavanne:
Abb. 3: Klimadiagramme von Enugu (Nigeria), Wagadugu (Obervolta) u.
Sinder (Niger)
2.2.3. Die Wüsten
Das Wüstenklima der heißen Wüsten der Erde
ist bestimmt durch geringe oder gar keine Niederschläge. Nur Null bis zwei
Monate im Jahr herrscht Feuchtigkeit. Wenn überhaupt, dann kommt es zu räumlich
begrenzten, wolkenbruchartigen Regenfällen.
Der wärmste Monat in der Wüste hat eine
Durchschnittstemperatur von mindestens 26°C; im Jahresmittel liegt die
Temperatur über 18°C.
Charakteristisch für die Wüsten sind heiße,
trockene Sandstürme. Außerdem kommt es zu starken täglichen
Temperaturschwankungen, wobei die Nächte recht kühl sind.
Bei wolkenlosem Himmel ist die
Wärmeeinstrahlung tagsüber sehr hoch. Im Wüstengürtel werden
daher höhere Temperaturen als in den Tropen
gemessen. Als höchste Tageswerte wurden im Schatten ermittelt: 56°C in der
Wüste Lut (Iran) und 58°C in der
Libyschen Wüste.
Abb.5: Die wichtigsten Wüsten der Erde
Nachts sinkt die Temperatur im Durchschnitt
um 20°C, in Ausnahmefällen bis zu 40°C. Durch den Wechsel hoher Tages- und niedriger
Nachttemperaturen wird das Gestein starken Spannungen ausgesetzt. Nachts hört
man es oft mit lautem Knall zerspringen. Durch den Mangel an fließendem Wasser
bleiben Gesteinstrümmer liegen und werden nun vom Wind ausgeblasen. Die Sande
werden hierbei zu Dünen zusammengeweht.
Allerdings sind nur ungefähr ein Fünftel
aller Wüsten Sandwüsten; es gibt auch Kies-, Fels- und Salzwüsten.
Abb.6: In der Felswüste
Die Abbildung zeigt das Klimadiagramm von Agades mit einer
Durchschnittstemperatur von 28°C und nur 164 mm Niederschlag.
Abb.6: Klimadigramm von Agades (Niger)
2.3. Vegetation in den Tropen
2.3.1. Der Tropische Regenwald
Da Blütezeit und Laubwechsel sich über das
ganze Jahr verteilen, kennt der tropische Regenwald nicht die leuchtenden
Farben unseres Frühjahrs- oder Herbstwaldes, auch nicht die Blütenfülle zu
bestimmten Jahreszeiten.
Die tropischen Regenwälder der Niederungen
sind gebunden an eine gleichbleibende Durchschnittstemperatur von 24° - 28°
Celsius und an einen Jahresniederschlag von mindestens 1800 mm , der sich
annähernd gleichmäßig auf das ganze Jahr verteilt.
Diese Regenwälder gedeihen bis zu Höhen von
etwa 600 m und reichen in ihrer Masse über 10° nördlicher und 10° südlicher
Breite nicht hinaus. Nur dort, wo
feuchte Seewinde ständig Regen bringen, kann der Wald bis zu den Wendekreisen
vordringen, wie in Hinterindien und Brasilien. Die größten zusammenhängenden
Urwaldgebiete liegen im Amazonasbecken, an den Küsten Oberguineas, Abb. 7: Im Tropischen
Regenwald
im Kongobecken und in der indonesischen
Inselwelt.
Die artenreiche Fülle pflanzlichen Lebens ist
für diese großen Waldgebiete charakteristisch. Überwältigend ist der Reichtum
an Baumarten: Auf 1 ha Regenwaldfläche stehen bis zu 100 verschiedene Arten ,
in den Naturwäldern unserer Breiten dagegen nur drei. Selten sind auf einem
Hektar mehr als fünf Bäume gleicher Art anzutreffen. Während die Zahl der Baumarten in unseren
Wäldern insgesamt kaum 50 beträgt, wurden im Amazonasgebiet und auf den Sunda -
Inseln je 3000 bestimmt. Hinzu kommen etwa 1000 verschiedene Farne und über
1000 Orchideenarten, die auf den Bäumen der tropischen Regenwälder leben.
Der Artenreichtum wirkt sich auf die Struktur
des Waldes aus; denn jeder Baum hat seine eigene Form und Höhe. Das uns
gewohnte Kronendach des Waldes gibt es in Regenwald nicht. Bäume mit schmalen
oder spitzen Kronen wachsen neben solchen mit schirmförmigen; einzelne
Baumriesen von 50 - 70 m Höhe überragen das in 20 - 30 m Höhe geschlossene
Kronendach des Urwaldes. Sträucher und Jungwuchs füllen den Raum darunter aus,
mit den Bäumen durch die alles umrankenden
Lianen verbunden, die die letzten Lücken schließen. Der Boden des Waldes ist
immer in dämmriges Zwielicht gehüllt; daher die lichtliebenden Gräser. Die
Helligkeit kann bis auf 1/1000 derjenigen des freien Tageslichtes sinken, bei
uns im dichten Nadelwald auf 1/300. Die Schattenpflanzen des tropischen
Waldbodens gedeihen als Zierpflanzen auch im Schatten unserer Wohnräume (z. B.
der Philodendron).
2.3.2. Savannen
An die immergrünen tropischen Regenwälder
schließen sich polwärts Gehölze an, die nur zur Regenzeit Blätter tragen, in
der Trockenzeit ihr Laub abwerfend und dann einige Monate kahl stehen. Es sind
die „regengrünen Wälder“. Wenn die Trockenzeit 2 ½ - 5 Monate dauert, handelt
es sich um Feuchtwälder. Zu diesen gehören auch die sogenannten Monsunwälder.
Bei einer Trockenzeit von 5 - 7 ½ Monaten sind es Trockenwälder.
In der Feuchtwaldzone tragen die
Bodenvegetation, die Sträucher und die niedrigen Bäume während des ganzen
Jahres Laub; nur die Bäume des oberen Stockwerks werfen in der Trockenzeit ihre
Blätter ab. Wir finden diese Waldform als schmalen Rand der Regenwälder, ferner
an der Westküste Vorindiens, an den Südhängen des Himalaya und an der Küste
Hinterindiens.
In der Trockenwaldzone steht in den Dürremonaten der gesamte Baum-
und Strauchbestand kahl. Diese Waldform ist im Nordosten Brasiliens, im Gran
Chaco sowie südlich und östlich des
Abb. 8: In der Feuchtsavanne
Kongobeckens verbreitet. Die Wurzeln
der meist nur 5 m hohen Bäume reichen sehr
tief. Diese niedrige Baumschicht wird überragt von Affenbrotbäumen und
Flaschenbäumen, die der jahreszeitlichen Trockenheit angepaßt sind.
Zwischen den beiden Waldformen und dem
immergrünen Regenwald vermitteln die an den Flüssen entlangziehenden
Galeriewälder. Im Gebiet der Feuchtwälder gleichen sie nach Aussehen und
Zusammensetzung den immergrünen Regenwäldern; in den Trockenwäldern werden sie
von den regengrünen Gehölzen der Feuchtwälder gebildet.
Abb. 9: In der Trockensavanne
Dauert die Trockenzeit bis zu 10 Monaten,
dann nimmt die Gehölzvegetation den Charakter der Dornenwälder an.
Kandelaberkakteen, Akazien und Dornensträucher bilden stellenweise ein
undurchdringliches Dickicht. der Gras- und Krautwuchs ist lückenhaft, selbst
zur Regenzeit.
Die regengrünen Regenwälder treten mehr oder
weniger vereinzelt auf: in Arizona, im Gran Chaco, in Nordostbrasilien, an der
Küste Guayanas, im nördlichen Sudan, in der Kalahari und an der
Zentralaustralischen Wüste.
Abb. 10: In der Dornsavanne
2.3.3. Wüsten
Die Vegetation ist der Trockenheit angepaßt.
Die Pflanzen zeigen in Gebieten mit gelegentlichen Regenfällen sowohl eine
Vergrößerung der Wasseraufnahmeorgane (stark vermehrte und weit unter der
Oberfläche hinziehende Wurzeln) wie eine Verkleinerung der Wasserabgabeorgane (geringe Zahl der
Spaltöffnungen, Blattgröße vermindert bis zu kleinen Schuppen oder Nadeln,
lederartige Blattoberfläche).
Andere Wüstenpflanzen haben sehr
tiefreichende Wurzeln, die das Grundwasser noch ausnutzen können, z. B. die
Dattelpalme. In besonderer Weise sind die wasserspeichernden Pflanzen (Kakteen,
Agaven, Aloegewächse) der Trockenheit angepaßt.
Wieder andere Pflanzen überstehen die langen
Trockenzeiten durch Verkürzung ihrer Vegetationszeit auf die kurze Regenperiode
(Zwiebeln und Knollengewächse). Treten Regenfälle nur selten und unregelmäßig
auf, so ist der Boden stark versalzen; dann ist die Wüste völlig
vegetationslos. In den Randgebieten, den Wüstensteppe, wachsen Halfagräser,
Tamarisken und Dornsträucher.
Abb. 11: Schaduf in
Agypten
Ein Schaduf ist ein
Beispiel für ein Schöpfwerk in Agypten. Es wurde schon vor Jahrtausenden
erfunden. Es wird verwendet, um Wasser vom Nil über Kanäle in die einzelnen
Felder zu leiten. Das Gegengewicht zum Eimer erleichtert das Wasserheben.
|
Wo Grundwasser in erreichbarer Nähe ist, liegen
als Vegetationsinseln im weiten Meer der Sande und Steine die Oasen; ihr
Charakterbau ist in der Alten Welt die Dattelpalme. Das von den Gebirgen
kommende Wasser fließt meist unterirdisch zu den zu den Grundwasser führenden
Senken; nur selten tritt es als Quelle zutage (Quell - Oase).
Zieht ein großer Strom durch die Trockenzone,
so entsteht eine Flußoase: zu beiden Seiten der Ufer erstrecken sich,
soweit die Überschwemmung oder künstliche Bewässerung reicht, Obstgärten,
Palmenhaine und kleine Felder. Durch Großbohrungen sind vor allem in Nordafrika
neue Oasen geschaffen worden. Das Wasser steigt entweder selbständig in den
Bohrlöchern empor (Artesische Brunnen in Nordafrika und vor allem in
Australien), oder das Wasser wird durch Windräder heraufgepumpt (besonders in
den amerikanischen Trockengebieten).
Im Iran entstand schon im Altertum eine
andere Brunnentechnik, die sich über Agypten bis nach Marokko ausgebreitet hat.
Bis zu 100 km lange Tunnel leiten das Wasser vom niederschlagsreicheren Gebirge
oder aus grundwasserreichen Schichten zu den Oasen.
Diese Tunnelbrunnen (Foggara und Kanate), die
den Vorteil haben, daß das Wasser kaum verdunstet, können durch senkrechte
Schächte instand gehalten werden. In der Landschaft fallen diese
Bewässerungsanlagen durch die Schachtreihen auf.
2.4 Höhenstufen am Aquator
Der Naturforscher Alexander vom Humboldt
reiste in den Jahren 1799 bis 1804 durch die tropischen Gebirgsländer
Südamerikas und Mexikos. Er entdeckte, daß die Pflanzen ganz regelmäßig in
mehreren Höhenstufen angeordnet sind.
Abb 12: Höhenstufen am Aquator
Humboldt übernahm die Bezeichnungen, die
bereits die Spanier im 16. Jhd. verwendet hatten: Tierra caliente, Tierra
templada und Tierra fria („heißes Land“, „gemäßigt warmes Land“ und „kaltes
Land“). Den Namen Tierra helada
(„Frostland“) hat später der Geograph Carl Troll hinzugefügt. In allen
tropischen Gebirgen treffen wir eine ähnliche Höhenstufungen. Sie entsprechen
im wesentlichen den Klimazonen der Erde.
Humboldt bemerkte auch, daß die meisten
Menschen nicht in der heißen Küstenzone, sondern in Höhen von 1000 bis 3500 m
lebten. Seit mehr als tausend Jahren wird dort Ackerbau betrieben. Die Städte
Quito und Bogotá, um 1550 von den spanischen Eroberern gegründet, liegen in
2850 m und 2610 m Höhe. La Paz liegt sogar 3700 m hoch. Keine andere Hauptstadt
der Erde liegt höher als La Paz.
3. Probleme der Tropen
3.1 Zerstörung des
Tropischen Regenwaldes
Die Kleinbauern mit ihrer Brandrodung und dem
Wanderfeldbau sind schuld an der Vernichtung des Waldes in den tropischen
Ländern, so heißt es. Aber die Bauern brauchen das Land. In Ghana und an der
Elfenbeinküste in Westafrika z. B. leben viele Kleinbauern vom Kakaoanbau.
Kakaoexport ist für diese Länder noch wichtiger als Holzexport. Fällt nun der
Preis für Kakao auf dem Weltmarkt, so bekommen die Bauern weniger Geld für ihre
Kakaobohnen. Um nicht in Not zu geraten, legen sie zusätzliche Pflanzungen an.
Dafür müssen sie die Wälder roden. Sie benutzen Schneisen, die Holzfirmen
vorher geschlagen haben.
Abb. 13: Zerstörung des Tropischen
Regenwaldes
Besonders wichtig sind Kontrolle und
Beschränkung des Holzeinschlags. Junge Edelholz-bäume müssen geschont werden.
Oft werden mehr als die Hälfte aller Bäume vernichtet, wenn aus einem Gebiet
nur einzelne Edelholzbäume herausgeholt werden. Solch ein Raubbau muß aufhören.
In den Ländern am Aquator gibt es bisher kaum
Forstwirtschaft wie bei uns. Kann man Mahagonibäume nicht ebenso pflanzen und
pflegen wie Buchen, Kiefern und Fichten?
3.2. Zunahme der
Wüstengebiete
Ein weiteres großes Problem in den Tropen
stellt die ständige Zunahme der Wüstengebiete auf der Erde dar. Jedes Jahr
werden etwa sechs Millionen Hektar einigermaßen fruchtbaren Landes zu Wüste.
Abb. 14: Zunahme der Wüstengebiete der Erde
Die Hauptursachen für die zunehmende
„Verwüstung“ sind vor allem Überkultivierung (schlechte Böden werden nicht mehr
brach liegen gelassen), Überweidung (immer mehr Tiere werden immer häufiger über
immer weniger Land getrieben) und Versalzung (Bodensalze werden durch Bewässerung herausgespült. ohne daß sie
abfließen können).
Der folgende Zeitungsartikel aus der
Remszeitung vom 18.05.1982 beschäftigt sich mit diesem Problem.
Abb.
15: Die Verwüstung schreitet voran
1. Klimazonen der Erde
Kalte Zone
Gemäßigte Zone
Subtropen
Tropen
|
|
Kalte Zone
|
Gemäßigte Zone
|
|
Jahresmittel um und unter 0° C
|
Jahresmittel etwa 8° C;
|
|
a) Eisregion: alle Monate unter 0° C
|
Wachstumszeit länger als 170 Tage
|
|
b) Tundra: alle Monate unter 10° C;
|
|
|
Wachstumszeit 0 - 100 Tage
|
|
|
c) Taiga: wärmster Monat über 10° C;
|
|
|
Wachstumszeit 100 - 170 Tage
|
|
|
Subtropen
|
Tropen
|
|
Jahresmittel etwa 18°C;
|
Jahresmittel etwa 25°C;
|
|
milde Winter: kältester Monat zwischen 2°C und 13°C
|
kältester Monat über 13°C;
|
|
heiße Sommer: wärmster Monat über 20°C
|
niemals Frost, „ewiger Sommer“
|
|
|
geringe Jahresschwankung der
|
|
|
Temperatur
|
2. Die Tropen
2.1. Geographische Lage
Die Tropen befinden sich
beiderseits des Aquators und werden im
Norden und Süden jeweils von
den Wendekreisen bei 23,5°
begrenzt.
Abhängig von der
Feuchtigkeit und den Temperaturen unterschei-
det man die Tropen in den
Tropischen Regenwald,
die Feuchtsavanne,
die Trockensavanne,
die Dornsavanne
und die Wüste.
2.2. Das Klima der
Tropen
Der Tropische Regenwald
Abb. 2: Klimadiagramm von
Kisangani (Kongo)
Die Savannen
Die Wüsten
Klimadigramm von Agades (Niger)
Die wichtigsten Wüsten der
Erde
Höhenstufen am Aquator
Zerstörung des Tropischen
Regenwaldes
1. Klimazonen der Erde
Abhängig vom Winkel der Sonneneinstrahlung
gibt es unterschiedliche Temperatur-
und Niederschlagszonen auf der Erde.
Deshalb teilt man die Erde in vier große
Klimazonen ein:
Kalte Zone
Gemäßigte Zone
Subtropen
Tropen
|
2. Die Tropen
2.1. Geographische Lage
Die Tropen befinden sich beiderseits des
Aquators und werden im Norden und Süden
jeweils von den Wendekreisen bei 23,5°
begrenzt.
Abhängig von der Feuchtigkeit und den
Temperaturen unterscheidet man die Tropen in den Tropischen Regenwald, die
Feuchtsavanne, die Trockensavanne, die Dornsavanne und die Wüste.
Der Tropische Regenwald nimmt 23% der
Erdoberfläche und 10% der Landfläche ein.
Die Feuchtsavanne nimmt 13% der Erdoberfläche und 10% der
Landfläche ein.
Das Steppenklima nimmt 7% der Erdoberfläche und 15 % der Landfläche
ein.
Die Trockensavanne und die Dornsavanne
breitet sich zum Beispiel im Nordsudan, in Australien, Nordmexiko und an der
Nordost Küste Afrikas aus.
Das Wüstenklima beansprucht etwa 4 %
der Erdoberfläche und 12 % der Landfläche.
2.2. Das Klima der Tropen
2.2.1. Der Tropische Regenwald
Im Tropischen Regenwald gibt es geringe
jährliche Temperaturschwankungen. In keinem Monat ist die Temperatur im
Monatsmittel unter 18°C; es gibt Unterschiede der Monate bis zu 12°C.
2.2.2. Die Savannen
In der Feuchtsavanne schwankt das
Jahresmittel der Temperatur zwischen 24°C und 30°C.
In der Trockensavanne gibt es seltene,
meist heftige Sommerregen; die Winter sind dage-
gen zumeist trocken.
Die Dornsavanne zeigt nur 2 bis 4 ½ Monate im Jahr Feuchtigkeit. Den Rest des
Jahres fallen fast keine Niederschläge. Die Temperaturen sind ähnlich wie in
der Trockensavan-
ne.
2.2.3. Die Wüsten
Das Wüstenklima der heißen Wüsten der Erde
ist bestimmt durch geringe oder gar keine Niederschläge. Nur Null bis zwei
Monate im Jahr herrscht Feuchtigkeit. Wenn überhaupt, dann kommt es zu räumlich
begrenzten, wolkenbruchartigen Regenfällen.
Der wärmste Monat in der Wüste hat eine
Durchschnittstemperatur von mindestens 26°C; im Jahresmittel liegt die
Temperatur über 18°C.
2.3. Vegetation in den Tropen
2.3.1. Der Tropische Regenwald
Da Blütezeit und Laubwechsel sich über das
ganze Jahr verteilen, kennt der tropische Regenwald nicht die leuchtenden
Farben unseres Frühjahrs- oder Herbstwaldes, auch nicht die Blütenfülle zu
bestimmten Jahreszeiten.
Diese Regenwälder gedeihen bis zu Höhen von
etwa 600 m und reichen in ihrer Masse über 10° nördlicher und 10° südlicher
Breite nicht hinaus. Nur dort, wo
feuchte Seewinde ständig Regen bringen, kann der Wald bis zu den Wendekreisen
vordringen, wie in Hinterindien und Brasilien. Die größten zusammenhängenden
Urwaldgebiete liegen im Amazonasbecken, an den Küsten Oberguineas.
2.3.2. Savannen
An die immergrünen tropischen Regenwälder
schließen sich polwärts Gehölze an, die nur zur Regenzeit Blätter tragen, in
der Trockenzeit ihr Laub abwerfend und dann einige Monate kahl stehen. Es sind
die „regengrünen Wälder“. Wenn die Trockenzeit 2 ½ - 5 Monate dauert, handelt
es sich um Feuchtwälder. Zu diesen gehören auch die sogenannten Monsunwälder.
Bei einer Trockenzeit von 5 - 7 ½ Monaten sind es Trockenwälder.
2.3.3. Wüsten
Die Vegetation ist der Trockenheit angepaßt.
Die Pflanzen zeigen in Gebieten mit gelegentlichen Regenfällen sowohl eine
Vergrößerung der Wasseraufnahmeorgane (stark vermehrte und weit unter der
Oberfläche hinziehende Wurzeln) wie eine Verkleinerung der Wasserabgabeorgane (geringe Zahl der
Spaltöffnungen, Blattgröße vermindert bis zu kleinen Schuppen oder Nadeln,
lederartige Blattoberfläche).
43. Probleme der Tropen
3.1 Zerstörung des
Tropischen Regenwaldes
Die Kleinbauern mit ihrer Brandrodung und dem
Wanderfeldbau sind schuld an der Vernichtung des Waldes in den tropischen
Ländern, so heißt es. Aber die Bauern brauchen das Land. In Ghana und an der
Elfenbeinküste in Westafrika z. B. leben viele Kleinbauern vom Kakaoanbau.
Kakaoexport ist für diese Länder noch wichtiger als Holzexport. Fällt nun der
Preis für Kakao auf dem Weltmarkt, so bekommen die Bauern weniger Geld für ihre
Kakaobohnen. Um nicht in Not zu geraten, legen sie zusätzliche Pflanzungen an.
Dafür müssen sie die Wälder roden. Sie benutzen Schneisen, die Holzfirmen
vorher geschlagen haben.
Besonders wichtig sind Kontrolle und
Beschränkung des Holzeinschlags. Junge Edelholz-bäume müssen geschont werden.
Oft werden mehr als die Hälfte aller Bäume vernichtet, wenn aus einem Gebiet
nur einzelne Edelholzbäume herausgeholt werden. Solch ein Raubbau muß aufhören.
© Felix Winnands/Thorsten Habich 7 b/1996